Kloster St. Mang wird als »national wertvolles Kulturdenkmal« anerkannt

Füssener Rathaus: Auf einer Stufe mit Neuschwanstein

Altstadt von Füssen mit Kloster St. Mang
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Die Untere Denkmalschutzbehörde hat das ehemalige Kloster St. Mang, in dem sich das Füssener Rathaus befindet, als national wertvolles Kulturdenkmal anerkannt. Damit winken der Stadt bei der Sanierung des Gebäudes hohe Fördersätze.

Füssen – Das ehemalige Kloster St. Mang, in dem sich auch das Rathaus befindet, wurde als national wertvolles Kulturdenkmal anerkannt. Das heißt, es steht nun auf der gleichen Stufe wie Schloss Neuschwanstein oder das Brandenburger Tor. Als Baudenkmal gehört es aber nicht nur zu den Kulturgütern, die unter dem Schutz der Hager Konvention stehen. Für den Erhalt des Gebäudes stehen der Stadt nun auch ganz andere Fördermittel zu. Das gab Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) kürzlich im Bauausschuss bekannt. 

Der Stadtrat hat bereits im vorvergangenen Jahr beschlossen, für die anstehenden Sanierungsarbeiten im Klosterkomplex eine Machbarkeitsuntersuchung zu beauftragen (der Kreisbote berichtete). Dabei kam in der Vorabstimmung die Frage auf, ob das Baudenkmal nicht von größerer, ja vielleicht sogar nationaler Bedeutung ist.

Ende Mai bat die Stadtverwaltung deshalb die Untere Denkmalschutzbehörde am Landratsamt darum, das zu prüfen. Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil nahm sich daraufhin der Sache an und kam nun zu dem Schluss, dass „es sich bei dem Kloster St. Mang um ein national wertvolles Kulturdenkmal handelt“ und „die Voraussetzungen für eine Antragstellung bei Fördermittelgebern, die ,nationale Bedeutung‘ fordern, gegeben sind“.

„Als ganze Stadt können wir extrem stolz darauf sein“, freute sich Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) nun im Bauausschuss. „Historisch ist das eine sehr wertvolle Entscheidung.“ Das bringe zwar mit sich, dass die Stadtverwaltung gefühlt für jeden Nagel, den die Handwerker in die Wand schlagen wollen, eine Genehmigung einholen muss. Auf der anderen Seite ergebe sich dadurch aber auch ein ganz anderer Fördersatz.

Denn diese Arbeiten können künftig über das Denkmalpflegeprogramm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ mit teilweise deutlich höheren Zuwendungen bezuschusst werden. Der Bund hat das ins Leben gerufen, um den Erhalt von Baudenkmälern, Bodendenkmälern sowie historischen Parks und Gärten zu unterstützen, denen insbesondere aufgrund architektonischer, historischer oder wissenschaftlicher Leistungen eine herausragende Bedeutung zukommt. Von 1950 bis 2020 wurden mit Mitteln aus diesem Programm über 700 Kulturdenkmäler mit rund 387 Millionen Euro erhalten und restauriert, so die Stadtverwaltung.

Doch dabei bleibt es nicht. Diese Einstufung erleichtert der Stadtverwaltung auch den Zugang zu weiteren Fördertöpfen im Bereich der Denkmalpflege. Dazu zählen beispielsweise Landesstiftungen, Entschädigungsfonds und Stiftungsförderungen. Der Fördersatz kann so bis zu 70 Prozent und mehr der förderfähigen Kosten betragen.

Daneben rückt dadurch auch die historische Bedeutung der Stadt Füssen überregional in den Mittelpunkt. Schließlich wurde der Klosterkomplex nun in die gleiche Stufe eingeordnet wie Schloss Neuschwanstein, das Brandenburger Tor oder die Wieskirche.

kk

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