Kulturamt stellt Programm für 2018 vor

"Inspirationsquelle für das Leben"

+
Vor allem die „Teestunden”, die Studierende der Meisterkurse beim Festival „vielsaitig” in der Orangerie der Stadtbibliothek gestalten, kamen heuer besonders gut beim Publikum an.

Füssen – Auf das Kulturjahr 2018 hat jetzt das Füssener Kulturamt in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses geblickt. Die Verantwortlichen haben sich auch im kommenden Jahr das Ziel gesetzt „das hohe Niveau” des städtischen Kulturprogramms zu halten, unterstrich Bürgermeister Paul Iacob (SPD).

Bei der harmonisch verlaufenden und zügig über die Bühne gehenden Sitzung wurde deutlich: ohne Sponsoren kann die Kleinstadt Füssen auch weiterhin kein Programm in großstädtischer Qualität auf die Beine stellen. Dabei wurde auch deutlich: Nicht nur große Firmen wie EWR aus der Region unterstreichen mit ihrem Beitrag den Wert von Kunst und Kultur. Es gibt auch private Geldgeber, die dazu beitragen, den Topf zu füllen. Dabei plädierte Dr. Christoph Böhm (CSU), dem als Philologe der Begriff „Sponsor“ nicht gefällt, künftig von „Mäzenen” zu sprechen, die es erst möglich machten, dass zum Beispiel Instrumentalisten von internationalem Rang beim Festival „vielsaitig” und bei den „Kaisersaalkonzerte” in Füssen gastierten, wie er erklärte. 

Beide Musikveranstaltungen werden wirtschaftlich durch vergleichsweise kleine Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt unterstützt. „Das Geld muss es uns wert sein“, erklärte Wolfgang Bader (SPD). Ins selbe Horn stieß Michael Jakob (CSU). „Dieses Geld ist gut angelegt!“, betonte er. Beide Reihen konnten 2017 nicht kostendeckend aus den Einnahmen und anderen Geldmittel bestritten werden. Bei den Kaisersaalkonzerten wurde allerdings der eingeplante Zuschuss von 30.000 Euro unterschritten, wie Kulturamtsleiterin Karina Hager erklärte. Bader und Jakob meinten weiter, dass solche Zuschüsse immer im Zusammenhang mit dem dafür festgesetzten Prozentanteil im Haushalt gesehen werden müssten. Dieser liege derzeit bei 3,62 Prozent, so Hager. 

Mithilfe ist gefragt

Wie Museumsleiter Dr. Anton Englert in seinem Rückblick erfreut kommentierte, „besuchen die Füssener Bürgerinnen und Bürger unsere Ausstellungen“. Als Beispiel nannte er die Schau über den Lech, die vor kurzem zu Ende gegangen sei. Daneben rief Englert zur Mitarbeit auf. „Mit Dokumenten im persönlichen Besitz, die unserem Museum zur Verfügung gestellt werden, kann zu solchen Ausstellungen zur Stadt- oder Regionalgeschichte beigetragen werden.“ Das könnten zum Beispiel Briefe sein. „Wir sind für solche Quellen dankbar.“ 

In seiner Vorschau hob Englert neben der alljährlichen Werkschau des Berufsverbands Bildender Künstler (BBK) Allgäu Schwaben Süd, die am 13. April beginnt und in welcher der „Füssener Preis für aktuelle Kunst“ vergeben wird, noch eine weitere Ausstellung hervor. „Es geht um die Regel des Heiligen Benedikt. Dazu können wir im Sommer 2018 ein in Füssen entstandenes Schriftstück präsentieren.” Dadurch könne das Museum die zentralen Inhalte des Regel des Heiligen Benedikt vermitteln. „Das sind Zeugnisse einer über tausendjährigen Tradition im Füssener Land. Das ist darüber hinaus eine Inspirationsquelle für das eigene Leben”, fügte der Museumsleiter hinzu. Das alte Schriftstück stammt aus dem 9. Jahrhundert. „Als Ausstellungsort ist die Schatzkammer unseres Museums vorgesehen“, sagte Englert gegenüber dem Kreisbote. 

Neues Motto lautet Prisma 

Unter dem Motto „Staunen“ hatte heuer das Füssener Festival „vielsaitig“ zu Konzerten in den Kaisersaal gelockt. Ein ganz besonderer Magnet, wie die Kulturamtsleiterin in ihrem Rückblick unterstrich, war die „Teestunde“ in der Orangerie der Stadtbibliothek. An vier Nachmittagen hatten sich zum Teil so viel Publikum bei freiem Eintritt eingefunden, dass die Konzerte der Meisterkurs-Studierenden mit Platzkarten geregelt werden mussten. Einen ähnlich großen Erfolg verspricht sich das Kulturamtsteam auch vom Festival „vielsaitig” 2018: Das Motto lautet dann „Prisma“. Wie Hager mit Blick auf die Kaiserssaalkonzerte mitteilte, stieg die Zahl der Abos innerhalb von wenigen Jahren von 13 auf 46 an. Damit sei nun ein Drittel der Plätze im historischen Konzertsaal nicht mehr im freien Verkauf verfügbar. 

Doch auch für Kinder und Jugendliche habe das Kulturamt etwas im Gepäck. Sie dürfen sich laut Hager erneut auf Gastspiele des Landestheaters freuen. Mit dabei sei das Stück „Das kleine Gespenst“, informierte Hager.

Chris Friedrich

Auch interessant

Meistgelesen

Füssener Grenztunnel wird gesperrt
Füssener Grenztunnel wird gesperrt
Der einzige Viehmarkt im Allgäu
Der einzige Viehmarkt im Allgäu
Heimspiel für Markus Söder in Wertach
Heimspiel für Markus Söder in Wertach
Innovatives Trailer Spray System sorgt für Sicherheit
Innovatives Trailer Spray System sorgt für Sicherheit

Kommentare