Tiefgarage kann kommen

Füssener Stadtrat genehmigt Vorgaben für Wettbewerb für neue Kita und pastorales Begegnungszentrum

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Die Kirche "Zu den Acht Seligkeiten" soll abgerissen werden. Auf ihrem Areal soll der neue Kindergarten St. Gabriel und ein pastorales Begegnungszentrum entstehen.

Füssen – Einen Schritt weitergekommen ist die Stadt Füssen bei den Planungen rund um die neue Kindertagesstätte und das pastorale Begegnungszentrum, das auf dem Areal der Kirche „Zu den Acht Seligkeiten“ entstehen soll. Am Dienstag segneten die Stadträte die Vorgaben für den Planungswettbewerb ab.

Ende Januar sah es noch nicht danach aus, als ob sich die Stadt und das Bistum Augsburg bald einigen könnten. Während die Stadt eine Tiefgarage bauen wollte und dabei auf ihre Stellplatzsatzung verwies, lehnte die Finanzverwaltung des Bistums den Bau aus Kostengründen ab – es sei denn, die Stadt stemme den Bau allein. Trotz der Differenzen wollte die katholische Kirche aber an dem Projekt festhalten – genau wie die Stadt Füssen.

Jetzt hat die Diözese einen Schritt auf die Stadt zugemacht: Den überarbeiteten Entwurf der städtebaulichen Grundlagenvereinbarung zwischen Stadt und der Katholischen Pfarrkirchenstiftung hat der Bauausschuss der Diözese „positiv beschieden“, informierte Planerin Monika Beltinger vom Memminger Planungsbüro LARS Consult am Dienstag die Räte. 

Die Stellplatzsatzung der Stadt Füssen sieht vor, dass von den 81 Parkplätzen, die für das Projekt nötig sind, 13 (sechs für das Pfarrzentrum und sieben für die Kindertagesstätte) unterirdisch und 68 oberirdisch angelegt werden. Wie das städtebaulich und wirtschaftlich am sinnvollsten gelöst wird, darüber sollen sich die Architekten im Wettbewerb Gedanken machen, so Beltinger. 

Mehr Tiefgaragenplätze 

Diese Verteilung sah Dagmar Rothemund allerdings kritisch. Sie fragte sich, ob man in der Tiefgarage nicht 50 statt nur 13 Stellplätze unterbringen könnte. „Das ist doch Jacke wie Hose.“ Eine Einschätzung, die Beltinger nicht teilte. Schließlich halte sich die Planung an die Stellplatzsatzung der Stadt. „Besucherstellplätze müssen oberirdisch sein. Erfahrungsgemäß nehmen Besucher die Tiefgaragenstellplätze nicht so gerne an.“ 

Um für die 68 oberirdischen Parkplätze jedoch keinen wertvollen Grund zu verschwenden, wollte Gerlinde Wollnitza (FWF) wissen, ob man einen entsprechenden Hinweis in die Planungsvorgabe aufnehmen könnte, was die Planerin bejahte. 

Weitere Vorgaben betreffen den Verkehr. Denn das Areal liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Realschule Füssen – eine nicht ganz einfache Situation. Deshalb hat sich die Planungsgruppe Kölz die Verkehrsbelastung um das Grundstück angeschaut und eine entsprechende Grundlage für die Auslobung des Wettbewerbsverfahrens erarbeitet. Das Ergebnis: Morgens und abends herrscht ein starker Hol- und Bringverkehr an der Realschule, erklärte Markus Schaible von der Planungsgruppe. Hinzu kommt, dass dort mittags vier ÖPNV-Busse zeitgleich Richtung Bahnhof abfahren. „Im gesamten Planungsgebiet sind fast überall Busse unterwegs.“ 

Bei der Betrachtung des ruhenden Verkehrs stellte sich außerdem heraus, dass „nicht unbedingt ein Parkierungsdruck da ist“. Deshalb sollte der Hol- und Bringverkehr räumlich entzerrt, die Routenführung des ÖPNV verändert und seine Haltestellen neu angeordnet werden. Dagegen könnte die Lehmannstraße künftig frei vom ÖPNV gehalten und als „Mischverkehrsfläche“ gestaltet werden. Auf diese Weise würde die Birkstraße vom Hol- und Bringverkehr entlastet. 

Schwierige Aufgabe 

Vor diesem Hintergrund fragte sich Georg Waldmann (SPD), ob die 81 Stellplätze wirklich festgeschrieben sind oder ob man nicht mit weniger auskomme. Doch davon hielt Beltinger nichts. „Bitte bleiben Sie bei dem, was bei Ihnen derzeit Ortsrecht ist“, appellierte sie. „Der Wettbewerb lebt davon, dass unterschiedliche Entwürfe hereinkommen.“ Außerdem werde die Stellplatzzahl erst in der Bauleitplanung festgeschrieben, fügte Bauamtsleiter Armin Angeringer hinzu. 

Daneben sehen die Planungsvorgaben für die räumliche Gestaltung des Kindergartens 925 Quadratmeter vor. Dieser Platz sei nötig, damit der inklusive Kindergarten mit sechs Gruppen so arbeiten kann wie er es bisher auch getan hat, erklärte Beltinger. In wie weit das förderfähig sei, müsse man allerdings noch abklären. Hinzu kommt ein gemeinsames Foyer, das die Kinderkrippe, die auf dem Areal schon besteht, an den Kindergarten anschließt, und die nötigen Erschließungsflächen. „Das ist richtig spannend und eine nicht ganz einfache Planungsaufgabe“, informierte die Planerin.

„Für mich ist wichtig, dass Sie den Rahmen setzen und den Auftrag geben“, meinte Beltinger abschließend. Auf Grundlage dieser Vorgaben könnte dann der Auslobungstext für den Wettbewerb formuliert werden. Die detaillierte Auslobung werde dann in der Preisrichtervorbesprechung genau durchleuchtet.

kk

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