Knappe Entscheidung

Füssener Stadtrat spricht sich für eine Stunde kostenloses Parken am Schwedenweg aus 

Autos auf Parkplatz im Füssener Schwedenweg
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Der Parkplatz am Schwedenweg ist gut besucht. Neben Füssenern, die die Sportanlagen nutzen, stellen dort auch Touristen ihre Fahrzeuge ab. Bisher durften sie hier mit Parkscheibe bis zu drei Stunden kostenlos parken. Künftig ist das auf eine Stunde begrenzt. Anschließend fallen Gebühren entsprechend der städtischen Parkgebührensatzung an

Füssen – Wer mit dem Auto zum Skate- und Bikepark fährt und es länger als eine Stunde am Parkplatz im Schwedenweg abstellt, wird künftig Parkgebühren zahlen müssen. Diese Entscheidung des Verkehrsausschusses hat am Dienstag nun auch der Füssener Stadtrat mit knapper Mehrheit bestätigt. Gescheitert ist damit Thomas Scheibel, Initiator des Füssener Bike- und Skateparks und FWF-Stadtrat, mit seinem Antrag, dass dort zumindest zwei Stunden kostenlos geparkt werden darf. 

Besucher der Sportanlagen, Touristen, Wohnmobile – der Parkstreifen im Schwedenweg wird gerne und oft genutzt. Vor allem, weil das Parken dort derzeit noch kostenlos ist. Mit Parkscheibe darf ein Fahrzeug hier bis zu drei Stunden abgestellt werden. Doch das wird sich nun ändern.

Bereits im Oktober hatte sich der Verkehrsausschuss mit einer Gegenstimme von Scheibel dafür ausgesprochen, dort Gebühren entsprechend der neuen Parkgebührenverordnung zu erheben, die seit Anfang des Jahres gilt (der Kreisbote berichtete). Das bedeutet: Zwischen 9 und 18 Uhr kostet Parken bis zu einer Stunde einen Euro, bis zu zwei Stunden zwei Euro und bis zu drei Stunden drei Euro. Ab der dritten Stunde soll die Tagespauschale in Höhe von vier Euro fällig werden. Über die genaue Regelung sollte aber noch der Stadtrat entscheiden.

Kritik an neuer Regelung

Deshalb beantragte Scheibel nun auf dem Parkplatz ein Freiparken von zwei Stunden zu ermöglichen. Nach der Sitzung des Verkehrsausschusses hätten ihn „unzählige Schreiben von Füssener Bürgern erreicht, die sich mit der neuen Regelung nicht anfreunden können.“ Der neue Skate- und Bikepark, für den die Füssener viel Geld gespendet haben, sei mittlerweile zu einem generationenübergreifenden Treffpunkt geworden. „Da unten sind so viele Leute unterwegs, die mit dem Skaten nichts zu tun haben“, meinte Scheibel. Senioren oder Familien mit Picknickdecken fahren dorthin, um das bunte Treiben zu genießen.

Hohe Kosten für jugendliche Nutzer

Auch wenn die meisten Nutzer zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen, reisen manche, beispielsweise Jugendliche aus dem Umland oder nach der Arbeit, mit dem Auto an. „Sofern Skateboarden zu ihren Hobbys gehört, betreiben aktive Skater dieses fast täglich. Für einen 18-Jährigen wäre es eine Menge Geld, jeden Tag beispielsweise zwei Euro Parkgebühren aufbringen zu müssen“, so Scheibel. Müssten sie künftig fürs Parken bezahlen, würden wohl viele fernbleiben oder auf benachbarte Straßen im Weidach ausweichen.

„Deshalb bitte ich darum, hier ein wenig großzügiger zu sein“, wandte sich der FWF-Stadtrat an das Kommunalparlament. Doch mit knapper Mehrheit lehnte das Gremium Scheibels Antrag ab und genehmigte stattdessen den Vorschlag der Stadtverwaltung. Analog der Gebühren an den Parkplätze am Weißen- und Alatsee ist künftig die erste Stunde am Parkplatz im Schwedenweg kostenlos. Danach fallen Parkgebühren entsprechend der Satzung mit einer Tagespauschale ab der dritten Stunde von vier Euro an.

Über diese Entscheidung zeigte sich Scheibel enttäuscht, wie er gegenüber dem Kreisbote erklärte. „Für mich ist es völlig unverständlich, warum man es den Einheimischen nicht gönnt, dass sie hier zwei Stunden kostenlos parken dürfen.“

kk

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