Stadtrat fasst erste Beschlüsse über künftige Gestaltung der Sport- und Freizeitanlagen

Neue Ordnung im Füssener Weidach

Skate- und Bikepark mit Sportplätzen in Füssen
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Für mehr Ordnung im Sportpark im Weidach: unter anderem soll der derzeit durch den Skatepark verlaufende Radweg (rechts) an die B16 hin versetzt werden. Außerdem soll der Spielplatz im Vordergrund durch zusätzliche Geräte aufgewertet werden.

Füssen – Nach der Vorstellung einer Machbarkeitsstudie für die Sport- und Freizeitanlagen im Weidach durch Thomas Meusburger vom Kemptener Architekturbüro f64 in der November-Sitzung hat der Stadtrat jetzt erste Beschlüsse über die künftige Gestaltung des Areals gefasst. Ob zwischen Skaterplatz und Baseball-Spielfeld auch das neue Jugendhaus gebaut wird, bleibt aber weiterhin offen: die Fraktionen wollen die möglichen Varianten zunächst noch einmal intern beraten und dann entscheiden.

„Wir sind angetreten, um den Bereich etwas zu ordnen“, fasst Meusburger in der jüngsten Sitzung die Aufgabenstellung an sein Team nochmals zusammen. Unter anderem haben die Kemptener Architekten in ihrer Machbarkeitsstudie deshalb untersucht, wie der Neubau eines Jugendhauses in das gesamte Sport- und Freizeitareal im Weidach eingegliedert werden könnte und dabei auch die Sportstätten, die Verkehrsanbindung und die Lärmbelastung der Anwohner unter die Lupe genommen (der Kreisbote berichtete). Es gehe darum, Strukturen und innere Abgrenzungen zu schaffen, die einen geordneten Betrieb der einzelnen Sportanlagen ermöglichen und die Infrastruktur berücksichtigen, so Meusburger.

Nachdem sich der Stadtrat in der November-Sitzung noch zu keinen Beschlüssen durchringen konnte, fällte das Gremium jetzt erste Entscheidungen. So sprachen sich die Ratsmitglieder einstimmig für eine provisorische und vorübergehende Erweiterung der Parkplätze im Rotwandweg nördlich des Vereinsheims des FC Füssen aus sowie die Installation eines Parkleitsystems in Form von Hinweisschildern aus.

Sobald die Parkplätze anderweitig – etwa in einem angedachten Parkhaus auf dem Gelände des gegenüberliegenden Krankenhauses – entstanden sind, soll das Provisorium im Rotwandweg wieder abgebaut werden. Auf Vorschlag von SPD-Stadtrat Erich Nieberle beschloss das Gremium außerdem, dass bis 2025 eine Lösung mit dem Klinikverbund über den Bau eines Parkhauses gefunden werden soll. Gleichzeitig beauftragte das Stadtparlament Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU), „mit dem gebotenen Nachdruck“ mit der Klinikleitung darüber zu verhandeln sowie die denkmalschutzrechtliche und finanzielle Fragen zu klären.

Radweg an der B16

Hinsichtlich der künftigen Wegeführung auf dem Areal beschlossen die Stadträte, dass der Radweg von Füssen nach Schwangau künftig außerhalb des Skateparks unmittelbar entlang der B16/Sebastianstraße verlaufen soll. Der Bau des Weges soll in wassergebundener Weise ohne Asphaltdecke erfolgen. Wegen der erforderlichen Sichtschutzbepflanzung sollen nochmals Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt in Kempten und dem Landratsamt geführt werden. Der Fußweg soll dagegen durch den Sportpark führen. Zudem stimmten die Ratsmitglieder der Einrichtung eines „zentralen Aufenthaltsbereiches“ und der weiteren Aufwertung des Spielplatzes zu.

Ebenso einstimmig sprach sich der Stadtrat für den Bau einer etwa 20 Meter langen und drei Meter hohen Lärmschutzwand im Bereich des Allwetterplatzes aus. In diese soll das dort bestehende Nebengebäude integriert werden. Kosten wird dieser Lärmschutz nach derzeitigen Schätzungen etwa 178.000 Euro. Ob das nicht günstiger gehe, wollte Dr. Martin Metzger (BfF) wissen. Das soll nun geprüft werden.

Gegen eine Versetzung der Wertstoffinseln im Schwedenweg in Richtung Süden rund 40 Meter weiter weg von den Wohnhäusern stimmten die vier anwesenden Stadträte der Freien Wählern. Christine Fröhlich begründete dies mit den zahlreichen Wespen, die im Sommer von den Containern angelockt werden würden. Dies sei für die Kinder auf dem nahe gelegenen Spielplatz nicht zumutbar, erläuterte sie.

Keine Gebühren

Wiederum einstimmig votierte das Gremium dafür, die Sanierung und Modernisierung der Weidach-Turnhalle in das Investitionsprogramm der Stadt für die kommenden Jahre aufzunehmen. „Das Gebäude ist in einem sehr guten und gepflegten Zustand“, erklärte Architekt Meusburger. Wie Bürgermeister Eichstetter mitteilte, habe sich die Stadt bereits für die Aufnahme in ein entsprechendes Förderprogramm dafür beworben, eine Antwort stehe aber noch aus.

Eindeutig fiel auch der Beschluss über eine Gebührenpflicht für den Skatepark aus, wie sie Kasimir Schmutz beantragt hatte: einhellig lehnte das Stadtparlament Eintrittsgelder für die Nutzung des Parks ab. Auch in Zukunft soll der Besuch des Biker- uns Skateparks für Kinder, Jugendliche und deren Eltern kostenlos bleiben.

mm

Noch keine Entscheidung über ein neues Jugendhaus

Füssen – Noch keinen Beschluss fasste das Gremium über den Bau eines Jugendhauses. Dieser soll zunächst noch einmal in den Fraktionen beraten werden. Einiges deutet jedoch darauf hin, dass zwischen Baseballfeld und Skaterplatz ein Multifunktionsgebäude für Türkgücü und die Royal Bavarians gebaut werden wird, das zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Jugendhaus ausgebaut werden kann.

Möglich werden soll das durch eine modulare Bauweise, wie Thomas Meusburger erläuterte. So könnten zunächst Räume und Sanitäreinrichtungen für die beiden Vereine gebaut werden. Später könnte bei Bedarf leicht und ohne großen Aufwand zweigeschossig nach Süden angebaut werden, um etwa Proberäume für Bands zu schaffen. Das derzeitigen Jugendhauses darf die Stadt noch bis 2030 nutzen.

Alternativ dazu sei zu überlegen, die Weidach-Turnhalle zu erweitern. Die Kosten für ein solches Projekt schätzt Meusburger auf rund 2,5 Millionen Euro. Einige Räte ließen durchblicken, dass ihnen der Neubau mehr zusagt. „Mir gefällt die modulare Lösung sehr sehr gut“, meinte Dritter Bürgermeister Wolfgang Bader (Grüne). „Das ist das Sinnvollste, was ich in den letzten Jahren zum Thema Jugendhaus gehört habe“, so Thomas Scheibel von den Freien Wählern.

mm

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