Stadt kauft Grundstück in der Floßergasse

Füssen: Bauen, sanieren, regulieren

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Die Stadt hat das Grundstück unterhalb des Franziskanerklosters gekauft. Die dortigen Häuser sollen abgerissen und durch neue ersetzt werden.

Füssen – Dass immer mehr Senioren ihren Lebensabend in Füssen verbringe wollen, ist zwar laut Bürgermeister Paul Iacob (SPD) „eine gute Sache“. Gleichwohl stelle diese Entwicklung die Stadt auch vor Probleme, gab er am Montagabend in der Bürgerversammlung im „Haus der Gebirgsjäger“ unumwunden zu.

Denn die Zuzügler nehmen Einheimischen Wohnraum weg. Um hier gegenzusteuern, beabsichtigt die Stadt unterhalb des Franziskanerklosters um die acht Sozialwohnungen zu bauen. Dafür habe sie das Grundstück unlängst gekauft. Und das ist nicht das einzige städtische Wohnbauprojekt. 

Nach mehreren gescheiterten Versuchen von Manfred Wagner, unterhalb des Franziskanerklosters in der Floßergasse Wohnhäuser zu bauen (der Kreisbote berichtete mehrfach), hat die Stadt nun zugeschlagen: Seit kurzem ist das Areal in ihrem Besitz, wie Bürgermeister Iacob am Montagabend bekannt gab.

Oberstes Ziel sei, die vorhandenen baufälligen Häuser abzureißen und an ihrer Stelle neue für Sozialen Wohnungsbau zu errichten. Er rechne mit Platz für acht Wohnungen, so Iacob. Gleichzeitig habe die Stadt die Planungshoheit, sodass es im Gegensatz zur Vergangenheit keine Probleme mit dem Denkmalschutz geben werde. „Wir bauen im Bestand, das ist sicher“, sagte er auf Nachfrage von Harald Vauk. Gleichzeitig könne der berühmte „Quaglio-Blick“ über die Altstadt bewahrt werden. „Wir können uns dort eine kleine Plattform vorstellen“, sagte Iacob.

 In der Vergangenheit waren die Projekte Wagners auch daran gescheitert, dass sich massiver Widerstand gegen die mögliche Verbauung des Blickachse durch seine Häuser formiert hatte. 

Appell an Fraktionen

Doch die Floßergasse ist nicht das einzige Wohnbauprojekt, das die Stadt derzeit vorantreibt. So ist auf den ehemaligen Flächen für das „Allgäuer Dorf“ zwischen B310 und B16 ein modernes Stadtquartier mit einem Mix aus Wohnen und Gewerbe entstehen (der Kreisbote berichtete mehrfach). 

Den Startschuss für einen Realisierungswettbewerb verzögerte der Stadtrat bekanntermaßen jedoch unlängst. Zunächst soll eine Klausurtagung dazu stattfinden. Gleichwohl zeigte sich Iacob am Montagabend optimistisch. „Wir haben die Möglichkeit, dort 2021 die ersten Häuser zu bauen!“ Deshalb appellierte er an die Fraktionen im Stadtrat, das Projekt nicht aus „parteipolitischen Gründen“ zu verhindern. „Unsere Füssener sind es wert, dass wir das machen!“ 

Allerdings sind noch nicht alle dafür erforderlichen Flächen auf dem Areal westlich des Festspielhauses im Besitz der Stadt, wie Iacob auf hartnäckiges Nachfragen eines Bürgers eingestehen musste. „Aber wir sind in Gesprächen!“ Zudem habe der jetzige Grundstücks-Eigentümer bereits zugesichert, die Pläne der Stadt mitzumachen. „Der Eigentümer hat gesagt, er unterstützt, was im Bebauungsplan enthalten ist“, berichtete der Bürgermeister. 

Ziegelwies wird saniert

Neben dem Bau neuer Wohnungen soll aber auch der Bestand an bereits vorhandenen städtischen Immobilien wie etwa in der Ziegelwies auf Vordermann gebracht werden, kündigte Iacob an. In den dortigen städtischen Liegenschaften werde sogar noch mit Kohle und Holz geheizt. „Wir werden dort sanieren müssen.“ 

Dafür soll, wie ebenfalls bereits berichtet, gleichfalls ein Realisierungswettbewerb stattfinden. Es mache keinen Sinn, jeder Wohnung einzeln nach einem Mieterauszug zu sanieren. Stattdessen soll für alle kommunalen Liegenschaften in der Ziegelwies ein Konzept entwickelt werden. Denkbar sei dabei auch ein gemeinsames Blockheizkraftwerk, erläuterte der Rathauschef. 

"Hier nicht!" 

Über Bau und Sanierung von neuen und bestehenden Wohnungen hinaus arbeite die Verwaltung derzeit aber auch noch an weiteren Instrumenten zur Regulierung des Wohnungsmarktes. Dazu gehörten unter anderem eine Erhöhung der Zweitwohnungssteuer und eine pauschalisierte Kurtaxe (der Kreisbote berichtete bereits). „Das wollen wir jetzt konsequent einführen!“, kündigte Iacob am Montagabend an. Geplant ist außerdem eine Zweckentfremdungssatzung, mit deren Hilfe Ferienwohnungen künftig in gewissen Teilen der Stadt ausgeschlossen werden sollen. „Es gibt bestimmte Gebiete, wo wir sagen: Hier nicht!“

mm

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