Stadt lässt Bebauungsplan für Interimsparkplatz bei Fischerbichl aufstellen

Stadt Füssen plant neuen Parkplatz vor Hopfen - BUND kündigt Widerstand an

Hopfensee mit Boot
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Die Idylle von Hopfen könnte demnächst Risse bekommen. Ein geplanter Parkplatz stößt auf Widerstand von Umweltschützern.
  • Katharina Knoll
    vonKatharina Knoll
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Füssen – Einen neuen Parkplatz am östlichen Ortseingang von Hopfen hat jetzt der Füssener Stadtrat auf den Weg gebracht. Dieser soll die Parkplätze im Ort ersetzen, die durch den geplanten Fahrradweg wegfallen werden. Um die rechtliche Grundlage dafür zu schaffen, stimmte der Stadtrat nun mehrheitlich der Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplans und der Änderung des Flächennutzungsplans zu. Nur die SPD-Fraktion wollte hier nicht mitgehen. Ihr war der Aufwand für dieses Provisorium zu groß. 

Wenn die Sonne vom Himmel lacht, zieht es viele Spaziergänger, Wanderer und Fahrradfahrer an die Riviera des Allgäus. Und das führt mitunter zu gefährlichen Situationen. Deshalb möchte die Stadt Füssen nun einen Fahrradweg entlang der Uferstraße anlegen (der Kreisbote berichtete) und die Parkplätze entlang des Sees um 90 Grad drehen.

Weil dadurch aber gut die Hälfte der Parkplätze wegfallen werden, plant die Stadt zwei Auffangparkplätze vor den Toren des Ortes, an der Ost- und Westseite anzulegen. Während der Parkplatz auf der Westseite in den Bebauungsplan (B-Plan) „Uferstraße Süd“ integriert werden kann, muss die Stadt für den an der Ostseite einen eigenen B-Plan aufstellen und den Flächennutzungsplan ändern, informierte Bauamtsleiter Armin Angeringer.

Außerdem liegt der Bereich im Landschaftsschutzgebiet. Deshalb hat die Stadt nur unter der Voraussetzung grünes Licht von den Behörden bekommen, dass der Parkplatz mit seinen ca. 100 Stellplätzen, von denen ca. zehn für Wohnmobile vorgesehen sind, rückstandslos zurückgebaut werden kann, informierte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU). „Da wird nichts geteert.“ Denn der Parkplatz soll nur solange an dieser Stelle bleiben, bis die Stadt das Grundstück auf der gegenüberliegenden Seite kaufen und ihn dort fest anlegen kann, so der Rathauschef. Doch das wird nicht vor 2026 geschehen. „Man muss das Gesamtkonzept sehen.“

Trotzdem appellierte Magnus Peresson (UBL) dabei so schonend wie möglich mit der Landschaft umzugehen. „Die Südansicht (von Hopfen – Anmerk. d. Red.) mit der romanischen Kirche war immer ein Juwel“, so Peresson. Deshalb forderte er, den Parkplatz so in die Landschaft einzubinden, dass er optisch nicht störe. Schließlich punkte Füssen neben seiner Nähe zu den Königsschlössern vor allem mit seiner wunderschönen Landschaft.

Diesem Appell schlossen sich auch Peter und Simon Hartung (beide CSU) an. „Wir beschäftigen und schon lange mit dem Fahrradchaos und suchen nach Lösungen“, sagte Simon Hartung. Deshalb freute er sich, dass an dieser Stelle ein Parkplatz möglich sei. Aus ökologischer Sicht sprach er sich dafür aus, den Parkplatzsuchverkehr so weit wie möglich zu reduzieren.

Sehr skeptisch betrachtete dagegen die SPD-Fraktion das Projekt. Nach ersten Schätzungen der Stadtverwaltung werde der neue Radweg rund 1,2 Millionen Euro und die Parkplätze etwa 300.000 Euro kosten, informierte Hauptamtsleiter Peter Hartl die Räte. Dabei sei jedoch eine Förderung von bis zu 90 Prozent möglich, ergänzte Eichstetter. Trotzdem war der SPD dieser Aufwand für ein Provisorium und auch der Flächenverbrauch zu groß. „Wir können dem zu wenig Positives abgewinnen“, sagte Nieberle.

BUND Füssen kündigt Widerstand gegen Parkplatz an

Füssen – Der geplante Parkplatz im Landschaftsschutzgebiet (LSG) bei Hopfen stößt beim BUND Füssen auf Widerstand. „Wir lehnen Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet grundsätzlich ab!”, sagte Zweiter Vorsitzender Walter Hundhammer am Donnerstag im Gespräch mit dem Kreisboten. Vorsitzender Michael Käs verwies darauf, dass Eingriffe in das LSG grundsätzlich verboten seien. In der Vergangenheit seien bereits zu viele Ausnahmen davon gemacht worden. Auch wenn der Parkplatz nur provisorisch angelegt werden soll, befürchten beide eine unumkehrbare Zerstörung des dortigen Moores. „Das Moor ist dann zerstört und lässt sich nicht mehr renaturieren”, so Käs. Ohnehin besteht aus Sicht des BUND Füssen keine Notwendigkeit für einen weiteren Parkplatz bzw. für einen Radweg durch Hopfen, da in der Uferstraße Tempo 30 vorgeschrieben ist. „Wenn aber unbedingt ein Radweg gebaut werden soll, dann sollte einfach auf die Parkplätze verzichtet werden“, meint Käs. Denn weniger Parkplätze bedeuten auch weniger Touristen in einer vom Overtourism besonders stark betroffenen Region. „Viele Hopfener wären froh über weniger Touristen”, so Käs. Zunächst wollen beide aber die genauen Pläne abwarten.

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