FW-Bürgermeisterkandidatin Christine Fröhlich stimmt dagegen

Schulverkehr in Füssen: Entzerren und ordnen

+
So sollen künftig die Verkehrsströme um die umgebaute Grund- und Mittelschule Füssen fließen.

Füssen – Nicht nur die Grund- und Mittelschule Füssen soll umgebaut und saniert werden, auch die Verkehrssituation rund um die Schulen soll sich verbessern. „Das Ziel war, die Ströme zu entzerren“, erklärte Landschaftsarchitekt Tim Schneider vom beauftragten Ingenieurbüro Daeges.

Er stellte zusammen mit einer Kollegin das Konzept am Dienstag dem Stadtrat vor. Trotz einiger Bedenken kam es gut bei den Räten an, die es mit einer Gegenstimme von Christine Fröhlich (FWF) absegneten. 

Um das Verkehrskonzept zu erstellen, hatten sich die Planer das direkte Umfeld der Schulen angeschaut und die Verkehrsströme analysiert, die dort morgens und mittags herrschen. Ihr Ergebnis: Es besteht ein hohes Verkehrsaufkommen an Fußgängern, Fahrradfahrern, Bussen und Autos. Da beide Schuleingänge der Grund- und Mittelschule auf der Nordseite am Taxisweg zusammengelegt werden, müssten die Verkehrsströme entsprechend angepasst werden, so die Stadtverwaltung. 

In Abstimmung mit der Polizei, den Busunternehmen RVA und RBA sowie Vertretern der Stadtverwaltung habe das Büro ein Konzept erarbeitet, das unter anderem eine Verlegung der Bushaltestelle auf die Westseite der Schule vorsieht, um einen zentralen Bushalt in Verlängerung der bestehenden Busaus- und -einstiege der Berufsschule und des Gymnasiums zu erhalten. 

Gleichzeitig soll sich damit die Gefahrenzone an der Kreuzung zwischen der Bürgermeister-Wallner-Straße und der Feistlestraße entschärfen. Für die Busse, die in Richtung Süden unterwegs sind, plant das Büro einen Ausstieg an der Augsburgerstraße. „Der Bus bleibt ein paar Sekunden auf der Straße stehen“, so die Planer. 

Doch dabei hatte Gerlinde Wollnitza (FWF) Bedenken. „Es dauert schon, bis die Kinder aus dem Bus sind“, warf sie ein. Und viele Autofahrer würden über die Straße zur Arbeit fahren. Deshalb fragte sie sich, ob eine Busbucht an der Stelle nicht sinnvoller wäre, um Staus zu vermeiden. Schließlich gebe es hier einen breiten Grünstreifen. 

Doch dem erteilte Architekt Schneider eine Absage. Denn dann würden die Kinder direkt auf den Radweg aussteigen. Zudem hätten Tests ergeben, dass die Schüler dafür nur 30 Sekunden brauchen. Derzeit gebe schon zwei solcher Haltestellen, warf Andreas Linder vom städtischen Bauamt ein. Sein Fazit: „Es funktioniert.“ 

Da aber zwei weitere Busunternehmen die Schulen ansteuern, müssten diese Haltestellen verlängert werden, warf Andreas Eggensberger (CSU) ein. Sein Vorschlag soll jetzt geprüft werden. Autofreie Straße Die Schüler werden von dort über den Taxisweg, der allein Fußgängern und Radler vorbehalten ist, zur Schule laufen. Durch deren Umbau gebe es mehr Platz, um den Geh- und Radweg zu verbreitern, so die Planer. 

Daneben sieht das Konzept vor, die Feistlestraße zum verkehrsberuhigten Bereich zu machen und sie in Richtung Norden, ab der Kreuzung zur Hilteboldstraße, für den Individualverkehr zu sperren. So sollen Autos aus dem direkten Umfeld der Schulen herausgehalten werden. 

Damit Schüler und Fahrradfahrer möglichst sicher die Straße queren können, wird eine Mittelinsel gebaut. „Eine Busstraße ist sehr sinnvoll“, meinte Dr. Martin Metzger (BfF). Sie sollte allerdings auf die nötige Zeit, beispielsweise von 7 bis 16 Uhr begrenzt werden. Andernfalls sei die Regelung „sehr bitter für die Anwohner“, vor allem im Sommer, wenn sich der Verkehr auf der Augsburgerstraße staut. „Das wäre in keinster Weise angemessen.” „Das wird normalerweise so gemacht“, erklärte Schneider. 

Für die Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, sieht das Konzept eine Haltemöglichkeit, eine sogenannte Kiss & Run-Zone in der Bürgermeister-Wallner-Straße vor. „Die Lösung finde ich nicht geschickt“, warf jedoch Wolfgang Bader (SPD) ein. Denn sie erhöhe dort das Verkehrsaufkommen. Doch das sah Planer Schneider anders. Dort könnten die Eltern hinfahren ohne Radler und Fußgänger in die Quere zu kommen und hätten auch noch direkten Zugang zur Schule. 

An der Südseite liege der barrierefreie Eingang, erklärte Linder. Außerdem benötigen die Schulen oberirdische Parkplätze. Planungshoheit wahren Ein anderes Anliegen hatte Christine Fröhlich (FWF). Ihrer Ansicht nach sei es unumgänglich, die Pläne mit dem Gymnasium abzusprechen, schließlich sei es auch davon betroffen. „Die Stadt Füssen hat die Planungshoheit. Wir machen uns nicht abhängig vom Landkreis“, wandte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) ein. Das Projekt werde aber mit diesem abgestimmt.

Der Umbau wird wohl 255.000 Euro kosten – mit Berücksichtigung der Preisentwicklung in den kommenden zehn Jahren (derzeitige Kosten: 200.000 Euro), erklärte Schneider. Schließlich werden die Straßen erst zum Ende der Hochbauarbeiten umgebaut. „Ich finde das Konzept gut“, meinte Jürgen Doser (FWF). „Aber warum warten wir für die Umsetzung zehn Jahre?“ „Die verkehrsrechtliche Anordnung können wir jetzt schon machen“, sagte Iacob. Darüber soll der Verkehrsausschuss diskutieren, was der Stadtrat einstimmig absegnete. 

„Aber den Umbau haben wir jetzt nicht im Kreuz“, so der Rathauschef. In dem Zug sollte eine barrierefreie Querungshilfe zwischen der Erich Kästner Schule und der Berufsschule eingerichtet werden, forderte Ilona Deckwerth (SPD). „Die Anregung nehmen wir mit auf“, sagte Iacob.

kk

Auch interessant

Meistgelesen

Füssen: Betrunkener Hotelgast schreit unbegründet nach Hilfe und leistet Widerstand gegen die Polizei
Füssen: Betrunkener Hotelgast schreit unbegründet nach Hilfe und leistet Widerstand gegen die Polizei
Landkreis Ostallgäu will Begeisterung für Denkmalschutz wecken
Landkreis Ostallgäu will Begeisterung für Denkmalschutz wecken
Arbeitsunfall: 59-jähriger Mann in Füssen-West schwer verletzt
Arbeitsunfall: 59-jähriger Mann in Füssen-West schwer verletzt
Schwangau: Badegast findet Handgranate im Schwanensee
Schwangau: Badegast findet Handgranate im Schwanensee

Kommentare