Bürgermeister-Kandidat Eichstetter legt Verkehrskonzept

Neuer Anlauf für Tunnel unter Füssen

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Langfristig will die Füssener CSU die Idee eines Tunnels unter dem Kaiser-max-Platz wieder aufgreifen.

Füssen – Mit einem vierstufigen Verkehrskonzept will die Füssener CSU um ihren Bürgermeisterkandidaten Maximilian Eichstetter im Falle eines Wahlsieges das Füssener Verkehrsproblem angehen:

In einem ersten Schritt soll, wie bereits am Samstag im Kreisbote berichtet, ein digital vernetztes Ampelsystem ab der A7 bis zum Bannwaldsee installiert werden, um den Verkehr in der Kernstadt zu entzerren. 

Langfristig will Eichstetter aber die Zahl der Autos in der Innenstadt verringern und greift dafür die Idee eines Tunnels wieder auf. Außerdem sollen ÖPNV und Radweg ausgebaut werden. 

Unter der Überschrift „Großprojekt 2030“ besinnt sich Eichstetter auf die bereits in der Vergangenheit mehrfach angestellten Überlegungen eines Tunnel unter der Füssener Innenstadt. Für umsetzbar hält er vor allem den einst vom ehemaligen CSU-Stadtrat Dr. Martin Beyer entworfenen Tunnel unter dem Kaiser-Max-Platz hindurch. „Auch wenn es mehrere Möglichkeiten der Umfahrung gibt, empfehle ich ganz klar die Variante ‚Dr. Beyer-Tunnel‘“, sagt er. 

Diese sieht auf einer Gesamtlänge von 835 Metern eine Untertunnelung der Augsburger Straße ab dem alten Landratsamt unter dem Kaiser-Max-Platz hindurch bis zum Pulverturm vor. Die so vom Autoverkehr befreiten Abschnitte der Augsburger Straße und der B16 könnten zur verkehrsberuhigten Zone werden. „Diese Zone kann daher nur für besondere Aufgaben genutzt werden. Dazu gehören etwa der ÖPNV, Anlieger, Zulieferer, Rettungsdienste, Radfahrer oder Hotelgäste. 

Alternativ dazu könnte die Idee von Stadtrat Magnus Peresson (UBL) weiter verfolgt werden, der bekanntlich einen Tunnel durch den Schwarzenberg bis Hohenschwangau vorsieht (der Kreisbote berichtete). 

Aber auch die Idee einer Umfahrung will Eichstetter noch nicht endgültig zu den Akten legen. Möglich sei seiner Ansicht nach die bereits in der Vergangenheit von Ehrenbürger Alfred Köpf vorgeschlagene Variante einer Umfahrung ab der B310 am Forggensee und Lech entlang bis zur B16-Brücke. Die Auffahrt auf die Brücke könnte auf der westlichen Seite des Lechs und somit noch vor der „Horner Gabel“ gebaut werden. 

Alle weiteren Varianten einer Umgehung sollten laut Eichstetter dagegen nicht weiter verfolgt werden. „Die Voranalysen haben ergeben, dass diese nicht umgesetzt werden können“, erläutert er. 

Bis dieses Zukunftsprojekt angegangen werden kann, soll mit weiteren kurz- und mittelfristigen Maßnahmen die Innenstadt vom Verkehr entlastet werden. Ein wesentlicher Baustein dabei ist die die Stärkung des ÖPNVs. „Hierzu möchten wir die Planungen fraktionsübergreifend vorantreiben“, so der Bürgermeister-Kandidat. „Erste Gespräche mit der zukünftigen Fraktion der Grünen haben bereits stattgefunden.“ 

Nach Einschätzung der CSU hat der ÖPNV derzeit mit mehreren Problem zu kämpfen. Zum einen sei die Einwohnerzahl in den umliegenden Ortschaften niedrig, wodurch die Wahl der Linienführung erschwert werde. „Unwirtschaftliche Umwege sind notwendig, um wenige Einwohner zu bedienen.“ Zum anderen müsse die Mehrheit der Fahrgäste lange Fußwege zu den Haltestellen in Kauf nehmen. „In den Rand- und Zwischenzeiten ist die Nachfrage klein und das Angebot entsprechend unattraktiv“, beschreibt er die Situation. 

Um Abhilfe zu schaffen, schlägt Eichstetter vier Schritte vor: 

• Digitalisierung der Busfahrpläne: Optimierung der Onlinefahrpläne und Schaffung der Grundlagen, um eine Reiseplanung mit Echtzeitdaten und das Ticketing für die Regionalbusse zu schaffen.

• Ausbau der Fahrtfrequenz: soll in der Hochsaison vor allem in den Abendstunden zwischen Füssen, Hopfen und Weißensee erfolgen. Erste Gespräche mit der RVA hätten bereits stattgefunden. Los gehen könnte es bereits heuer im August oder September 

• Bessere Kommunikation der „Fahrgastoffensive Ostallgäu“

• Ausbau des Haltestellennetzes: „Wir werden die Einführung einer Testphase des sogenannten Rufbusses detailliert vorbereiten und dem zukünftigen Stadtrat vorstellen“, kündigt er an. Ziel sei, mit intelligenten Lösungen wie einem digital buchbaren „Rufbus“ das „Problem der ersten und letzten Meter zu reduzieren und die Bürger schneller an ihr Ziel zu bringen“. Eine Testphase könnte zeitnah beginnen

 • Umsetzung des von der CSU vorgestellten Busparkkonzeptes (der Kreisbote berichtete

Ein weiterer Baustein des Konzepts ist der Ausbau des Radverkehrs. „Mit dem Acht-Punkte-Plan wollen wir mit der Radwegeförderung 2025 ein optimiertes und ausgebautes Radverkehrsnetz in Füssen“, sagt Eichstetter. Dabei sollen bestehende Radwege erneuert und ausgebaut sowie zusätzliche gebaut werden. Außerdem soll es mehr Fahrradabstellanlagen geben – also positive Anreize gesetzt werden, sich verstärkt aufs Rad zu setzen. 

„Restriktive Maßnahmen, die etwa die Nutzung des Pkw erschweren, sind nicht Bestandteil dieser Planung“, betont Eichstetter. Darüber hinaus sind ein „Duales Netz“, Autonome Radwege, Radschnellwege ins Umland, ein stärkeres Angebot an Leihrädern, eine „Grüne Welle für Radfahrer“, neue Fahrradparkhäuser sowie eine Polizei-Fahrradstaffel vor allem im Sommer geplant, um Radfahren in Stadt und Umland attraktiver zu machen.

 „Ziel ist es, den Anteil des Radverkehrs in Füssen zu verdoppeln“, kündigt der CSU-Kandidat an. Bis 2028 soll demnach der Anteil des Radverkehrs am Füssener Gesamtverkehrsaufkommen auf 15 Prozent steigen.

Matthias Matz

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