E-Book-Ausleihe kann kommen

Lob heimste die Füssener Stadtbibliothek nach ihrer Renovierung in Fachkreisen ein. Zukünftig wir sie auch E-Books verleihen. Foto: Archiv

Füssen – Als Schmuckstück gilt die Füssener Stadtbibliothek nicht nur bei der Bevölkerung und beim Stadtrat, sondern auch in Fachkreisen. Jetzt wird sie ihr Angebot um den Verleih von E-Books erweitern, das beschloss kürzlich der Kulturausschuss. Doch mit dem Thema taten die Stadträte sich schwer.

Seit ihrer Renovierung und Erweiterung verzeichnet die Bibliothek Rekordausleihen, nun plant Bücherei-Leiterin Sabine Frey den nächsten Schritt: Nicht nur gedruckte Bücher, sondern auch elektronische Medien sollen bald in der Bibliothek zum Ausleihen zur Verfügung stehen. Die so genannten E-Books haben den selben Inhalt wie Bücher, nur dass es sich bei Ihnen um Computer-Dateien handelt, die von einem tragbaren Gerät wie einem Tablet-PC oder einem speziellen Lesegerät abgespielt werden, wie Frey erklärte. Doch wie verleiht man die? – Über das Internet. Der Ausleiher muss nicht in die Bibliothek kommen, sondern leiht die Datei übers Netz. Ein so genannten „Digital Rights Manage- ment“ (DRM) sorgt dafür, dass das E-Book auch nur für den Verleih-Zeitraum lesbar ist.

"Konditionen sind gut"

Die Kosten für dieses neue Angebot soll die Stadt nicht allein tragen, sie tritt einem Verbund aus mehreren Allgäuer Bibliotheken bei. Dafür muss sie jährlich rund 3800 Euro bezahlen, 7600 Euro im ersten Jahr. 600 beziehungsweise 2280 Euro werden davon aber gefördert. Von diesem Geld werden unter anderem neue Medien angeschafft, um das Angebot des Verbunds zu vergrößern, auf das dann die Leser aller Verbundsbibliotheken Zugriff haben. Mehrere tausend Medien umfasst der Bestand. „Der Andrang ist groß, die Konditionen sind gut“, resümierte Frey und empfahl den Beitritt zum Verbund. 

Einige der Räte standen dem jedoch kritisch gegenüber. Stadtrat Martin Lochbihler (CSU) scheute die Kosten und empfahl, sich nach einem günstigeren Verbund umzuschauen. Das gehe jedoch nicht, da die Verbünde alle regional seien, erläuterte Sabine Frey. Verständnis für Lochbihlers Haltung äußerte Gabriel Guggemos (Füssen-Land). Auch Christoph Böhm (BFF) zweifelte. Das Angebot könne sich ja nicht an ärmere Menschen richten, schließlich brauche man ja erst einen Tablet-PC oder einen Reader. Deutlich für die Anschaffung waren die SPD-Stadträtinnen Brigitte Protschka und Hannelore Semmlin-Leix, die den Mehrwert für die Bildung hervorhoben. 

3. Bürgermeister Andreas Ullrich schlug vor, die E-Books mit höheren Gebühren zu finanzieren, was Frey aber aus zwei Gründen ausschloss: Erstens verbiete der Verbund extra Gebühren für die Ausleihe und zweitens habe man erst vergangenes Jahr die Leihgebühren kräftig angehoben. „Wie viele Menschen haben gar nicht die Zeit, immer in die Bibliothek zu gehen“, verteidigte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) die Pläne. Man müsse schließlich auch die jungen Leute begeistern. Gegen die Stimmen der Stadträte Lochbihler, Guggemos und Böhm beschloss der Ausschuss den Beitritt zum Bibliotheksverbund ab kommendem Jahr. ps

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