Ehemalige Flächen des "Allgäuer Dorfs" im Blickpunkt

Füssener SPD drückt beim Wohnungsbau aufs Tempo

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Geht es nach dem Willen der SPD im Füssener Stadtrat, bringt die Stadt ihre Liegenschaften in der Ziegelwies auf Vordermann oder lässt neue Wohnhäuser dort bauen

Füssen – Keine Frage: die Stadt Füssen wächst. Eine deutliche gestiegene Geburtenrate und der verstärkte Zuzug neuer Einwohner bringen aber auch Probleme mit sich. Denn der Wohnungsmarkt kann damit nicht Schritt halten.

Deshalb fordert die SPD-Fraktion im Stadtrat den Bau von Mietwohnungen auf dem ehemaligen Gebiet des „Allgäuer Dorfs“ zwischen B16 und Hopfener Straße. Die Fraktion werde demnächst den offiziellen Antrag in der Stadtverwaltung einreichen, den Aufstellungsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan zu beschließen, teilte Fraktionsvorsitzender Lothar Schaffrath vergangener Woche im Rahmen eines Pressegesprächs mit.

Ziel des Antrags sei es, entlang der Straße Gewerbe und im Zentrum des Areals – das einst für den Bau des „Allgäuer Dorfs vorgesehen war und zum Großteil bereits in städtischem Besitz ist – den Bau von Wohnungen zu ermöglichen. Bis zu 100 seien dort machbar, schätzte Schaffrath. „Dabei ist darauf zu achten, dass der Wohnraum zu Mietzwecken sowie der soziale Wohnungsbau den größten Anteil annehmen.“ Denn eine „Ghettoisiering“ sollte vermieden werden, wie Stadtrat Georg Waldmann erklärte. Seine Fraktionskollegin Dagmar Rothemund regte in diesem Zusammenhang an, das Projekt durch einen „Quartiersmanager“ begleiten zu lassen. 

Als Bauträger stellen sich die Sozialdemokraten im Füssener Stadtrat Siedlungswerk Füssen und BSG Allgäu vor. Denn vor allem bezahlbarer Wohnraum fehle in Füssen. „Jeder weiß, dass wir zu wenig Wohnungen haben“, sagte Schaffrath. Nach Recherchen der Fraktion würden derzeit auf den gängigen Online-Portalen gerade einmal drei Wohnungen für Füssen angeboten. Seit 2015 sei der Mietpreis (netto-kalt) bei Wohnungen pro Quadratmeter je Wohnfläche von 7,50 Euro auf 8,90 Euro gestiegen. Bei Häusern sei der Preis pro Quadratmeter im gleichen Zeitraum von 8,88 Euro auf zehn Euro gestiegen. 

Noch drastischer seien die Steigerungen bei zum Kauf angeboten Wohnungen und Häusern. Hier sei teilweise eine Erhöhung um fast die Hälfte zu verzeichnen. Demgegenüber stehe ein stetiges Wachstum der Bevölkerung. Allein zwischen 2007 und 2017 ist diese nach Berechnungen der Füssener Sozialdemokraten um zehn Prozent gewachsen. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf!“ 

Tatsächlich ist die Idee, auf der ehemaligen Fläche des „Allgäuer Dorfs“ eine Mischung aus Gewerbe und Wohnhäusern zu bauen nicht neu. Auch Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und die Stadtverwaltung arbeiten bereits seit Jahren an dieser Idee. Bislang blieb es allerdings bei Überlegungen und Planspielen.

 Zusätzlicher bezahlbarer Wohnraum kann nach Ansicht der SPD-Ratsfraktion in der Ziegelwies geschaffen werden. Hier müsse allerdings zunächst noch geklärt werden, ob durch die Sanierung der bereits bestehenden Wohnungen im städtischen Besitz oder durch einen größeren Neubau. „Das Siedlungswerk ist sehr interessiert“, sagte Fraktionsvorsitzender Schaffrath dazu. Umgesetzt werden sollen beide Vorhaben nach Wunsch der Fraktion bis zur Mitte der kommenden Amtsperiode – also etwa im Jahr 2013.

mm

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