Stabwechsel im Füssener Rathaus

Füssens Bürgermeister Paul Iacob übergibt den Rathausschlüssel an Maximilian Eichstetter

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Symbolisch übergibt Bürgermeister Paul Iacob (links) den Schlüssel des Füssener Rathauses an seinen Nachfolger Maximilian Eichstetter.

Füssen – Nach 12 Jahren ist Schluss: Bürgermeister Paul Iacob (SPD) hat am heutigen Donnerstag symbolisch den Schlüssel des Rathauses seinem Nachfolger Maximilian Eichstetter (CSU) übergeben. In kleiner Runde redete er im Rathauses über seine Pläne und was er sich für die Zukunft Füssens erhofft. 

„Der heutige Tag ist ein sehr großer Moment, der eine Stadt immer bewegt“, erklärte Iacob. „Die Institution Bürgermeister hat sich seit dem Mittelalter über viele Jahrhunderte absolut bewährt.“ Auch wenn sich die Aufgaben im Laufe der Zeit verändert hätten. Während er früher Recht gesprochen und über Krieg und Frieden entschieden habe, sei er heutzutage ein Bindeglied zwischen der Stadtverwaltung und der Gesellschaft. Und dabei spiele die Kommunikation eine ganz wesentliche Rolle. Schließlich bestünde in Zeiten des Internets die Gefahr, dass alle Meldungen, die online kursieren, für wahr gehalten werden. Deshalb habe die Stadtverwaltung auch das Amt des Pressereferenten eingeführt, damit sich die Bürger bei den wesentlichen Informationen auf den Wahrheitsgehalt verlassen können. 

Weiter in die Zukunft gehen

Trotzdem gebe es immer einmal kritische Stimmen. Denn: „Als Bürgermeister kann man es nie allen recht machen.“ Deshalb braucht er Rückgrat – und die Gewissheit, nach bestem Wissen und Gewissen für die Zukunft der Stadt entschieden zu haben. Er sei sich sicher, dass Maximilian Eichstetter genau so abwägen werde. 

„Ich bin überzeugt, dass die Stadt in der kommenden Periode weiter in die Zukunft geht“, fügte Iacob hinzu. Dabei wünscht er sich, dass die Politik weiterhin alle gesellschaftlichen Gruppen im Blick hat, die Stadt ihre weltweiten Partnerschaften pflegt und ein Mittelzentrum bleibt, um zusammen mit den umliegenden Kommunen in Zweckverband die Region südliches Ostallgäu zu gestalten. Außerdem sollte sie ihre Kultur weiterpflegen, schließlich sei sie das Alleinstellungsmerkmal der Stadt Füssen. 

Dank an Mitarbeiter

Abschließend richtete Iacob seinen Dank an alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der städtischen Eigenbetriebe. „Sie haben mich engagiert zwölf Jahre lang begleitet.“ Auch wenn so manche Bürger ihn und die Verwaltung stark kritisiert hätten, hätten ihn die meisten positiv begleitet. So habe er in den vergangenen Tagen zahlreiche Dankeschön-E-Mails erhalten, erklärte Iacob. Das zeige: „Die Arbeit war nicht umsonst. Wir sind den richtigen Weg gegangen.“ 

In seinem neuen Lebensabschnitt möchte er sich nun aber verstärkt seinen Ämtern rund um die Via Claudia Augusta und seinem Engagement in Afrika widmen. „Ich freue mich auf meine Familie, meinen Garten und aufs Lesen.“ Schließlich sei sein Privatleben in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen. 

Kollegialität statt Freundschaft

Gleichzeitig wollte er seinem Nachfolger einen anderen Amtsantritt ermöglichen, als er ihn seinerzeit erlebt hatte. Wegen eines Formfehlers bei der Stadtratswahl 2008 musste Iacob mehrere Monate lang die Stadt allein leiten. „Ich freue mich, heute Maximilian Eichstetter nicht meine Freundschaft, sondern meine Kollegialität anzubieten“, sagte Iacob. Er werde sich nicht in die Politik seines Nachfolgers einmischen, stehe aber zur Verfügung, falls dieser Fragen habe. „Meine Zeit endet aufgrund meines Alters und der Gesetzgebung. Ich freue mich, dass es zu einem Generationswechsel kommt“, sagte Iacob und gratulierte Eichstetter noch einmal zu dessen deutlichem Wahlergebnis. 

„Ich bedanke mich für die intensive Übergabe in den letzten Wochen“, sagte Eichstetter zu seinem Vorgänger. Iacob hinterlasse sehr große Fußstapfen, „in die ich hoffentlich hineinwachsen werde. Ich freue mich, dass wir ab jetzt offiziell loslegen dürfen.“

kk

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