Stadt Füssen und Bistum Augsburg sind uneins wegen des Baus einer Tiefgarage

Zeitplan für neues "Quartierszentrum" wackelt

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Die Kirche "Zu den Acht Seligkeiten" im Füssener Westen soll abgerissen und durch ein "Quartierszentrum" ersetzt werden. Ob mit oder ohne Tiefgarage ist allerdings die entscheidende Frage.

Füssen – Es war ein ambitionierter Plan, den Planerin Monika Beltinger Anfang Oktober für den Bereich der Kirche „Acht Seligkeiten“ im Füssener Westen präsentierte.

Demnach soll das Gotteshaus bereits heuer im Winter abgerissen und im Sommer 2020 mit dem Bau des geplanten „Quartierzentrums“ begonnen werden. Doch dieser Zeitplan ist womöglich nicht mehr zu halten – denn Stadt und Bistum Augsburg haben sich bislang nicht auf den Bau einer Tiefgarage einigen können. 

Doch diese ist für die Stadt eine entscheidende Voraussetzung, um das Gemeinschaftsprojekt mit der katholischen Kirche auf den Weg zu bringen, wie Bürgermeister Paul Iacob (SPD) vergangene Woche im Stadtrat klar machte. „Wir müssen eine klare Linie aufzeigen!“, betonte der Rathauschef. 

Verzichte man bei einem so großen Bauprojekt auf eine Tiefgarage, während man sonst beim Bau eines Mehrfamilienhauses mit fünf Wohnungen eine vorschreibe, sei das dem Bürger nicht mehr zu vermitteln. „Die Forderung des Stadtrates muss ganz klar sein!“ Ähnlich äußerte sich auch Christine Fröhlich von den Freien Wählern, die vorschlug, die Forderung nach einer Tiefgarage im Beschluss festzuschreiben. Dem kam das Gremium einstimmig nach.

Wie Planerin Monika Beltinger vom Memminger Planungsbüro LARS Consult zuvor erläutert hatte, habe sich die Finanzverwaltung des Bistum Augsburg aus Kostengründen gegen den Bau einer Tiefgarage ausgesprochen – es sei denn, die Stadt stemme den Bau alleine. „Wir haben das Problem, dass wir zwei Bauherren haben“, so Beltinger. „Wir müssen sehen, wie wir einen Lösungsweg finden – momentan haben wir eine Pattsituation.“ 

Aber wie bewertet die Diözese die Situation? Dort hält man sich bedeckt, will aber trotz der Differenzen offenbar an dem Projekt festhalten. „Die Diözese wird das Projekt ‚Zu den Acht Seligkeiten‘ planerisch gemeinsam mit der Stadt Füssen verfolgen. Daran hat sich durch die Positionierung des Stadtrats bezüglich der Tiefgarage nichts geändert“, teilte Dr. Karl-Georg Michel, Leiter der Pressestelle des Bistums, auf Anfrage des Kreisbote mit. „Wir werden diese Angelegenheit nun zunächst hausintern prüfen und abstimmen, bevor wir uns hierzu äußern.“ 

Am Stadtrat soll das Projekt ebenfalls nicht scheitern: Einstimmig stimmte er der städtebaulichen Grundlagenvereinbarung zwischen Stadt und Pfarrkirchenstiftung zu. 

Wie bereits mehrfach berichtet, soll die Kirche „Zu den Acht Seligkeiten“ abgerissen werden und an ihrer Stelle ein neues Pfarrzentrum mit pastoralem Begegnungsraum entstehen. Gleichzeitig soll der benachbarte und ebenfalls stark sanierungsbedürftige Kindergarten St. Gabriel abgerissen und durch eine neue Kindertagesstätte für sechs Gruppen ersetzt werden. 

Während der Bau des Pfarrzentrums Sache der Kirche ist, obliegt der Bau der Kindertagesstätte der Stadt. Die Planer sehen in diesen Projekt die Chance, dort ein modernes „Quartierszentrum“ zu errichten. „Eine wichtige Entwicklung für den Füssener Westen“, betonte Beltinger vergangene Woche. Daher haben Kirche und Stadt entschieden, einen gemeinsamen Planungswettbewerb auszuloben. „Ziel ist, gemeinsam ein Gesamtkonzept zu entwickeln“, so Beltinger.

Matthias Matz

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