Zwei Fliegen mit einer Klappe

Fachleute diskutieren den behindertengerechten Ausbau des Füssener Oberseebads

Menschen im Füssener Oberseebad
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Bürgermeister Maximilian Eichstetter (v.l.), Sachverständiger Erwin Wiedermann, die beiden Berater des VdK, Christine Halaby und Reiner Schweiger, sowie Bauhofleiter Uwe Fuchs bei der Besichtigung des Oberseebades.

Füssen – Die Badeanstalt am Obersee soll bekanntlich behindertengerecht ausgebaut werden. Bei einem Ortstermin ließ sich Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) kürzlich von Christine Halaby und Reiner Schweiger, beides Berater für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum beim VdK, erklären, wie das umgesetzt werden kann. 

Drei Dinge müssen demnach angegangen werden, waren sich die Beteiligten einig: der Weg vom Eingang zur Liegewiese soll rollstuhlgerecht ausgebaut, ein Behinderten-WC eingebaut und ein barrierefreier Badezugang geschaffen werden. Die Arbeiten werden im Zuge der Sanierung des Oberseebades (der Kreisbote berichtete) vollzogen. Bürgermeister Eichstetter freut sich nach eigener Aussage, dass das Vorhaben nun endlich umgesetzt wird. Vor allem die Füssener Familien würden von der Modernisierung der Badeanstalt profitieren.

Das Hauptproblem beim Weg vom Eingang des Bades zur Liegewiese ist, dass dieser derzeit für Rollstuhlfahrer zu steil ist. Deshalb soll die Wegstrecke vom Eingang bis zum Anfang der Liegewiese durch einen Bogen verlängert werden, die Treppen vom oberen Teil der Badeanstalt zur Liegewiese abgebaut und der Weg von dort bis zum Wasser erweitert. Damit die Rollstuhlfahrer nicht den kompletten Weg auf einmal bewältigen müssen, soll zusätzlich nach sechs Metern ein Podest mit einer Länge von 1,5 Meter eingebaut werden. Der Weg wird eine Mindestbreite von 1,25 Meter haben, als Absturzsicherung dient ein Geländer, das installiert wird.

Barrierefreier Zugang

Um Rollstuhlfahrern nicht nur das Erreichen der Liegewiese zu ermöglichen, sondern auch das Schwimmen, soll zudem ein barrierefreier Badezugang geschaffen werden, so die Pläne. Umgesetzt werden soll dies mit Hilfe einer Rampe mit Geländern. Die dritte Maßnahme, um die Badeanstalt behindertengerecht auszubauen, ist der Einbau eines barrierefreien Badezimmers, welches den Mitarbeitern der Badeanstalt und Behinderten vorbehalten ist.

Die geplanten Maßnahmen sind Teil der Sanierung des Oberseebades. „Die Sanierung an sich wird durch den behindertengerechten Ausbau nicht teurer“, betont Eichstetter. „Indem wir das Bad jetzt gleich behindertengerecht gestalten, schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe.“ Für die Sanierung hat der Stadtrat 500.000 Euro bereitgestellt.

Der Rathauschef freut sich, dass nach seiner Überzeugung vor allem die Füssener Familien von der Sanierung der beliebten Badeanstalt profitieren werden. Die Arbeiten sollen Mitte November ausgeschrieben werden, die Fertigstellung ist für kommendes Frühjahr geplant. Eichstetter drückt schon jetzt aufs Gaspedal: „Alles, was wir dieses Jahr machen können, machen wir auch dieses Jahr!“

kb

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