Gelungenes Kopfkino

Füssener »LeseZeit« kehrt mit »Die Gespenster-Rikscha« aus der Sommerpause zurück

Martin Harbauer
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Martin Harbauer stellt in der Orangerie erneut seine Vortragskunst unter Beweis.
  • VonAlexander Berndt
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Füssen – Früher als sonst ist die „LeseZeit“, welche die Füssener Stadtbibliothek in Kooperation mit dem Verein „Leszeichen“ veranstaltet, aus der Sommerpause zurückgekehrt. Der Grund dafür sei, dass man nicht wisse, „was im Oktober los ist“, erklärte die Leiterin der Bibliothek, Sabine Frey, die damit auf die Corona-Situation Bezug nahm. In der jüngsten Sitzung las Martin Harbauer las die Erzählung „Die Gespenster-Rikscha“ von Rudyard Kipling.

Die rund 20 Besucher saßen, wenn auch nicht mit Gesichtsmaske, so doch nach wie vor mit gebührendem Abstand in der Orangerie des ehemaligen Klosters St. Mang, als der gelernte Schauspieler und Radiosprecher ihnen gut eine Stunde lang die Geschichte des 1907 mit dem Literatur-Nobelpreis bedachten britischen Schriftstellers in gewohnt professioneller Manier näher brachte.

Fast wie eine szenische Lesung präsentierte er die Erzählung über den jungen Londoner Theobald Jack Pansay, der sich im Indien der Kolonialzeit eines Tages brüsk von seiner Geliebten Agnes Keith-Wessington abwendet und sich mit Kitty Mannering verlobt. Harbauer ließ ihre Figuren mit unterschiedlichen Stimmen zu Wort kommen und agierte auch mit viel Mimik und Gestik.

Den Zuhörern servierte er damit erneut eine unterhaltsame Vorstellung und „Kopfkino“. Nachdem Agnes kurz nach Jacks Abweisung gestorben war, verfolgte das Publikum, wie der Protagonist mit zunehmender Dauer der Geschichte mehr und mehr geistesverwirrt wurde und immer wieder eine Gespenster-Rikscha mit seiner früheren Geliebten sah. Schließlich wunderte es nicht, dass Harbauer für seine Lesung langen, kräftigen Beifall bekam.

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