Iacob fordert Unterstützung

SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr besucht Füssen

+
Ulrike Bahr (SPD) erhält von Bürgermeister Paul Iacob ein Präsent. Bund und Kommunen brauchen einen Schulterschluss, damit Problemlösungen im sozialen Bereich möglich werden, hieß es zuvor im Büro des Rathauschefs.

Füssen – Beim Austausch zwischen der SPD-Bundestagsabgeordneten Ulrike Bahr und Bürgermeister Paul Iacob (SPD) ging es am vergangenen Donnerstag vor allem um die Frage: Wo überall drückt in Füssen der Schuh? Vor allem beim Wohnungsbau sieht Iacob auch den Bund in der Pflicht. 

Aus dem weiten Feld der Familien- und Sozialpolitik wurden am Ende des Besuchs der Abgeordneten im Füssener Rathaus zwei Hauptthemen herausgegriffen: Wie könnte mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden und wie könnte die Stadt den per Gesetz festgelegten Anspruch von Eltern auf einen Kita-Platz für ihre Kinder einlösen? 

Augsburg-Stadt ist der Wahlkreis von Bahr, die 1964 in Nördlingen geboren wurde. Die Haupschullehrerin ist seit 2013 Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Einer ihrer Schwerpunkte, wie sie in Füssen unterstrich, ist die Arbeit fürs Familienministerium. Um eine Brücke von Berlin nachhause bauen zu können, besucht Bahr derzeit zahlreiche schwäbische Kommunen. Als Gast bei Iacob sei sie zum ersten Mal, erklärte sie.

Bahrs Besuch, zu dem auch ein Rundgang im Museum der Stadt gehörte, soll signalisieren, dass sich Politiker dafür mitverantwortlich fühlen, welche Probleme bei der konkreten Umsetzung der in Berlin gemachten Gesetze auf der kommunalen Ebene auftreten können. Iacob machte deutlich, dass mit kleineren und größeren Baumaßnahmen die Betreuung von Kindern in Füssen verbessert werden könnte. Ein Beispiel: In der „Pusteblume“ werde die Sanierung eines Raums „sofort angepackt“.

 Durch diese Maßnahme, so Iacob, sei es dann möglich, dass auch Kinder aus St. Gabriel hier betreut werden könnten. Die katholische Einrichtung in Füssen-West hat mit Brandschutzmängeln zu kämpfen und wird bekanntlich zugunsten eines geplanten Neubaus geschlossen.

Bund in der Pflicht

Ein weiteres großes Problem sei derzeit, räumliche Voraussetzungen für die Ganztagsschule zu schaffen. Für die unterrichteten Kinder im Grundschulalter müssten „zusätzliche Räume geschaffen werden, wo Schülerinnen und Schüler essen und sich erholen können“, so Iacob. 

Unterstützung vom Bund bräuchten die Kommunen beim Wohnungsbau. Durch Zuzüge von Senioren und Arbeitskräften sei die Stadt nach wie vor am Wachsen und habe mittlerweile mehr als 15.000 Einwohner. In dieser im Grunde hocherfreulichen Situation könne aber zu wenig günstiger Wohnraum angeboten werden, fasste Iacob das Ergebnis der Entwicklung zusammen. 

Auch die Zahl der Geburten in der Klinik Füssen steige, wie die Krankenhausabteilung melden kann. All das sind Faktoren, die dazu führen, dass die Nachfrage nach Wohnungen, deren Miete für ein normales Einkommen erschwinglich ist, wachse. 

Iacob wies in diesem Zusammenhang auf Neubauten des Siedlungswerks hin. Dadurch könne aber nur teilweise Abhilfe geschaffen werden. Denkbar sei, so der Bürgermeister auf Nachfrage, das einst für das „Allgäuer Dorf“ vorgesehene städtische Gelände im Norden der Stadt für den Bau neuer Wohnungen für Mieter mit einem geringeren Einkommen zu nutzen. Bahr und Iacob betonten, dass es den Populisten weiterhin nicht gelingen sollte, mögliche Politikverdrossenheit zusätzlich zu schüren und die Kluft zwischen beiden Gruppen zu vergrößern. Um dies in Griff zu bekommen, sei „eine offensive Förderung durch den Bund für die Kommunen“ wünschenswert, so der Füssener Bürgermeister. 

Mit der Abgeordneten stimmte Iacob überein, dass hier ein enger Schulterschluss notwendig sei. Bahr sicherte Iacob abschließend zu, den frischen Kontakt zu den schwäbischen Rathauschefs aufrecht zu halten.

cf

Auch interessant

Meistgelesen

Robert Lewandowski kommt zur Weihnachtsfeier nach Seeg
Robert Lewandowski kommt zur Weihnachtsfeier nach Seeg
Der Räuber Hotzenplotz poltert durch das Theater in Kempten und wir verlosen Freikarten!
Der Räuber Hotzenplotz poltert durch das Theater in Kempten und wir verlosen Freikarten!
Ab morgen bedient die BRB die "Ostallgäu-Lechfeld-Bahn"
Ab morgen bedient die BRB die "Ostallgäu-Lechfeld-Bahn"
Bürgerversammlung: Zweifel an 5-Sterne-Hotel-Projekt am Festspielhaus
Bürgerversammlung: Zweifel an 5-Sterne-Hotel-Projekt am Festspielhaus

Kommentare