Realschule Füssen ist Inklusionsschule

Das Schulprofil Inklusion darf jetzt die Johann-Jakob-Herkomer-Schule tragen. Foto: Archiv

Füssen – Der Staatlichen Realschule Füssen hat das Bayerischen Kultusministerium das Schulprofil „Inklusion“ verliehen, was die Schule seit Freitag führen darf. Sie ist eine von nur zwei Realschulen in ganz Schwaben, die dieses Profil hat. Derzeit sind mehr als 20 Inklusionsschüler an der Schule. 

„Hinter uns liegen drei Jahre intensiver Forschungsarbeit auf einem Gebiet, das vor allem für Schulen absolutes Neuland ist“, sagte Schuldirektor Andreas Erl. Gemeinsam mit dem Landkreis Ostallgäu und den mobilen sonderpädagogischen Diensten, die die Schule betreut, erstellte die Realschule Füssen ein Konzept. Dabei musste sie ein „Bildungs- und Erziehungskonzept“ vorlegen, das von der gesamten Schulfamilie getragen wird. 

Auf dem Weg dorthin musste die Schule Hürden wie die Einschulung von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und eine „starke Gewichtung des Themas Inklusion im Schulentwicklungsprozess“ überwinden, erklärte Erl. An der Realschule Füssen werden derzeit rund 20 Schülerinnen und Schüler speziell gefördert. 

Zentral gesteuert wird das von der Inklusionsbeauftragten Sabine Schmid. Anstatt von „Budget-Stunden“ gibt es an der Johann-Jakob-Herkomer-Schule seit diesem Schuljahr spezielle Förderstunden, die im schwächsten Fach des Inklusionsschülers eingesetzt werden. Eng arbeitet die Schule dabei mit den mobilen sonderpädagogischen Diensten (MSD) zusammen. Die unterstützen die Schule unter anderem bei der Elternarbeit, geben Tipps bei der sachlichen und räumlichen Ausstattung und Empfehlungen für den „Nachteilsausgleich“. 

Wichtig sind der Schule laut Erl auch die „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit den Eltern der Inklusionsschüler und das Verantwortungsbewusstsein der Mitschüler zu fördern. Dazu werden in der fünften Klasse sogenannte „K5-Tutoren“ ausgebildet sowie persönliche Schulbusbegleiter für Inklusionsschüler eingesetzt. Außerdem sind in den jeweiligen Klassen die Aufgaben klar verteilt. So helfen bestimmte Schüler beispielsweise Rollstuhlfahrern oder sehbehinderten Kindern. Auch die Klassenleiter bilden sich weiter und entwickeln Kompetenzen. 

Um Schulen bei der Inklusion zu helfen, hat der Landkreis einen Inklusionshaushalt erstellt, auf den Schulen zugreifen können. „Der Landkreis Ostallgäu legt mit seinem kommunalen Aktionsplan Inklusion Schwerpunkte für behinderte Menschen und freut sich daher sehr mit der Realschule Füssen über diesen Erfolg“, sagte die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU). kb

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