"Enttäuschung auf ganzer Linie"

Politik reagiert entsetzt auf die Rücknahme der Hotel-Pläne durch Manfred Rietzler

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CSU-Bürgermeisterkandidat Maximilian Eichstetter sieht nun die Hotel-Gegner in der Pflicht, Lösungen für das Festspielhaus anzubieten.

Füssen – Vor allem mit Bedauern, aber auch Verständnis für den Investor und seine Entscheidung, hat die Füssener Politik auf das vorläufige Aus für die Hotel-Pläne am Festspielhaus reagiert.

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) sagte am Mittwochabend in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem Kreisbote: „Ich kann dessen Entscheidung gut nachvollziehen, da gegen das Projekt von zwei Institutionen mit teils fachlich nicht fundierten Argumenten Stimmung gemacht wurde und Unterschriften gesammelt wurden.“

Für die Stadt Füssen sei die Rücknahme der Hotel-Pläne durch Investor Manfred Rietzler aus gleich zwei Gründen bedauernswert: „Erstens wäre ein Fünf-Sterne-Hotel ein wichtiger Schritt zur Qualitätssteigerung des Tourismus in Füssen gewesen; Zweitens hat Herr Rietzler stets klargemacht, dass das Festspielhaus ohne Hotel nicht wirtschaftlich betrieben werden kann, was auch die Vergangenheit bewiesen hat. 

Es steht nun also zu befürchten, dass damit auch die Schließung des Festspielhauses droht“, so der Rathauschef. Er hoffe nun, dass Verwaltung und Politik eine Lösung finden werden, um den Bestand des Festspielhauses zu sichern. 

Keine Gewinner

Maximilian Eichstetter, Bürgermeister-Kandidat der Füssener CSU, bedauert nach eigener Aussage ebenfalls, dass die Zukunft des Festspielhauses nun wieder in Gefahr sei. Er hoffe, dass der Investor die Lust am Festspielhaus nicht verliert und erwarte von allen Seiten volle Unterstützung, um eine wirtschaftliche und naturschonende Lösung zum Erhalt zu erarbeiten. 

Dabei sieht er vor allem auch die Gegner des Vorhabens in der Pflicht: „Die Hotelgegner hatten nie einen konkreten Vorschlag gemacht, wie man das Festspielhaus alternativ ohne Hotel erhalten kann.“ Er erwarte nun Unterstützung in der Erarbeitung von neuen Konzepten und Möglichkeiten, um die knapp 1,5 Millionen Euro Defizit pro Jahr auszugleichen. 

Von „einer Enttäuschung auf ganzer Linie“ ohne Gewinner sprach Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier gegenüber dem Kreisbote. „Jedem sollte inzwischen klar sein, dass das Festspielhaus in der jetzigen Konstellation auf mittlere bis lange Sicht in seinem Bestand gefährdet ist.“

 Sollte das Festspielhaus tatsächlich schließen, sei das ein enormer Verlust für die gesamte Region. „Füssens Image als Standort ist nach meiner Einschätzung sowohl in touristischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht beschädigt, da Investoren sehr genau darauf achten, auf welche Atmosphäre sie mit Ideen und Projekten treffen“, so der FTM-Chef weiter. Er könne sich nicht vorstellen, dass diese Entwicklung den mehrheitlichen Willen der Bevölkerung widerspiegle.

Matthias Matz

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