Noch keine endgültige Entscheidung

Verkehrskonzept für Füssener Schulen: Warten auf die finalen Pläne

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Durch die neue Bushaltestelle in der Augsburgerstraße hat sich laut Polizei bereits jetzt die Verkehrssituation an der Grund- und Mittelschule Füssen verbessert. Für weitere Maßnahmen wollen die Stadträte aber erst die endgültige Fassung des Verkehrskonzepts abwarten.

Füssen – Vorerst wird sich nichts an der Verkehrssituation rund um die Grund- und Mittelschule Füssen ändern. Einen entsprechenden Beschluss hat am Dienstag der Verkehrsausschuss vertagt. Denn alles, was jetzt gemacht werde, sei nur ein Stückwerk.

Denn alles, was jetzt gemacht werde, sei nur ein Stückwerk. Außerdem soll bis Ende des Monats das entsprechende Verkehrskonzept der Planer vorliegen, erklärte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU). „Wir warten das Konzept ab und schauen, was wir dann umsetzen können“, beschloss er die Diskussion im Gremium. Im Zuge der Sanierung der Grund- und Mittelschule Füssen sollen beide Schuleingänge zusammengelegt und in den Taxisweg verlegt werden (der Kreisbote berichtete). 

Daneben soll sich auch die Verkehrssituation drumherum verbessern. Da am Morgen viele Fußgänger, Radler, Rollerfahrer aber auch Autofahrer unterwegs sind, die ihre Kinder zur Schule bringen, möchte die Stadt die Verkehrsströme künftig entzerren und ordnen. Ein entsprechendes Konzept hat der Füssener Stadtrat bereits im Januar abgesegnet. Gleichzeitig wiesen die Planer aber darauf hin, dass es noch rund zehn Jahre dauern wird, bis ihre Ideen tatsächlich umgesetzt werden können. Schließlich könnten die Straßen erst zum Ende der Hochbauarbeiten umgebaut werden. 

So lange wollten einige Stadträte aber nicht warten. Deshalb sollte der Verkehrsausschuss entscheiden, welche verkehrsrechtliche Anordnungen jetzt schon realisiert werden könnten. Bereits umgesetzt hat die Stadtverwaltung eine Bushaltestelle in der Augsburgerstraße auf Höhe des Taxisweges. Nachdem Polizei, Stadtverwaltung und Vertreter des Staatlichen Bauamts, der unteren Verkehrsbehörde des Landratsamtes Ostallgäu und der RVA und RBO die Situation beobachtet haben, kamen sie zu dem Schluss, dass die auf der Straße haltenden Busse zu keiner Verkehrsbehinderung führen, so wie Ex-Stadträtin Gerlinde Wollnitza (FWF) das in der Januarsitzung befürchtet hatte. 

Die Bushaltestelle liegt zwischen den beiden Bedarfsampeln am Best Western Hotel und an der Einmündung Säuling-/Dr. Enzinger-Straße, die am Morgen praktisch ständig aktiviert werden, erklärte Manfred Schweinberg vom Verkehrsamt. Daneben funktionierte das Aussteigen der Schüler reibungslos und dauerte maximal eine Minute. 

Weniger Verkehr

Da nie mehr als zwei Busse gleichzeitig halten, müsste die Bushaltestelle auch nicht verlängert werden, wie Andreas Eggensberger (CSU) in der Januarsitzung angemerkt hatte. Die meist sieben Busse zwischen 7.30 Uhr und 7.45 Uhr fuhren anschließend – bis auf einen – nicht mehr in die Bürgermeister-Wallner-Straße, sondern weiter stadteinwärts, während die Schüler hauptsächlich über den Taxisweg zu den Schulen liefen. Diese Entzerrung wirkte sich laut Polizei positiv auf das Umfeld der Grund- und Mittelschule aus. Ansonsten könnte vorab nur die geplante „Kiss & Run“-Zone in der Bürgermeister-Wallner-Straße eingerichtet werden, erklärte die Stadtverwaltung. 

Die vorgesehenen acht Parkplätze könnten markiert und entsprechend beschildert werden. Dann müsste an der gegenüberliegenden Straßenseite aber ein absolutes Halteverbot ausgesprochen werden, da die Straße sonst zu eng sei, erklärte Schweinberg. Das würde allerdings zu Lasten der dort parkenden Lehrkräfte und Besucher der Anwohner führen. „Alle weiteren Maßnahmen machen jetzt nicht so viel Sinn“, fügte Eichstetter hinzu. 

Denn um den Abschnitt der nördlichen Augustenstraße zwischen der Bürgermeister-Wallner-Straße und der Hilteboldstraße als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen, müsste er erst umgebaut werden, erklärte Schweinberg. Das Verkehrskonzept sieht zudem vor, die Feistlestraße ab der Hilteboldstraße bzw. den Parkplätzen an der Erich-Kästner-Schule als Bussonderfahrstreifen auszuweisen. Dort sollten aber auch weiterhin Fahrradfahrer unterwegs sein dürfen, da die Feistlestraße auch als Fahrradstraße ausgewiesen ist. 

Innerhalb des Bereichs liegen zudem noch Lehrerparkplätze – wie auch im Taxisweg. Da es keine Alternativen gebe, seien diese bis zum Bau der geplanten Tiefgarage auch dringend nötig, so die Stadtverwaltung. „Es bedarf noch einiger Diskussionen, ob es so funktioniert“, fasste Schweinberg mit Blick auf das geplante Verkehrskonzept zusammen.

Stückwerk vermeiden

Die Stadträte waren sich einig, dass die Sicherheit der Kinder oberstes Ziel sei. Deshalb müsste der Verkehr langfristig aus dem Gebiet herausgehalten werden. Daneben gab Christoph Weisenbach (CSU) aber zu bedenken, dass auch die Interessen der Anwohner berücksichtigt werden müssten. Deren private Stellplätze würden jetzt schon in der „Rush-Hour“ zugeparkt werden. 

Jürgen Doser (FWF) kritisierte hingegen, dass es sich bei den jetzigen Maßnahmen nur um ein Stückwerk handle. Stattdessen sollte die Stadtverwaltung das Verkehrskonzept noch einmal ins Stadträteportal einstellen, damit sich alle informieren und es anschließend intensiv diskutieren können. „Wir können viel umsetzen, was mit dem Neubau gar nichts zu tun hat“, ist er überzeugt. „Was wir machen, ist alles ein Stückwerk“, wandte jedoch Eichstetter ein. 

Denn: „Das Verkehrskonzept ist noch nicht final da“. Das werde erst gegen Ende des Monats der Stadt vorliegen. Heute gehe es um Alternativen für Sofortmaßnahmen, so wie es der Stadtrat im Januar beschlossen hatte. Vor diesem Hintergrund sprachen sich Doser und Erich Nieberle (SPD) jedoch dafür aus, die endgültigen Planungen abzuwarten. „Das ist auch in unserem Sinn“, meinte der Rathauschef. „Wir lassen das sein ohne Beschluss.“

kk

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