Wohnungen statt Tennisplätze

Der Sport steht im Vordergrund

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Die Tennishalle Füssen (links) liegt unmittelbar neben dem Bundesleistungszentrum für Eishockey und Curling. In seiner Stellungnahme stellte Kreisbaumeister Anton Hohenadl klar, dass es durch den Neubau zu keinen Einschränkungen im Sportbetrieb kommen dürfe.

Füssen – Den Weg frei gemacht für ein Wohnhaus mit zwei Tennisplätzen und 36 Wohnungen hat der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Das soll dorthin kommen, wo derzeit noch die Tennishalle steht.

Und mit der Entscheidung, die die Räte jetzt fällten, sind sie dem ein Stückchen näher gekommen: Einstimmig segneten sie den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan W 27 – Am Kobelhang ab. Da dieser Bereich im Bebauungsplan (B-Plan) bislang als „Sondergebiet für Sporteinrichtungen“ ausgewiesen ist, muss die Stadt für den Neubau erst den Bebauungsplan ändern. 

Nach der öffentlichen Auslegung des B-Plans wägten die Räte jetzt die Einwände des Kreisbaumeisters Anton Hohenadl und die Anmerkungen der Unteren Immissionsschutzbehörde ab. Dabei ging es hauptsächlich um den Lärm, der durch das benachbarte Bundesleistungszentrum (BLZ) für Eishockey und Curling entstehen könnte. 

So wies Hohenadl in seiner Stellungnahme darauf hin, dass das „Sondergebiet Sport“ insbesondere zum rechtlichen Schutz des Bundesleistungszentrums ausgewiesen wurde. „Die Stadt als Träger der Planungshoheit muss deshalb dauerhaft sicherstellen, dass diese Nutzung samt Umfeld von jeglichen Einschränkungen durch die Neufestsetzung in benachbarten Gebieten freigehalten wird“, so der Kreisbaumeister. „Insbesondere sind auch Veranstaltungen, die in die Nachtzeit reichen, zu berücksichtigen.“

Ähnlich sieht das die Untere Immissionsschutzbehörde am Landratsamt Ostallgäu. Aufgrund der verschiedenen Nutzungen am Bundesleistungszentrum und des Eisstadions müsse von einem höheren Emissionsaufkommen ausgegangen werden. Daher sei es notwendig, das Schallschutzgutachten an die aktuellen Gegebenheiten, beispielsweise Konzerte, anzupassen. „Konzerte haben deutlich höhere Immissionen“, erklärte Architekt Dr. Alexander Pfanzelt. „Das ist hier aber nicht der Fall.“ 

Denn früher fanden zwar Konzerte im BLZ statt, doch die wurden mittlerweile verboten, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Da die Geldgeber diese Bedingung gestellt haben, wollte Dr. Christoph Böhm (CSU) wissen, was passiere, wenn diese, also Bund und Land, nicht mehr zahlen. „Wenn die nicht mehr zahlen, dann wird die Stadt dieses BLZ nicht mehr aufrechterhalten können“, antwortete ihm Iacob. 

So kam das Gremium zu dem Schluss, dass die schalltechnischen Untersuchungen, die bereits gemacht worden sind, ausreichen. Zudem seien auch in einem „Urbanen Gebiet“, als das das Areal ausgewiesen werden soll, Immissionen, wie sie bei Sportveranstaltungen im Eisstadtion entstehen, zu dulden. Und zwar „egal wie lang. Das ist nicht an eine Uhrzeit gekoppelt“, erklärte Pfanzelt. Insgesamt stehe der Schutz des Eisstadions im Vordergrund.

Betreutes Wohnen ermöglichen

In dem Zusammenhang regte Dr. Anni Derday (FWF) an, dass das auch den künftigen Wohnungskäufern klar gemacht werden sollte. Ein entsprechender Passus sollte deshalb in die Kaufverträge aufgenommen werden.

Eine entsprechende Grunddienstbarkeit beziehe sich ja auf die einzelnen Grundstücke, erklärte Iacob. Wie der Vermieter das dann aber in den Mietverträgen regle, sei ihm überlassen. Daneben irritierte Derday ein weiterer Punkt. So stehe im B-Plan, dass die Geschossflächen bis zu 30 Prozent gewerblich genutzt werden könnten. „Im Obergeschoss wollten wir ursprünglich nur Wohnungen haben“, meinte sie.

 Die Räte hätten sich mehrheitlich für diesen Schlüssel ausgesprochen, erwiderte Iacob jedoch. Nur auf diese Weise sei Betreutes Wohnen in den Räumen möglich. „Aber das ist doch wohnen“, warf Ursula Lax (CSU) ein. „Diese Betriebsform entspricht der gewerblichen Nutzung“, erklärte allerdings Bauamtsleiter Armin Angeringer. Nur Ferienwohnungen hätten die Stadträte hier ausgeschlossen.

kk

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