Bahnhof: Gäste erhalten "grauenhaften Eindruck"

Reges Interesse zeigten die Füssener dieses Jahr an der Bürgerversammlung. Während sich 2012 nur rund 30 Bürger versammelten, sprach Bürgermeister Paul Iacob (rechts) heuer vor vollem Haus. Foto: Knoll

Füssen – Ob die Rotbuche in der Hinteren Gasse, der Bahnhof oder zu wenig neue Arbeitsplätze im Gewerbepark Allgäuer Land: Die Füssener haben am Montag auf der Bürgerversammlung im Haus Hopfensee ihrem Ärger Luft gemacht. Dabei löcherten sie Bürgermeister Iacob rund zwei Stunden lang mit Fragen.

Für Empörung bei einigen Füssenern hat vergangene Woche die Fällung der 200 Jahre alten Rotbuche auf dem Gelände der ehemaligen Sparkasse gesorgt (der Kreisbote berichtete). Zu einem Gedenkmarsch hatte deshalb Angelika Flierl aufgerufen. Doch damit nicht genug. Bei der Bürgerversammlung gab sie nun Bürgermeister Paul Iacob eine Teilschuld daran. Hätte er schließlich wie in seinem Wahlprogramm versprochen, eine Baumschutzverordnung eingeführt, hätte die Buche auf dem Privatgrund nicht gefällt werden dürfen, meinte sie. 

Eine Baumschutzverordnung hätte der Stadtrat 2011 mit eindeutiger Mehrheit abgelehnt, verteidigte sich Iacob. Stattdessen hätten sich die Räte für eine Verordnung für Pflege und Schutz von öffentlichen Bäumen eingesetzt. Das heißt, wenn ein Baum gefällt werden muss, wird er durch einen neuen ersetzt. „Wir schützen Bäume wo es möglich ist“, sagte Iacob. „Wir können aber nicht ins Privateigentum eingreifen“, fügte er an, was ihm lauten Beifall vieler Anwesenden einbrachte. 

Bahnhof: Dreckschicht an der Eingangstür

Dass sich endlich was am Bahnhof tun müsste, war von vielen Bürgern nicht nur auf der Bürgerversammlung, sondern auch nach der Veranstaltung im Shuttlebus zu hören. „Wie viele Betreute Wohnblöcke” die Baufirma noch in Füssen bauen dürfe, bis sie endlich den Bahnhof in Angriff nehme, wollte Rudolf Vieweger von Iacob wissen. Außerdem bekommen Touristen hier einen „grauenhaften Eindruck” von der Stadt, wenn sie in Füssen aus dem Zug aussteigen, fügte Hilde Brötzner hinzu. Allein an der Eingangstür befinde sich eine dicke Dreckschicht. Auf das anstehende 125-jährige Jubiläum der Bahnlinie Füssen – Marktoberdorf im kommenden Jahr verwies außerdem Adrian Ahme. Dann sollte sich doch der Bahnhof in einem besseren Zustand präsentieren. 

Der Bahnhof sei „völlig unabhängig von jeder anderen Bebauung, meinte daraufhin Iacob. „Wir verquicken nicht das Eine mit dem Anderen”. Da es sich hier aber um Privateigentum handle, „könne man nichts machen“, fügte der Rathauschef an. Er sei selbst traurig über die Situation, man habe viel versucht und es sei eine „Schande, wenn man auf den Bahnhof muss“. Er werde aber „alles tun, dass wir einen einigermaßen sauberen Bahnhof haben”, versprach er. 

Ein Dorn im Auge waren Rudolf Viehweger zudem die Firmen, die sich im Gewerbepark Allgäuer Land ansiedeln. Das seien zu 90 Prozent Umzüge innerhalb von Füssen. So würden keine neuen Arbeitsplätze entstehen, beschwerte er sich. Das „Highlight“ sei für ihn nun die Waschanlage, die wahrscheinlich nur zwei Leute beschäftigen werde. 

Ein Ziel des Gewerbeparks sei es auch, neue Arbeitsplätze in der Region zu schaffen, gab der Füssener Bürgermeister zu. Deshalb hätte er zusammen mit den anderen zehn Mitgliedsgemeinden beispielsweise eine Tankstelle abgelehnt, die dorthin ziehen wollte. Beim Autohaus Heuberger ging es um den Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen. Bei der Waschanlage wisse er jedoch nicht genau, wie viele Arbeitsplätze hier hinzukommen werden, gab der Rathauschef zu. kk

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