Konkrete Vorschläge beim Landratsamt Ostallgäu eingereicht

Forggenseeschifffahrt: Lösungen müssen her

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Die Forggensee-Schifffahrt bietet laut ihrer Homepage von Samstag, 1. Juni, bis Dienstag, 15. Oktober, wieder ihre Rundfahrten auf dem Forggensee an. Die Vorbereitungen dafür laufen derzeit auf Hochtouren.

Füssen – Beim „Masterplan Forggensee 2030“ geht es voran. Mit diesem wollen die Anrainergemeinden zusammen mit dem Landratsamt Ostallgäu die Probleme lösen, die es derzeit an Deutschlands größtem Stausee gibt.

Was sich die Füssener Forggensee-Schifffahrt und die Stadt Füssen davon erhoffen, das stellte Schifffahrtsleiter Helmut Schauer am Dienstagabend im Werkausschuss vor. Mit den Folgen des Seeaufstaus kämpfen die Anrainergemeinden schon seit Jahren: Eine zunehmende Verlandung und viel Treibholz sorgen hier für große Probleme. Doch bisher schienen sich weder der Freistaat Bayern als Grundstückseigentümer noch der Betreiber des Wasserkraftwerks dafür zuständig zu fühlen, wie die Bürgermeister der Anrainerkommunen immer wieder bei den jährlichen Seegesprächen im Landratsamt Ostallgäu monierten. 

Das änderte sich allerdings im Sommer 2018, als der See wegen der Sanierung seines Staudamms zum ersten Mal in seiner rund 60-jährigen Geschichte während der Sommermonate trocken blieb. Auf Einladung von Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) kam der damalige Bayerische Umweltminister Marcel Huber an den Forggensee und versprach, dass der Freistaat bei den Sorgen und Problemen rund um den Stausee helfen werde. Dafür hat Zinnecker den „Masterplan Forggensee 2030“ ins Leben gerufen. Als ersten Schritt sollten die Anrainerkommunen alle Maßnahmen rund um den See einreichen, die möglicherweise förderfähig sind. 

Neugestaltung Uferpromenade

Neben der Stadt ist hauptsächlich der städtische Eigenbetrieb Forggensee-Schifffahrt vom Stausee abhängig. Für den Masterplan holten die Verantwortlichen deshalb Pläne für die Neugestaltung der Uferpromenade und der Anlegestelle am Bootshafen aus der Schublade. Denn der Weg am Hafen „ist in die Jahre gekommen“, erklärte Schauer. Dort seien unter anderem Bodenplatten kaputt. Zudem steigen rund 80 Prozent der Gäste der Forggensee-Schifffahrt am Bootshafen ein. Dort gebe es aber keine Unterstellmöglichkeiten, um die Gäste, darunter viele Kinder und Senioren, beispielsweise vor Sonne oder Regen zu schützen. 

Neben einem entsprechenden Pavillon sehen die Pläne unter anderem auch ansprechende Sitzmöglichkeiten, eine Floßterrasse, eine Navigationsbeleuchtung für die Schiffe, Fahrradständer mit Ladestation und ein Eingangsportal vor. Zudem hat die Stadtverwaltung den Umbau des Lechuferwegs in einen getrennten Geh- und Radweg in den Antrag mit aufgenommen. 

Dringender Handlungsbedarf 

Auch die Uferbefestigung an der Anlegestelle Tiefental sollte saniert werden, so Schauer. Wellen schlagen dort je nach Windrichtung ans Ufer und haben so die Felsen ausgespült. Diesbezüglich müsse die Schifffahrt noch Gespräche mit der Gemeinde Roßhaupten führen. Aber: „Es herrscht nicht Gefahr in Verzug“, meinte der Schifffahrtsleiter.

Daneben hat die Schifffahrt mit den typischen Stauseeproblemen zu kämpfen: Verlandung und Treibholz. So müsse man nach der diesjährigen Sommersaison am Bootshafen Füssen „unbedingt was tun.“ Denn bereits 2017 berührten die Schiffe bei der Einfahrt in den Hafen den Grund. Gleiches gilt für die Anlegestelle in Waltenhofen, die der städtische Eigenbetrieb schon vor rund fünf Jahren nach Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) Kempten ausbaggern ließ. 20.000 Euro musste die Forggensee-Schifffahrt dafür aufbringen. „Keinen Cent haben wir da bekommen.“ 

Nun hofft der Eigenbetrieb, dass diese Maßnahmen in den Masterplan mitaufgenommen und gefördert werden. Geschieht das nicht, „dann müssen wir eigenständig was unternehmen“, so der Schifffahrtsleiter. Ein weiteres Problem ist das Treibholz im See. Und dieses dürfte in diesem Sommer besonders groß werden. Denn aufgrund der Schneemassen in den Alpen kam es zu vielen Lawinenabgängen, die wiederum Holz mit sich führen, erläuterte Schauer. „Beim nächsten Hochwasser wird das mitgenommen.“ 

Und am Überlandwerk könne das Holz nicht komplett aus dem Lech herausgefischt werden. „Eine Lösung muss dafür gefunden werden“, forderte der Schifffahrtsleiter. Denn prallen die Schiffe mit einem Baum zusammen, kann das zu Schäden am Schiffsrumpf oder der Schiffsschraube führen. So fiel die MS Füssen im August 2017 wegen eines Treibholzschadens für drei Tage aus und die MS Allgäu musste deswegen im Oktober die Saison frühzeitig beenden. Bläst der Wind das Treibholz ans Ufer, sei das zwar für die Schifffahrt besser, mit unter sammelt sich das Holz aber vor den Anlegestellen, die die Schiffe dann nicht mehr ansteuern können. 

Keine zielführende Lösung

Über dieses Problem hat sich das WWA Kempten zwar bereits Gedanken gemacht. So könnten Wildholzrechen, Wildholznetze im Lech oder ein Schwimmbalken an der Einmündung in den Forggensee das Holz auffangen. Aber: „Alle drei Varianten bringen laut Wasserwirtschaftsamt nicht den Erfolg bzw. haben finanzielle Folgen.“ Deshalb habe es diese Ideen als nicht zielführend eingestuft. 

Dennoch müsse das Ziel sein, den Betrieb der Forggensee-Schifffahrt nachhaltig zu verbessern und den Forggensee als Badegewässer zu erhalten, fordert der Schifffahrtsleiter. Um das zu erreichen, hat der städtische Eigenbetrieb mittlerweile seinen Antrag beim Landratsamt eingereicht, der ihn bereits an die zuständigen Stellen geschickt hat. Nun bleibt ihm nichts anderes übrig, als abzuwarten, welche Entscheidungen die Behörden treffen werden.

kk

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