Die wichtigsten Empfehlungen im Überblick

Coronakrise: Füssener Expertin gibt Erziehungstipps für Eltern

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Die Füssener KJF-Erziehungsberaterin erklärt, wie Eltern ihren Kindern in diesen außergewöhnlichen Zeiten Sicherheit vermitteln können.

Füssen/Landkreis – Seit mehr als sieben Wochen sind Kindertagesstätten und Schulen nun schon geschlossen und die Familien seitdem unter sich. Die andauernden Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie treffen Kinder besonders.

Gemeinsames Spielen, Toben, Rumrennen und Lachen mit Klassenkameraden und Freundinnen – das war mehr Leben! Kinder müssen viel Zeit zuhause verbringen. So manches Bedürfnis nach Kontakt, Zugehörigkeit oder Spaß bleibt auf der Strecke. Was macht das mit Kindern? Beraterin Elisabeth Frank-Keller von der KJF-Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Füssen gibt Tipps. 

„Die Ausgangsbeschränkungen und die möglichen Folgen der Corona-Pandemie konfrontieren Jungen und Mädchen mit ganz neuartigen Anforderungen“, erklärt die Beraterin. „Manche Bedürfnisse können nicht so gut befriedigt werden. Genau wie Erwachsene können auch Kinder dies als Stress und Verunsicherung erleben und entsprechend reagieren.“ 

Aggressionen oder Ängste gelten unter Experten als häufige Folgen. Was können Eltern tun? Eltern sollten in diesen Tagen besonders achtsam sein, wenn ihr Kind Ängste, aggressive Verhaltensweisen oder Stimmungsschwankungen zeigt, rät die Expertin. Auf Verunsicherung und Stress reagieren Kinder mit einem stärkeren Bedürfnis nach Bindung. 

Gerade bei kleineren Kindern werde das Bedürfnis nach Bindung zum überwiegenden Teil durch die Eltern gestillt, so die KJF Erziehungsberaterin. „Deshalb brauchen die kleineren Kinder jetzt ganz besonders das Gefühl von Sicherheit, Kontakt, Nähe und Geborgenheit“, betont Elisabeth Frank-Keller. 

Die KJF-Erziehungsberaterin Elisabeth Frank-Keller hat für Eltern in dieser belasteten Situation einige Tipps zusammengestellt:

• Finden Sie heraus, wie Sie trotz der schwierigen Situation Ihr eigenes Stressempfinden reduzieren können. Das ist die Voraussetzung, damit Eltern Stresssignale ihres Kindes frühzeitig erkennen und angemessen darauf reagieren können. Nehmen Sie sich beispielsweise kurze Auszeiten, in der etwa ein anderer die Kinder nimmt. Sie werden sehen: Wenn es Ihnen gut geht, profitiert davon automatisch Ihr Kind. 

Sich Zeit nehmen

• Nehmen Sie sich Zeit, den Kindern nahe zu sein und zu spüren, was in ihnen vorgeht oder was sie gerade brauchen. Nehmen Sie Ihre Kinder beispielsweise regelmäßig in den Arm, drücken sie diese und sagen, wie lieb Sie sie haben. Schenken Sie ihnen gerade jetzt besonders viel Nähe und Zuwendung.

• Rufen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einfach mal den besten Freund, die Oma oder eine andere wichtige Bezugsperson an. So zeigen Sie Ihrem Kind, dass die lieben Menschen im Umfeld alle noch da sind.

 • Erklären Sie Ihrem Kind die Hintergründe der Kontaktbeschränkungen. Eine Situation, die das Kind verstehen kann, fühlt sich weniger beunruhigend an. Im Internet gibt es inzwischen gut verständliche, kindgerechte Filmchen und Bilderbücher, die Corona erklären. Struktur beibehalten

 • Erhalten Sie weitgehend die Tagesstruktur und die Regeln, die vor sieben Wochen noch galten. Auch dies stärkt das Gefühl von Sicherheit und Orientierung. Für alle ist die aktuelle Situation ein enormer ständiger Anpassungsprozess. 

Für Eltern und Kinder in schwierigen Situationen bietet die KJF-Kinder- und Jugendhilfe eine Telefon- und Onlineberatung an. Das Angebot ist kostenlos. Eltern erreichen die Experten der KJF von Montag bis Freitag jeweils zwischen 8 und 12.30 Uhr sowie zwischen 13 und 17 Uhr unter der Telefonnummer 08362/38 424 oder der E-Mail-Adresse eb.fuessen@kjf-kjh.de. Zusätzlich kann auch die anonyme Onlineberatung unter www.caritas.de/onlineberatung genutzt werden.

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