In diesem Jahr finden keine Bauarbeiten statt

Mitterseebad: Denkmalschutz entscheidet

+
Still ruht der Mittersee. Dabei wird es auch vorerst bleiben - zumindest bis das Denkmalamt eine Entscheidung getroffen hat.

Füssen – Stillstand am Mittersee: Weil das Landesamt für Denkmalpflege derzeit prüft, ob es sich bei der maroden Badeanstalt aus den 1920er Jahren womöglich um ein Baudenkmal handelt, hat der Stadtrat am Dienstagabend die geplanten Sanierungsarbeiten bis zu einer Entscheidung der Denkmalbehörde ausgesetzt.

Grundsätzlich hält das Gremium aber an dem 2016 beschlossenen Sanierungskonzept fest. Eine planmäßige Eröffnung des Schwimmbads am 15. Mai ist durch diese Entwicklung aber nicht mehr möglich. 

Bis auf den Abriss des maroden und erst nachträglich errichteten Küchenanbaus werden in diesem Jahr nach keinerlei Bauarbeiten im Mitterseebad stattfinden. Wie Hauptamtsleiter Peter Hartl den Ratsmitgliedern am Dienstagabend berichtete, liege zwar mittlerweile die Baugenehmigung für die ursprünglich bereits für vergangenen Herbst vorgesehenen Abriss und Verlegung des Sanitärtraktes durch das Landratsamt vor. 

Allerdings habe sich unterdessen auf Anregung der Kreisbehörde auch das Landesamt für Denkmalpflege eingeschaltet und wolle nach einer ersten Ortsbesichtigung nun zeitnah prüfen, ob es sich bei der historischen Badeanstalt um ein Baudenkmal handelt. Nach Ansicht der Experten bestehe demnach eine begründete Vermutung, dass dies tatsächlich der Fall sein könnte. Bis zur endgültigen Klärung sollen daher keine Arbeiten im Bad stattfinden. „So lange da nichts geklärt ist, werden wir nichts machen“, sagte Hartl. Lediglich der Anbau soll „so schnell wie möglich“ abgerissen werden.

An Konzept fest halten 

Grundsätzlich aber will die Verwaltung an dem im Oktober 2016 beschlossenen 400.000 Euro teuren Sanierungskonzept festhalten, wie der Hauptamtsleiter deutlich machte. Damit dürfte ein Antrag der IG Mittersee vom Tisch sein. Die Frauen der Interessengemeinschaft hatten einen sofortigen Baustopp gefordert. Vor allem sprachen sich die sechs Mitglieder in Antrag von Anfang April gegen eine Verlegung der Sanitäranlagen und eine Erweiterung der Gastronomie und der Sitzplätze aus. Stattdessen sollten die Sanitäranlagen an Ort und Stelle saniert werden. 

Nach Aussage der Stadtverwaltung sei dies aufgrund der instabilen Bodenbeschaffen jedoch nicht möglich (der Kreisbote berichtete mehrfach). Die ebenfalls kritisierte Erweiterung der Gastronomie sei hingegen bereits beschlossen und genehmigt worden. Außerdem sei sie unerlässlich, um das Bad zu erhalten und einem Pächter einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen. 

Apropos Pächter: Eigentlich sollte der Stadtrat am Dienstag im nichtöffentlichen Teil beraten, wer von den fünf Bewerbern den Zuschlag erhält. Wegen der nun völlig veränderten Ausgangssituation strich Bürgermeister Paul Iacob (SPD) diesen Punkt allerdings von der Tagesordnung. Stattdessen sollen nun Gespräche mit den Bewerbern geführt werden, wer überhaupt bereit ist, unter diesen Bedingungen den Kiosk zu betreiben. „Es geht dabei um eine Minimalversorgung“, erklärte Iacob nach der Sitzung gegenüber unserer Zeitung. Fest stehe aber schon jetzt, dass der geplante Eröffnungstermin (15. Mai) nicht zu halten sei. „Das ist unmöglich!“ 

Die Stadträte waren zuvor mehrheitlich der Empfehlung der Stadtverwaltung gefolgt und hatten bei zwei Gegenstimmen von Magnus Peresson (UBL) und Dr. Christoph Böhm (CSU) für das genannte Vorgehen gestimmt. Böhm beantragte indes, einen Aufschub der Arbeiten bis Herbst 2020 zu beschließen. Dann könne sich der neue Stadtrat mit dem Thema neu befassen. Iacob entgegnete: „Dann werden wir mit 99-prozentiger Garantie bis 2021 keinen Badebetrieb haben. Das sind die Konsequenzen!“ Hauptamtsleiter Hartl ergänzte: „Wenn wir keinen Pächter unter den Bedingungen finden, haben wir auch keine Badeaufsicht.“ Ohne die gebe es aber auch keinen Badebetrieb. Mit großer Mehrheit (außer Magnus Peresson) lehnte das Gremium daraufhin Böhms Antrag ab.

 Die Mitglieder der IG Mittersee sind indes zufrieden mit dem jetzt gefassten Beschluss. Ihr Ziel sei erreicht, auch wenn die Ausführung noch unklar sei, teilten sie auf Nachfrage mit.

mm

Auch interessant

Meistgelesen

BLZ verhagelt den Füssener Haushalt
BLZ verhagelt den Füssener Haushalt
Schwangauer CSU hat Nachhaltigkeit und Regionalität im Blick
Schwangauer CSU hat Nachhaltigkeit und Regionalität im Blick
Krönender Abschluss der fünften Jahreszeit in Hopferau
Krönender Abschluss der fünften Jahreszeit in Hopferau
Füssen: Surfen auf der "Grünen Welle"
Füssen: Surfen auf der "Grünen Welle"

Kommentare