Harsche Kritik von CSU-Stadtrat an Antrag

Füssener Flieger dürfen aufstocken

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Am Himmel über Füssen werden künftig wohl mehr Ultraleicht-Flugzeuge zu sehen sein. Statt drei sollen künftig sechs dieser Flugzeuge in Füssen stationiert werden dürfen.

Füssen – Auf dem Füssener Segelfluggelände dürfen künftig bis zu sechs Ultraleichtflugzeuge stationiert werden. Einem entsprechenden Antrag des Luftsportvereins Füssen stimmte der Stadtrat jetzt einstimmig zu.

Bislang dürfen maximal drei Ultraleichtflugzeuge auf dem Gelände an der B310 starten und landen. Allerdings machten die Ratsmitglieder ihre Zustimmung von einer Bedingung abhängig. Eigentlich ist der Luftsportverein Füssen mit seinem Flugplatz vor allem für Segelflieger gedacht. 

Aber in dem nach eigener Aussage „kleinen, aber recht aktiven Segelflugverein“ gibt es auch Piloten, die Motorsegler oder Ultraleichtflugzeuge (UL-Flugzeuge) bevorzugen. Von letzterem durften bisher maximal drei auf dem Gelände an der B310 stationiert werden. Jetzt hat der Verein aber beim Luftamt Süd der Regierung von Oberbayern eine Aufstockung auf maximal sechs UL-Flugzeuge auf seinem Platz beantragt, da sowohl die ansässigen Vereine als auch einzelne Nutzer daran Interesse hätten. 

Ähnlich wie das Luftamt Süd hat auch die Stadtverwaltung keine Probleme mit dem Antrag des Vereins – zumindest unter der Voraussetzung, dass dadurch nicht mehr als insgesamt 2400 Starts pro Jahr erfolgen werden. Zuletzt waren es 1180 Starts im Jahr. „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass eine Aufstockung möglich ist“, fasste Bürgermeister Paul Iacob (SPD) eine Besichtigung des Flugplatzes durch das Kommunalparlament Ende Januar zusammen. 

Zu einer höheren Lärmbelastung der Anwohner werde es durch mehr UL-Flugzeuge nicht kommen, ergänzte Bauamtsleiter Armin Angeringer. Das hätten Vorführungen bei der Besichtigung gezeigt. „Der Motor ist nur während der Startphase zu hören“, erklärte er. 

Scharfe Kritik an der geplanten Aufstockung übte allerdings CSU-Stadtrat Dr. Christoph Böhm. „Diese Art von Sport passt nicht mehr in unsere umweltbewusste Zeit“, sagte Böhm mit Verweis auf den hohen Kerosin-Verbrauch der Flugzeuge. 

"Eklusiver Sport"?

„Der Schwerpunkt sollte hier Segelflug bleiben“, lautete seine Forderung. Vor allem aber störe ihn, dass immer mehr Flieger des Marktoberdorfer Vereins und von auswärts den Füssener Platz anfliegen würden. „Was wollen die alle auf unserem Flugplatz?“, fragte er und beantwortete sich die Frage gleich selbst – Schloss Neuschwanstein aus der Luft anschauen. „Die aus dem Unterland möchte ich hier nicht sehen!“ Ohnehin sei Fliegen ein „exklusiver Sport“. 

Bei seinem Fraktionskollegen Niko Schulte provozierte er damit allerdings scharfen Widerspruch. „Jeder hat`s beim Ortstermin mitbekommen!“, sagte er in Richtung Böhm. „Das möchte ich deshalb nicht so stehen lassen!“ Tatsächlich kommen die Piloten des Flugsportvereins Marktoberdorf nicht extra aus dem Norden angeflogen, um Schloss Neuschwanstein zu bewundern, sondern nutzen den Füssener Landeplatz als gleichberechtigter Partner der Füssener Flieger. 

Das gelte im Übrigen auch für die Pfrontener Drachenflieger, erläuterte Vereinsvorsitzender Thomas Bäurle den Ratsmitgliedern. „Der Füssener Platz ist der attraktive Flugplatz in unserem Landkreis“, sagte er. Grundsätzlich sei das Gelände im Stieranger nicht öffentlich von auswärtigen Piloten anfliegbar. „Das lehnen wir in der Regel aus Rücksicht auf die Anwohner ab.“ 

Nur in absoluten Ausnahmefällen gestatte der Verein auswärtigen Fliegern die Landung. Zu Böhms Kritik am Kerosin-Verbrauch der Flugzeuge sagte der Vorsitzende der Füssener Flieger, dass die Motorsegler und UL-Flugzeuge gar nicht mit steuerfreiem Kerosin betrieben werden, sondern normalem Super-Benzin. Ohnehin sei der Verbrauch der Flugzeuge durch moderne Technik immer weiter zurück gegangen auf mittlerweile 15 Liter pro Flugstunde. „Das ist ein Viertel des Verbrauchs von früher.“

mm

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