Füssens Polizeichef zieht Bilanz

Der Königswinkel nach Corona: Wildcamper und Denunzianten

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Nach den Lockerungen der coronabedingten Beschränkungen pünktlich zu den Pfingstferien behalten die Beamten der Polizeiinspektion Füssen Einheimische und Gäste im Blick.

Füssen/Landkreis –„Deutschland hat aufgemacht und die Leute sind gekommen“, fasste Edmund Martin, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Füssen, den Auftakt der Pfingstferien zusammen, als die Bayerische Staatsregierung die Beschränkungen im Zuge der Corona-Krise gelockert hatte.

Allerdings sei der Ansturm unterm Strich nicht so stark gewesen, wie die Polizei anfangs befürchtet hatte, informierte Martin jetzt die Bürgermeister der Mitgliedskommunen in der Sitzung des Zweckverbands Allgäuer Land (ZVAL). Um zu kontrollieren, ob Urlauber, Gäste und Einheimische auch die virusbedingten Verordnungen – insbesondere die Abstandsregeln – einhalten, war die Polizei beispielsweise in der Fußgängerzone Füssen unterwegs, setzte Fahrradstreifen ein und flog mit dem Hubschrauber Berghütten ab (der Kreisboteberichtete mehrfach). Martins Fazit zu Letzterem: „Im Großen und Ganzen hat das schon gepasst.“ Auch wenn es ein paar Ausreißer gab. 

Außerdem erhielten die Füssener Ordnungshüter Unterstützung von der Bereitschaftspolizei. Auffällig war dabei: „Gestiegen ist das Denunziantentum. Es gibt viele, die sich beschweren“, so der PI-Leiter. „Wir nehmen jeden Fall auf und ernst.“ Manche Beschwerden seien aber „an den Haaren herbeigezogen.” 

Martin stellte allerdings auch klar: „Wir können nicht immer und überall sein.“ Deshalb appellierte er an die Selbstverantwortung beispielsweie von Erlebnisbadbetreibern, Bergbahnbetreibern oder auch Kutschfahrern. Alle Hände voll zu tun haben die Füssener Beamten derzeit auch mit zahllosen Wildcampern, die nach den Corona-Lockerungen ihre Zelte an den Seen im südlichen Ostallgäu oder in den Bergen – oft in Landschaftsschutzgebieten – aufschlagen. 

Als Hotspot habe sich dabei der Hegratsrieder Weiher entpuppt, informierte Martin die anwesenden Bürgermeister. Gar 24 Übernachtungsgäste traf die Alpinpolizei jüngst auch bei einer Kontrolle auf der Säulingswiese an. Seine Lösung: „Repressive überwachen. Mehr kann man nicht tun!“ Denn wer beim Campen im Landschaftsschutzgebiet erwischt wird, muss mit Bußgelder um die 350 Euro rechnen. „Das tut richtig weh“, so der PI-Leiter. Die Polizei intensiviere deshalb Streifendienst und Verkehrsüberwachung. 

Doch auch die Bürgermeister selbst könnten aktiv werden, wandte sich der Polizeichef an die Anwesenden. Wenn sie ein Foto der Wildcamper mit Ort- und Zeitangabe an die Beamten schicken, würden diese eine Anzeige aufnehmen.

kk

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