Das Kulturamt gibt einen Jahresüberblick – Ausschuss will Buchveröffentlichung anstoßen

Gut angekommen ist laut dem Kulturamt in diesem Jahr das Festival "vielsaitig" bei den Besuchern. Foto: Archiv

Füssen – 64.346 Euro haben der Stadt die Kulturveranstaltungen im abgelaufenen Haushaltsjahr gekostet. Das gab Karina Hager vom Kulturamt nun im Kulturausschuss bekannt. Die Summe schreckte jedoch keinen, denn es sei „normal, dass man bei der Kultur draufzahlt“, so Gabriel Guggenmos (SPD).

21 Veranstaltungen beim Festival „vielsaitig“, sieben Kaisersaalkonzerte, drei Theaterauf- führungen und neun Lesungen im Rahmen der Lesezeit hat das Kulturamt unter anderem im vergangenen Jahr ausgerichtet. Dabei kam vor allem das Festival „vielsaitig“ mit einer Auslastung von 80 Prozent gut bei den Besuchern an. Dank einer Spende über 18.000 Euro von einem überregionalen Sponsor konnte das Kulturamt hier noch eine zusätzliche Veranstaltung anbieten. Eine „enorme Medienresonanz“ hat laut Hager aber die Kombination Festival „vielsaitig“, die Sonderausstellung „Cremona – 500 Jahre Metropole des Geigenbaus“ und die Dauerausstellung „Füssener Lauten- und Geigenmacher“ ausgelöst. Das bringt Werbung für Füssen, meinte Bürgermeister Paul Iacob „die sonst nicht bezahlbar ist“. 

Ob man das Festival „vielsaitig“ nicht auf einem anderen Zeitpunkt verlegen könnte, wollte Stadtrat Dr. Martin Metzger (BFF) anschließend wissen. Schließlich seien während der Sommerferien viele Füssener vereist. Weil in der Zeit relativ viel los sei, hätten sie auch den Wunsch aus den Sommerferien herauszukommen, meinte Hager. Aber es gebe einfach so viele Komponenten zu beachten, dass das unmöglich sei. Im nächsten Jahr wird das Festival deshalb vom 28. August bis 7. September unter dem Motto „die Macht der Musik“ stattfinden. 

Auch die Veranstaltungen Lechflimmern, Bittersüß und LeseZeit werden in „bewährter Form und im vorgegebenen finanziellem Rahmen“ auf die Beine gestellt werden, erklärte Hager. Nur bei den Theaterveranstaltungen wird das Kulturamt die Konsequenz aus dem vergangenem Haushaltsjahr ziehen. Da eine sogenannte „offene Veranstaltung“ „sehr schlecht besucht war“, wird es so eine im nächsten Jahr nicht mehr geben. 

Eine Dokumentation über „Füssener Stadtmauer und Stadttore“ gab es in diesem Jahr im Füssener Museum. „Wichtige Spuren der Stadt öffentlich zu machen“ dürfe man nicht unterschätzen, meinte Riedmiller, denn sie tragen zur Identifikationsbildung der Bürger mit ihrer Stadt bei. Die Ausstellung zum 150. Geburtstag von Oskar Freiwirth-Lützow habe eine „prima Resonanz“ hervorgerufen, genau wie Cremona. Etwa 6500 Besucher habe sie laut Riedmiller angelockt. Dabei fiel besonders auf, dass viele Spezialisten zum Teil weit angereist waren, um sich die Ausstellung anzuschauen. Dafür habe das Kulturamt auch ein Heft herausgegeben. 

Dass die Stadt aber gerade kein aktuelles Buch im Bezug auf ihre Geigenbaukunst vorweisen kann, sei laut Riedmiller ein Manko. Neue Bücher über Füssen als Wiege der europäischen Geigenbaukunst gibt es durchaus auf dem internationalen Markt, nur stammt keines davon aus Füssen. Die beiden Publikationen von 1978 seien längst veraltet. Deshalb schlug Riedmiller dem Gremium vor ,solch ein Projekt „anzuleiern“. Ihm schweben dabei zwei Bücher vor: einen offiziellen Band, der um die 250 Seiten fasst und ein „Abfallprodukt“ für die Touristen. Das soll „nicht so ins Wissenschaftliche gehen“ und für „9,90 Euro“ an der Museumskasse verkauf werden. Dafür müsse die Stadt mit rund 30.000 Euro in den nächsten Jahren rechnen. Allerdings wolle man auch nach Sponsoren suchen.

„Wir für uns wissen, dass es notwendig ist für unsere Region“, meinte Bürgermeister Paul Iacob. Das sahen auch die Räte so. Allerdings schieden sich die Geister beim Geld. Während Brigitte Protschka (SPD) meinte, dass sich Füssen durchaus erlauben dürfte etwas mehr Geld für den „wichtigen Faktor“ Kunst auszugeben, meinte Klaus Keller (FW), dass die Stadt jedes Jahr vom Budget etwas Geld für das Projekt abzwacken sollte. Dabei dürften die Kosten aber nicht wie beim Holzpavillon „von 400.000 Euro auf 800.000 Euro“ ansteigen. „Wir wollen nicht mehr Geld“, dass Projekt müsse im Budget bleiben, stellte Iacob klar. Momentan gehe es aber darum, ob das Projekt überhaupt in Frage kommt. Daraufhin gaben die Stadträte einstimmig grünes Licht und beauftragten die Verwaltung entsprechende Fakten zusammenzutragen.  kk

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