Syrisch-orthodoxe Christen blicken auf Bürgerkrieg

Für Frieden beten

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Um ihren Patriarchen, der in Deutschland bei einem Klinikaufenthalt verstorben ist, trauern Saliba Aygün (v.l.), Ferit Motor, Pfarrer Yevno Cepe und Yusuf Ihrimoglu von den syrisch-orthodoxen Christen.

Füssen – Da die Radikalität im syrischen Bürgerkriegs zunimmt, sehen sich Christen in ihrer Heimat den Folgen von Zerstörung und Vertreibung ausgesetzt. Darauf weisen jetzt die in Füssen lebenden Mitglieder der syrisch-orthodoxen Gemeinde hin.

Es handelt sich um derzeit 100 Familien, die ersten kamen 1960 als Gastarbeiter ins Ostallgäu. Laut dem 1. Vorsitzenden der Gemeinde, Ferit Motor, werde gemeinsam versucht, die „verfolgten und geflüchteten Brüder und Schwestern zu unterstützen“. Es gebe Kontakte, „doch zur Zeit sind die Verbindungen unterbrochen“, so Motor im Gespräch mit dem Kreisbote, das in der Reichenstraße im Begegnungsraum der Syrisch-Orthodoxen stattfand. 

Saliba Aygün engagiert sich im Namen der Gemeinde, die gute Beziehungen zu den Evangelischen und Katholiken im Raum Füssen unterhält, im Arbeitskreis Asyl. Besonders tragisch sind diese Ereignisse, weil Syrien eine besondere Bedeutung für das Christentum hat. „Das ist die Ursprungsregion unseres Glaubens. Hier lebt das Aramäische. Das ist die auch hier in Füssen bei unserer Eucharistiefeier zu hörende Sprache Jesu“, so Aygün. „Und jetzt nimmt die Zahl der Christen in Syrien ab. Sie sind zwischen die Fronten geraten.“ 

Bevor es die Protestbewegung gab, lag laut Aygün der Anteil der Christen bei zehn Prozent. In Füssen laden die 350 Christen der syrisch-orthodoxen Kirche zur Eucharistiefeier in die Krippkirche in der Fußgängerzone und ins Gotteshaus St. Sebastian am Alten Friedhof ein.

Chris Friedrich

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