Montessori-Schule darf einziehen

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt darf die Montessori-Schule in das Erdgeschoss des ehemaligen AWO-Horts an der Von-Freyberg-Straße ziehen. Foto: Knoll

Füssen – Die Montessori-Schule darf zum „nächstmöglichen Zeitpunkt“ in das Erdgeschoss der Von-Freyberg-Straße 2 einziehen. Das hat der Stadtrat einstimmig abgesegnet. Bürgermeister Paul Iacob (SPD) machte klar: „Wenn wir heute nicht ,okay´sagen, dann kommt die Montessori-Schule nicht nach Füssen“.

Eigentlich wollte die Montessori-Schule für ein Jahr in einen Klassenraum der Berufsschule einziehen, bis sie eine dauerhafte Lösung gefunden hätte. Das Landratsamt Ostallgäu gab dafür auch schon grünes Licht (der Kreisbote berichtete). So hing alles an der Regierung von Schwaben. Doch hier wurde „die Unterbringung in der Berufsschule als nicht für gut befunden“, sagte Iacob. Denn diese sei eine Einheit, deshalb wolle die Regierung von Schwaben ihre Aufteilung auf unterschiedliche Räume in der Berufsschule verhindern. 

Ihr Einzug ins Erdgeschoss der Von-Freyberg-Straße 2 zum nächstmöglichen Zeitpunkt würde sie jedoch begrüßen, so der Rathauschef. Dann hätte die Montessori-Schule eine Sicherheit. Deshalb schlug er auf Antrag von Ursula Lax (CSU) vor die Unterbringung zu genehmigen, das Erdgeschoss soweit wie nötig zu renovieren und dann „alles abzurufen, was an Förderung (für die Obergeschosse – Anmerk. der Redaktion) möglich ist“, bevor man entscheidet, wer in die oberen Geschosse einziehen darf. 

Die Renovierung des Erdgeschosses würde laut Schätzungen des Architekten Engelbert Lochbihler 110.000 Euro betragen, so der Rathauschef. Allerdings würde die Stadt auch sofort Mieteinnahmen, sechs bis sieben Euro pro Quadratmeter, bekommen. 

Förderung erst ab Herbst 2015 möglich 

Dr. Anna Derday (FW) wollte jedoch zunächst prüfen, ob die Stadt nicht schon Fördergelder für den Umbau des Erdgeschosses bekommen könnte. Doch das sei so schnell nicht möglich, meinte Iacob. Denn die Stadt sei momentan in keinem Förderprogramm. Die Städtebauförderung laufe aus, und um in das Programm „aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ zu kommen, müsse die Stadt erst ein integriertes Stadtentwicklungskonzept aufstellen. Da das jedoch Zeit braucht, könne die Stadt frühestens im Herbst 2015 in ein solches Programm reinkommen. Fördermöglichkeiten für das Erdgeschoss habe die Regierung von Schwaben aber „grundsätzlich nicht ausgeschlossen“, erklärte Kämmerer Helmut Schuster. „Es ist nicht so, dass wir untätig waren“, so Schuster. 

Den Beschlussvorschlag begrüßte Derdays Parteikollege Andreas Ullrich. Bis zum Einzug müsse „nicht alles zu 100 Prozent fertig sein“, meinte er. Die lauten Umbauarbeiten könne man schließlich in den Sommerferien 2015 machen. „Bis dahin haben wir auch die Förderbescheide“. Doch Architekt Engelbert Lochbihler sah darin Probleme. Wenn die Volkshochschule in die Obergeschosse einziehen würde, müsste man ein Treppenhaus anbauen und das „dauert länger als sechs Wochen“. Außerdem wäre die Lärmbelästigung groß. Wenn die Schule einziehen darf, müsse er deshalb möglichst schnell wissen, was in die oberen Stockwerke reinkommt.

„Die Ausgangslage war eine andere.“ Dr. Christoph Böhm

Zu überstürzt war das ganze Vorhaben jedoch Dr. Christoph Böhm (CSU). „Die Ausgangslage war eine andere“, merkte er an. So war die Rede, dass die Schule erst in zwei Jahren in das Haus einziehen würde. Dann hätte man genug Zeit zum Renovieren gehabt. Jetzt seien die Stadträte unvorbereitet und im Zugzwang. „Wir haben keine Aussage zu den Zuschüssen, weil alles zu schnell geht“. Dennoch segnete am Ende auch er gemeinsam mit seinen Stadtrats-kollegen den Beschluss-vorschlag ab. kk

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