Rettung in Sicht

Corona-Krise: Situation der Füssener VHS hat sich entspannt

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Die unmittelbare Gefahr für die Füssener VHS durch die Corona-Krise ist gebannt.

Füssen/Landkreis – Der Hilferuf klang dramatisch: „Der Volkshochschule Füssen droht die Insolvenz“, klagte deren Leiterin Petra Schwartz noch Anfang Mai in einem Brandbrief an die Bürgermeister der Mitgliedskommunen.

Knapp zwei Monat später hat sich die Situation durch die Wiederaufnahme des Kursangebots aber wieder entspannt. „Die VHS ist vorerst gerettet, da sie ihre Kurse weiter anbieten kann“, berichtete Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) kürzlich im Haupt-, Finanz-, Sozial- und Kulturausschus (HFSKA). Und im Ernstfall werden Stadt und Nachbarkommunen mit einem „Rettungsschirm“ zur Seite stehen. 

Die Corona-Krise mit dem Lockdown des öffentlichen Lebens war auch für die Füssener Volkshochschule (VHS) Existenz gefährdend. Weil wegen der Einschränkung des öffentlichen Lebens keine Kurse stattfinden durften, konnte die Bildungseinrichtung auch keine Einnahmen verzeichnen (der Kreisbote berichtete mehrfach). Bis zu 70 Prozent der Einnahmen muss die VHS laut ihrer Leiterin Petra Schwartz aber am Markt erzielen – sprich durch die Gebühren ihrer Kursteilnehmer. Trotz dieser fehlenden Einnahmen mussten die laufenden Kosten aber weiter gedeckt werden. 

Deshalb bat Schwartz Anfang Mai unter anderem die Stadt Füssen, ihre zweite Rate in Höhe von 6243 Euro schon Mitte Juni statt wie üblich im August zu überweisen. Außerdem schlug sie vor, den kommunalen Zuschuss pro Einwohner um 50 Cent zu erhöhen. 

Während Ersteres bereits geschehen ist, wie Bürgermeister Eichstetter jetzt im Ausschuss bekannt gab, sollte Zweiteres am gestrigen Dienstag nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe mit den Bürgermeistern der zehn anderen Kommunen, die Mitglied in der VHS sind, besprochen werden. Derzeit zahlt die Stadt Füssen genau wie die anderen Partner 80 Cent pro Einwohner. 

Geht es aber nach Schwartz, sollen es künftig 1,70 Euro pro Bürger sein. Das würde bedeuten, dass beispielsweise die Lechstatt künftig im Jahr rund 26.000 Euro statt der bisherigen knapp 12.500 Euro an die VHS überweisen müsste. Geld vom Freistaat? Ob die Rathauschefs dem Appell der VHS-Leiterin folgen werden oder nicht, wird auch davon abhängen, ob die Bildungseinrichtung ihre von Eichstetter Anfang Mai aufgetragenen Hausaufgaben gemacht hat. Dazu gehörten unter anderem der Abbau von Verwaltungskosten, der Abbau von Überstunden und Resturlaub sowie eine 100-prozentige Kurzarbeit für die Mitarbeiter.

SPD-Stadträtin Ilona Deckwerth schlug vor, bei der Bayerischen Staatsregierung die Möglichkeiten nach Fördermitteln für die Füssener VHS abzuklopfen. Immerhin habe das Kultusministerium ein 30-Millionen-Euro Hilfspaket für die Erwachsenenbildung angekündigt. Außerdem würde sie die Situation und Perspektiven der Dozenten interessieren. 

Kritik an Iacob 

Eichstetter wies in diesem Zusammenhang daraufhin, dass dies eigentlich die Aufgabe seines Vorgänger, Füssens Ex-Bürgermeister Paul Iacob (SPD), sei. Dieser sei nach wie vor bis 2021 Vorsitzender des Volkshochschule-Vereins. Er habe sich zunächst nur um die kurzfristigen Maßnahmen zur Rettung der VHS gekümmert. „Ich mache das, weil es mir wichtig ist, die VHS zu unterstützen“, betonte er.

mm

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