Pächtersuche für das Mitterseebad läuft

"Wir müssen das machen"

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Der Sanitärtrakt des Mitterseebades soll heuer abgerissen und neu gebaut werden. Außerdem soll ein neuer Pächter das Bad künftig betreiben.

Füssen – Um die Sicherheit der Dämme am Ober- und Mittersee zu gewährleisten, müssen diese untersucht werden. Dafür werden die Weiher im April abgestaut.

„Im Sommer ist aber schon wieder Wasser drin“, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) auf Nachfrage des Kreisbote. Der Badebetrieb sei damit gesichert. Unterdessen sucht die Verwaltung weiter nach einem neuen Pächter für das Bad. Am gestrigen Freitag endete die Ausschreibung.

 Nach Angaben der Stadtverwaltung haben sich bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe am Donnerstagnachmittag zwei Interessenten für den Betrieb des Naturfreibads und des dazugehörenden Kiosks beworben. Die Bewerbungen sollen nun zunächst vom Bürgermeister geprüft und am 30. April dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden. Am 15. Mai soll der neue Pächter für zunächst zwei Jahre seine Arbeit antreten. 

Wenn derzeit auch noch unklar ist, wer Bad und Kiosk künftig pachten wird, steht fest, wer die bei Einheimischen und Touristen beliebte Einrichtung in Zukunft nicht mehr betreiben wird – die bisherige Pächterin Barbara Weyerer. Wie sie gegenüber dem Kreisbote erklärte, habe sie sich nicht noch einmal beworben. Ausschlaggebend dafür seien zum einen die neuen, veränderten Konditionen gewesen. Zum anderen das Risiko, dass heuer wegen der Bauarbeiten die Besucher ausbleiben könnten. 

Außerdem habe sie sich bereits im vergangenen Jahr mit einem Konzept für den Betrieb des Bades beworben. Doch dann habe die Verwaltung die Verpachtung erneut ausgeschrieben. „Ich muss nicht darum betteln“, sagte sie. Der Entschluss sei endgültig. Auf Facebook hat sie sich bereits in einem emotionalen Beitrag verabschiedet. „Es war unser Zuhause und es wird uns allen sehr fehlen, aber vielleicht ist es besser so“, heißt es dort unter anderem. 

Mit einem neuen Pächter soll das Bad im Sommer auch neue Sanitäreinrichtungen bekommen. So sollen die alten Toiletten und Duschen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden (der Kreisbote berichtete mehrfach). „Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen sein“, so Felix Blersch, Pressesprecher der Stadt. Doch der Neubau des Sanitärtraktes ist nicht die einzige Maßnahme, die heuer vorgenommen werden muss. Das Landratsamt habe die Stadt darauf aufmerksam gemacht, dass ingenieurtechnische Nachweise für die Dammanlagen des Ober- und Mittersees notwendig werden, erklärte Baumamtsleiter Armin Angeringer jetzt im Stadtrat. 

Nachdem Extremwetter Stauanlagen und Dämme in ganz Bayern beschädigt hatte, hatte das Bayerische Umweltministerium 2017 die Wasserwirtschaftsämter angewiesen ihre Stau- und Weiheranlagen zu kontrollieren. Im Zuge dessen schauten sie sich auch die Dämme am Ober- und Mittersee an, die unmittelbar hintereinander liegen. Und obwohl der Damm am Mittersee mächtig sei, beurteilen die Fachleute die Situation kritisch, weil es vor Ort keine Hochwasserentlastungsanlagen gibt. 

Und da unterhalb des Mittersee-Damms ein Naherholungsgebiet, eine Minigolfanlage und das Wohngebiet Bad Faulenbach liegen, wurden beide Anlagen in das mittlere Gefährdungspotential eingestuft. Als Eigentümer der Badeanlagen muss die Stadt nun die Sicherheitsnachweise nach der sogenannten DIN 19700 erbringen. Konkret heißt das, dass das Rathaus Nachweise für Standsicherheit der Dämme vorlegen muss. Dafür müssen Fachleute die Anlagen vermessen, hydraulische Berechnungen vornehmen und eine Betriebsvorschrift erstellen, die auch Handlungsanweisungen für den Gefahrenfall enthält. 

Da in Bad Faulenbach Hochwasserentlastungsanlagen fehlen, muss die Stadt zudem einen Nachweis vorlegen, dass das zulässig ist. Die Untersuchungen sollen ergeben, ob die Anlagen sicher sind, oder ob sie saniert werden müssen und zusätzliche Hochwasserentlastungsanlagen notwendig werden. 

Dabei kann die Verwaltung auf finanzielle Förderung hoffen: Die Untersuchungen werden mit 75 Prozent, die Mängelbehebung in der Regel mit 50 Prozent bezuschusst, erklärte Angeringer. Weiher werden abgestaut Nachdem im Februar das Gehölz im Dammbereich bereits gerodet und die Angebote für die Untersuchungen geprüft wurden, sollen im April die Weiher abgestaut und die Dämme vermessen werden. In dem Zug könnten dann auch gleich Laub und Schlamm aus den Seen geschaufelt werden, so der Rathauschef. 

Läuft alles nach Plan, sollen im Frühjahr 2020 die Untersuchungsergebnisse mit den weiteren Empfehlungen auf dem Tisch liegen. „Aus Sicherheitsgründen müssen wir das machen“, erklärte Iacob. Passiert etwas, ist der Eigentümer verantwortlich – in diesem Fall die Stadt. „Der Badebetrieb ist möglich“, antwortete der Rathauschef auf die Frage von Stadträtin Christine Fröhlich (FWF). „Ab wann, kann ich nicht sagen.“ 

Denn die Messungen könnten eben nur im Sommer vorgenommen werden. Nach den Untersuchungen sollen die Seen aber sofort wieder aufgestaut werden. Was anschließend gemacht werden muss, sollen die Untersuchungen zeigen. Für dieses Vorgehen erteilten die Ratsmitglieder einstimmig ihre Zustimmung.

kk/mm



Diskussion um die Sanierung des Naturfreibades kocht wieder hoch

Füssen – Kaum hat sich die Diskussion um das Strandbad in Hopfen beruhigt, rückt das Mitterseebad wieder in den Blickpunkt: Mit einem Eilantrag an Verwaltung und Stadtrat wollen die „Mittersee-Damen“ die geplanten Sanierungsarbeiten im Mitterseebad noch vor Beginn stoppen. Der Antrag soll in der kommenden Woche eingereicht werden. Nach Auffassung der sechs Frauen, die sich seit Jahren für den Erhalt des Naturfreibades in Bad Faulenbach einsetzen, werden durch die ab diesem Jahr geplanten Arbeiten die 2016 gefassten Beschlüsse zu Sanierung und Erhalt des Bades nicht eingehalten, ließen sie jetzt verlauten. Vor allem kritisieren sie den geplanten Wintergarten beim Kiosk sowie die vorgesehene Vergrößerung des Gastraums um 22 Sitzplätze. Auf die Sanierung des Bades hatte sich der Stadtrat 2016 nach monatelangen Diskussionen mehrheitlich geeinigt.

mm

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