Vor 21 Jahren standen sich die beiden plötzlich gegenüber

Als Paul Wengert den japanischen Kaiser traf

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Der damalige Füssener Bürgermeister Dr. Paul Wengert überreicht 1998 Japans Kaiser Akihito vor laufenden Kameras ein vergoldetes Füssener Stadtsiegel von 1317. „Der Kaiser ging auf mich zu“, erinnert sich Wengert noch heute gerne.

Füssen – In Japan kam es jetzt zum Wechsel auf dem Thron des Kaisers: Kaiser Akihito übergab die Krone an seinen Sohn Naruhito.

Bei dem ehemaligen Füssener Bürgermeister Dr. Paul Wengert wurden bei den Bildern des Thronwechsels ganz besondere und auch bewegende Erinnerungen wach: Vor 21 Jahren lernte er Kaiser Akihito persönlich kennen und überreichte ihm sogar ein Siegel der Stadt Füssen aus dem Jahr 1317. 

„In meiner Zeit als Füssener Bürgermeister hatte ich im Zuge der freundschaftlichen Beziehungen zu Japan das Glück, dem japanischen Kaiser Akihito persönlich ein Geschenk überreichen zu können“, erzählt Wengert im Gespräch mit dem Kreisbote. Das war 1998 vor 21 Jahren. Genau genommen war das aber die bereits zweite Begegnung des SPD-Politikers mit dem Akihito. Als dieser nämlich noch nicht den Kaiserthron Japans bestiegen hatte, war er in Europa schon ein bekannter Mann. „Als Bub stand ich in der ersten Reihe, um den Gast aus Japan in meiner Heimatstadt Ellwangen zu sehen. Davon gibt es auch ein Pressefoto, das ich suchen werde“, sagt Wengert in seinem Büro über der Füssener AOK, das er nach seinem Ausscheiden als SPD-Landtagsabgeordneter gern mit einem Mitmieter nutzen möchte. 

1998 trafen Wengert und Akihito schließlich zum zweiten Mal aufeinander – der Deutsche als Bürgermeister von Füssen, der Japaner als Oberhaupt seines Landes. Anlass war die Reise einer Delegation aus der Lechstadt mit dem damaligen Bürgermeister Dr. Paul Wengert an der Spitze zum „Tag des Baumes“, der als Symbol des Gedeihens in einer Arena gefeiert wurde. Dazu muss man wissen, dass die Stadt Füssen seit langen Jahren eine Partnerschaft mit der japanischen Stadt Numata unterhält. 

Persönliche Übergabe

Dabei war die Reise nach Fernost anno 1998 anfangs mit einer kleinen Enttäuschung verbunden. Es war nämlich nicht gelungen, das Geschenk – ein vergoldetes historisches Füssener Stadtsiegel von 1317 – wie eigentlich geplant über die Dolmetscherin an den Kaiser zu überreichen. 

Bei der Feier anlässlich des „Tag des Baumes“ sei Kaiser Akihito nach dem Abschluss der Ansprachen und des Musikprogramms dann bereits am Gehen gewesen, als er den blonden Europäer Wengert unter den Gästen entdeckte. „Der Kaiser ging auf mich zu“, erinnert sich Wengert. „Weil ich ihm aufgefallen war, wurde es mir möglich, bei diesem etwa zweiminütigen Kontakt unser Füssener Geschenk an das Kaiserpaar sogar persönlich zu übergeben“, freut sich der damalige Füssener Bürgermeister noch heute über diesen Augenblick. Die Delegation aus der Lechstadt pflanzte bei diesem offiziellen Besuch in Japan übrigens insgesamt zehn Lindenbäume. 

Die Begegnung mit dem Kaiser hatte ein überraschendes Nachspiel. Weil der Festakt im Fernsehen gezeigt worden war, wollten „plötzlich viele Leute meine Hände schütteln, als wir in der heute auf 47.000 Einwohner gewachsenen Stadt Numata unterwegs waren“, muss er noch heute lachen. Mit dabei auf Tour in Japan war seinerzeit auch ein Füssener Alphorn-Quartett. 

Die Partnerschaft zwischen den beiden Städten Füssen und Numata ist übrigens auch heute immer noch sehr lebendig: Vom 1. Juni bis 10. Juni treffen sich die Füssener Stadträte Lothar Schaffrath (SPD) und Herbert Dopfer offiziell in Japan mit Vertretern der Partnerstadt Numata. Die Kontakte sollen dadurch weiter gefestigt und vertieft werden.

Chris Friedrich

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