Ritterstraße ist ab 2021 tagsüber von 1. Juli bis 3. Oktober für Autos gesperrt – Freie Fahrt für Radler

Füssener Fußgängerzone: Der vernünftige Fahrradfahrer schiebt

Radfahrer und Fußgänger in der Füssener Ritterstraße
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Zwar dürfen Fahrradfahrer ab kommenden Jahr auch in der touristischen Hochsaison in beide Richtungen durch die Ritterstraße radeln. Mit einem Schild will die Füssener Stadtverwaltung sie aber dafür sensibilisieren, dass es besser wäre, ihren Drahtesel zu schieben.

Füssen – In der jährlichen Debatte um die Sperrung der Ritterstraße im Sommer scheinen sich Stadtverwaltung und Stadträte nun geeinigt zu haben. Ab 2021 soll die Straße jährlich zwischen dem 1. Juli und dem 3. Oktober, täglich von 10 bis 18 Uhr, für Kraftfahrzeuge gesperrt werden. Radler sind davon allerdings ausgenommen. Dafür hat sich am Dienstagabend der Verkehrsausschuss mehrheitlich entschieden. 

„Wir haben uns in kleiner Runde getroffen, um eine nachhaltige Lösung zu finden“, informierte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) die Räte. Dabei habe sich die Stadtverwaltung mit der Polizei und einigen Stadträten abgestimmt. Neben der sommerlichen Sperrung der Ritterstraße für Autos kamen die Versammelten in der Frage, ob die Sperrung auch für Radler gelten soll, zu dem Ergebnis, dass die vernünftigen Fahrradfahrer hier in der touristischen Hochsaison sowieso absteigen. Deshalb sollen sie dort künftig ganzjährig in beide Richtungen fahren dürfen.

Zwei Hinweisschilder, auf denen steht: „Verünftige Radfahrer steigen ab“, soll Fahrradfahrer aber auf die möglichen Gefahren, die durch die vielen Fußgänger entstehen, aufmerksam machen. Das sei jedoch ein rechtlicher Widerspruch zu den anderen Schildern, wandte Polizist Johannes Stoll ein.

„Das Gremium ist sich dessen bewusst“, erwiderte der Rathauschef. Es will so aber Radler dafür sensibilisieren, vom Drahtesel abzusteigen. „Ich halte das schon für einen guten Hinweis. Wir sollten dabei bleiben“, meinte auch Erich Nieberle (SPD).

Kritisch sahen Martin Dopfer (Füssen Land) und Thomas Scheibel (FWF) jedoch Eichstetters Pläne, für die Ritterstraße gleich in die Angebotsphase für die automatischen Poller zu gehen. Das Gremium sollte die möglichen Standorte für diese Anlage gebündelt angehen, meinte Dopfer. Für die Ritterstraße hielt er das allerdings nicht für sinnvoll. „Ich muss Dopfer zustimmen“, meinte auch Scheibel und verwies auf Salzburg, wo es durch die Poller täglich zu vier Unfällen komme.

Eichstetter will Angebote

„Die Gefahr sehe ich nicht so“, entgegnete jedoch der Rathauschef. In Füssen würden die Poller schließlich deutlich seltener benutzt werden als in Salzburg, so sein Argument. Außerdem könnte die Anlage im Zuge der geplanten Umbauarbeiten in der Luitpold- und Bahnhofsstraße installiert werden. In der Ritterstraße werde in naher Zukunft jedoch nicht gebaut, deshalb könnten die Poller eben auch gleich aufgestellt werden. Aber: „Wir holen nur Angebote ein. Das heißt nicht, dass wir das gleich umsetzen!“, betonte er. Davor werde die Stadtverwaltung das Gremium auf jeden Fall noch fragen.

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