Füssener Jugendliche machen ihrem Ärger im Gespräch mit Stadträten Luft

Runder Tisch: Mehrere Jugendliche erzählen im Jufo den Stadträten Lothar Schaffrath (2. v. l.) und Ulrich Pickl (3. v. r.) was ihnen in Füssen fehlt. Foto: Berndt

Füssen –  Rund 15 Jugendliche haben sich kürzlich mit den SPD-Stadträten Lothar Schaffrath und Ulrich Pickl im Jugendtreff Jufo getroffen, um zu klären: „Was wünschen sich Füssener Jugendliche?“ und „Wo gibts Probleme?“

Der 16-jährige Deniz Yilmaz fühlt sich eigentlich ganz wohl in Füssen. Der Gymnasiast spielt in seiner Freizeit Fußball beim FC Füssen und hin und wieder besucht er auch den Jugendtreff Jufo an der Von-Freyberg-Straße. Doch wie einige seiner Altersgenossen hat auch er etliche Wünsche, während ihn manches in Füssen richtig stört. Deshalb diskutierte er zusammen mit knapp 14 anderen Mädchen und Jungen, moderiert vom Leiter des Jufos, Stefan Splitgerber, unter anderem über die Frage, welchen Stellenwert Jugendliche in Füssen besitzen. Das Resümee fiel schließlich ernüchternd aus. Ist es doch nach Meinung der jungen Leute im Wesentlichen so, wie Nina Fahrnholz, Erzieherin im Jufo, betonte: „Jugendliche werden in Füssen fast überall abgedrängt und nicht immer mit offene Armen empfangen.“ Die 24-Jährige kritisierte zudem, dass in Füssen „zu viel auf Tourismus und zu wenig auf die, die hier leben, ausgerichtet“ sei. Ein Jugendlicher ergänzte denn auch: „Wir Jugendlichen werden nur abgeschoben.“ Splitgerber machte dagegen deutlich, dass gerade dies im Jufo nicht passiere. So verwies er darauf, dass vor kurzem an Füssener Schulen und das Gymnasium Hohenschwangau Hunderte von Fragebögen verteilt worden seien. So bekamen die Zwölf- bis 17-Jährigen eine Gelegenheit ihre „Bedürfnisse und Wünsche“, was ihre Freizeit angehe, mitzuteilen. Yilmaz brauchte solch einen Fragebogen an diesem Nachmittag allerdings nicht. 

Vielmehr wandte er sich direkt an die Vorsitzenden des Jugend- beziehungsweise Migrationsbeirats der Stadt, Pickl und Schaffrath, und monierte: „Ein Hallenbad fehlt.“ Jedoch machten ihm Schaffrath und Pickl keine großen Hoffnungen darauf, dass solch eine Einrichtung in Füssen in absehbarer Zeit wieder eröffnet werde. Denn, so Schaffrath, dies sei „zu teuer“ und damit „unrealistisch“, wie Pickl ergänzte. „Gespräche sind die beste Lösung“, sagte Yilmaz dennoch. Mehrere Aussagen machten klar, wie negativ der Ruf des Jufo in der Stadt ist. Demgemäß unterstrich eine Teilnehmerin, dass „einige meiner Freundinnen denken, hier sind nur Assis“. Nicht nur der 15-jährige Jannis Gerlach fand dann auch am Ende: „Schade, dass nicht mehr hierher kommen.“ lex

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