Füssens Bauamtsleiter spricht über die Erweiterungspläne des Hotels Sonne

Genehmigung in jedem Fall

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Das Hotel Sonne darf jetzt doch erweitern. Die Genehmigung kam aber nicht durch ein Fristversäumnis zustande, wie jetzt Bauamtsleiter Armin Angeringer gegenüber dem Kreisbote sagte.

Füssen – Umstritten sind die Erweiterungspläne des Hotels Sonne im Stadtrat. Einen entsprechenden Antrag hatte der Bauausschuss im November 2016 abgelehnt. Jetzt darf das Hotel trotzdem bauen, doch wie kam es zu dieser Genehmigung? Dazu äußert sich jetzt Füssens Bauamtsleiter Armin Angeringer.

Durch ein Fristversäumnis der Stadt Füssen sei es zu der Genehmigung gekommen, hatte Gudrun Hummel, Baujuristin am Landratsamt Ostallgäu, auf Nachfrage des Kreisbote erklärt. Doch dem widerspricht jetzt Bauamtsleiter Armin Angeringer. „Dies ist unzutreffend“, sagte er gegenüber unserer Zeitung.

„Zutreffend ist dagegen, dass die nachträglich mehrfach geänderte Planung genehmigt wurde“, weil sie nach Ansicht des Landratsamtes unter bestimmten Auflagen den gesetzlichen Anforderungen entsprach, so Angeringer. 

Vorgaben erfüllt 

Nachdem der Bauausschuss im Mai 2016 den Bauantrag unter den Auflagen der Stellplätze, der Fassadengestaltung, der Tiefgarage mit Turmfragment und einer Dienstbarkeit unter den Arkaden abgesegnet hatte, besprach die Stadtverwaltung das mit den Bauherren, deren Architekten und Rechtsanwalt sowie Vertretern der Bodendenkmalpflege und des Landratsamtes Ostallgäu, erklärte der Füssener Bauamtsleiter. „Daraus ergaben sich Planänderungen, die im Bereich der Fassadengestaltung in wesentlichen Teilen zu einer Erfüllung der städtischen Vorgaben führten, zum Teil auch unter Berücksichtigung der Auflagen in der Genehmigung.“ 

Daneben stimmte laut Angeringer die Fachbehörde zu, die Turmfragmente zu entfernen, so dass der Bauherr die Tiefgarage nicht verändern musste. Außerdem schaute sich die Denkmalpflege die Pläne für die ostseitigen Gauben an. „Die Lösung widersprach nach Auffassung des Landratsamtes keinen seitens der Stadt Füssen zu stellenden Anforderungen mehr. Ähnliches galt hinsichtlich der Dienstbarkeit im Arkadenbereich“, so Angeringer. 

Wann läuft Frist ab? 

Blieb also nur noch die Zwei-Monatsfrist. Und wann diese ablief, darüber sind Landratsamt und Stadt offenbar unterschiedlicher Ansicht. „Der Lauf der Zwei-Monatsfrist beginnt neu, wenn die Planung in wesentlichen Bestandteilen geändert wird oder wesentliche Unterlagen nachgereicht werden. Hiervon ist die Stadt Füssen ausgegangen, da dies mehrfach der Fall war, unter anderem wurden die Pläne am 31.03.2017 fast vollständig ausgetauscht“, sagte der Bauamtsleiter. „Das Landratsamt schloss sich dieser Auffassung dennoch nicht an, sondern beurteilte die Änderung als hierfür nicht umfangreich genug“, fügte Angeringer hinzu. 

Kein anderes Ergebnis 

Am Ergebnis selbst hätte das nach Ansicht des Bauamtsleiters aber dennoch nichts geändert. „Die entwickelten Änderungen erreichten schließlich einen Stand, bei dem die Bauaufsichtsbehörde einen Anspruch auf Erteilung der Genehmigung erkannte. Damit wäre auch bei einer früheren erneuten Beratung im Ausschuss oder einer anderen Form einer früheren Ablehnung kein anderes Ergebnis erzielt worden“, informiert Angeringer. „Die Genehmigung wäre in jedem Fall erteilt worden.“ 

Katharina Knoll

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