Manfred Unsin verabschiedet sich nach 30 Jahren bei der Forggenseeschifffahrt in den Ruhestand

Füssener Forggensee-Schifffahrt: Der Kapitän geht von Bord

Kapitän Manfred Unsin
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Nur noch symbolisch am Steuerrad: Am 1. Mai geht Schiffsführer Manfred Unsin in Ruhestand.
  • vonMatthias Matz
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Lehern/Füssen – 30 Jahre lang hat Manfred Unsin tausende Menschen über den Forggensee geschippert. In dieser Zeit ist der Schiffsführer der Forggenseeschifffahrt etwa drei Mal um die Erde gefahren. Seinen letzten Arbeitstag hat Unsin bereits hinter sich gebracht. Am 1. Mai geht der 63-Jährige nun offiziell in Rente. 

Heute weiß Manfred Unsin nicht mehr, wie das Wetter war, als er am 11. April 1991 seinen neuen Job als Schiffsführer bei der Forggenseeschifffahrt in Füssen antrat. Aktuell ist Unsin allerdings ganz froh, dass „ich nicht mehr raus muss“, sagte der 63-Jährige zum Wintereinfall, der noch einmal über die Region hereingebrochen ist. Der gebürtige Füssener ist aber auch dann nicht mehr mit an Bord, wenn es nach der ruhigeren Arbeitszeit im Winter im April wieder losgeht mit den Vorbereitungen auf die Sommersaison, die am 1. Juni starten und bis zum 15. Oktober dauern soll. Unsins letzter Arbeitstag war am 10. Februar, bevor er am 1. Mai offiziell in Rente geht.

19 Jahre Zimmermann

Sich und tausende anderer Menschen hat Unsin damit exakt 30 Jahre lang vornehmlich auf den Schiffen MS Stadt Füssen, MS Füssen und MS Allgäu über ein Element bewegt, mit dem man das Allgäu vielleicht nicht so stark verbindet wie andere Regionen Deutschlands.

Vor seiner Karriere als Kapitän arbeitete Unsin 19 Jahre lang als Zimmermann, bevor er sich zu einem Jobwechsel entschloss. 1991 ergriff er die Chance bei der Forggenseeschifffahrt, als diese einen neuen Schiffsführer suchte. Anschließend wurde er von seinem Kollegen Franz Ebentheuer „zwei, drei Monate lang intensiv“ in die hohe Kunst des Schifffahrens eingewiesen, nachdem er vorher höchstens einmal mit einem Schlauchboot unterwegs gewesen war.

Als Springer zwischen der MS Stadt Füssen, die später von der MS Füssen abgelöst wurde, und der MS Allgäu sowie im Bootsverleih reihten sich im Sommer viele Sechstagewochen und „auch mal eine Siebentagewoche“ aneinander, in denen Unsin seine Passagiere möglichst sicher und bequem über den großen Stausee manövrierte. Das sei „nicht immer ganz leicht“ gewesen, gibt Unsin zu. Er sei aber erleichtert, dass er „keine Unfälle gehabt“ habe, auch wenn es manchmal knapp davor gewesen sei. Immerhin habe der Verkehr auf dem See in den vergangenen Jahren „immer mehr“ zugenommen.

Allein an Bord

Der Kapitän musste bei seinen unzähligen Fahrten vom Fahren über den Ticket- bis zum Getränkeverkauf häufig „alles alleine machen.“ Deswegen sei es gut, dass man seit einiger Zeit bei Abend- und Sonderfahrten zu zweit an Bord ist.

Für seine Touren über den Forggensee, bei denen er insgesamt „rund dreimal um die Erde“ geschippert sei, habe Unsin das größte Schiff der Forggenseeschifffahrts-Flotte, die MS Füssen, bevorzugt. „Wenn man sie einmal drauf hat, fährt es sich besser“, erklärt der Kapitän, der in Lehern wohnt. Mit dem 38 Meter langen und acht Meter breiten Schiff könne man bei Sturm und Unwetter viel ruhigerer über die Wogen gleiten als mit der kleineren MS Allgäu, so der Schiffsführer.

Für die Forggenseeschifffahrt und seine ehemaligen Kollegen hofft Unsin, dass sie nicht wieder solche Zeiten wie in den Jahren 2018 und 2020 erleben müssen. Damals hatten ihnen zuerst die Sanierung des Staudamms und danach die Corona-Pandemie bei ihrem Job allen Wind aus den Segeln genommen.

lex

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