Friedensstifter und Moderator

Pfarrer Joachim Spengler wird mit viel Applaus in den Ruhestand verabschiedet

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Mit „Standing Ovations“ und "großem Bahnhof" verabschieden die Gäste des Festgottesdienstes in der Christuskirche den scheidenden Pfarrer. Joachim Spengler.
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Mit „Standing Ovations“ und "großem Bahnhof" verabschieden die Gäste des Festgottesdienstes in der Christuskirche den scheidenden Pfarrer. Joachim Spengler.
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Mit „Standing Ovations“ und "großem Bahnhof" verabschieden die Gäste des Festgottesdienstes in der Christuskirche den scheidenden Pfarrer. Joachim Spengler.
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Mit „Standing Ovations“ und "großem Bahnhof" verabschieden die Gäste des Festgottesdienstes in der Christuskirche den scheidenden Pfarrer. Joachim Spengler.
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Mit „Standing Ovations“ und "großem Bahnhof" verabschieden die Gäste des Festgottesdienstes in der Christuskirche den scheidenden Pfarrer. Joachim Spengler.
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Mit „Standing Ovations“ und "großem Bahnhof" verabschieden die Gäste des Festgottesdienstes in der Christuskirche den scheidenden Pfarrer. Joachim Spengler.
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Mit „Standing Ovations“ und "großem Bahnhof" verabschieden die Gäste des Festgottesdienstes in der Christuskirche den scheidenden Pfarrer. Joachim Spengler.
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Mit „Standing Ovations“ und "großem Bahnhof" verabschieden die Gäste des Festgottesdienstes in der Christuskirche den scheidenden Pfarrer. Joachim Spengler.

Füssen – Kein Platz mehr fand sich am Sonntagnachmittag anlässlich der Verabschiedung des geschäftsführenden evangelischen Pfarrers Joachim Spengler in der Christuskirche, als Dekan Jörg Dittmar den zukünftigen „Ruhestandspfarrer“ verabschiedete.

Zur „Entpflichtung“ des Füssener Pfarrers, wie es im Kirchenjargon heißt, waren unter anderem auch Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) und Bürgermeister Paul Iacob (SPD) gekommen.

In den Mittelpunkt seiner Predigt anlässlich seines Abschieds stellte der angehende Ruheständler Spengler das Evangelium Markus 10, 10-27, in dem es unter anderem heißt: „Wie schwer ist es doch für Menschen, die sich auf Geld und Gut verlassen, in das Reich Gottes einzugehen! Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr hindurchgeht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes eingeht.“ 

In einer Zeit, in der es mehr um Materialismus als um Lebensqualität gehe, sollte der Mensch sich auf den Weg machen, Entscheidungen zu treffen, die auf Zukunft und Nachhaltigkeit setzen, so Spengler weiter. „Es muss doch etwas mehr geben, als etwas zu besitzen – es geht um Werte, die Menschen zurücklassen.“ Viel wichtiger sei es, mit Mut neue Ideen anzugehen, frei von Angst und in tiefem Respekt vor dem anderen. 

Wie Dekan Jörg Dittmar aus Kempten bekannte, sei Joachim Spengler für ihn ein Phänomen und er habe sich immer gefragt, ob es ein „Joachim-Spengler-Geheimnis“ gibt: Geduld, Friedfertigkeit Aufgeschlossenheit, Ruhe, Freundlichkeit und Gelassenheit seien Prädikate, die ihn auszeichnen. „Als Friedensstifter in Konfliktsituationen, als Moderator, der lächelnd viele Aufgaben schultert, vorbildliche Kollegialität lebt – mit Dir an der Seite konnte ich mich, damals als einer der jüngsten Dekane in Bayern, einfinden in meine Arbeit“, erinnerte sich Dittmar am Sonntag. 

Quelle und Anker

Joachim Spenglers Gottvertrauen sei die Quelle und der Anker in den vielfältigen Aufgaben – sein wacher Blick für Unrecht und Not, sein freundliches Entgegenkommen, seine Beweglichkeit und Innovationsfreude – er schöpfe aus seinem Gott und seinem Glauben. „Deine Kirche kann Dir gar nicht alles danken, was Du angepackt hast und wie Du ihr Dein freundliches und liebenswürdiges Gesicht gegeben hast“, sagte der Kemptener Dekan weiter und fügte hinzu: „Das aber möge weiter gelten – für Dich und Deine Frau Marita im Wechsel nach Marktoberdorf in den Ruhestand.“ 

Kurz zeigte er den Lebensweg des gebürtigen Berliners Spengler als Theologe auf: nach Abitur und Studium 1980 Lehrvikariat in Neu-Ulm, 1992 Pfarrstelle in Ruhpolding, 1986 bis 2003 Pfarrstelle in Sonthofen und ab 2003 Pfarrer in Füssen. Damit war der künftige Ruheständler fast 40 Jahre als Pfarrer tätig und davon 20 Jahre als stellvertretender Dekan. „Jünger werden müde und matt und Männer straucheln und fallen. Aber die auf den Herren harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden“, zitierte er zum Schluss aus Jesaja 40,30f. 

Dekan Frank Deuring als katholischer Amtskollege Spenglers betonte die Freundschaft auf Augenhöhe, die ihn mit Spengler verbinde. Die Ökumene als gemeinsame Botschaft und Verpflichtung zu sehen, sei eine Erfahrung, die sehr wertvoll zu spüren war. 

Viel Lob und Dank

Als Sprecherin des evangelischen Kirchenvorstands dankte Annerose Schneider Pfarrer Spengler dafür, dass er sich in den 17 Jahren seines Schaffens für die Kirchengemeinde mit ganzer Kraft eingesetzt hat: „Du warst ein Workaholic, ein Schaffer und wirst viele Spuren hinterlassen“, sagte Schneider und führte weiter aus: „Du hast als geschäftsführender Pfarrer mit viel Herzblut die Geschicke unserer Gemeinde gelenkt und heute sei es an der Zeit, Dir für diesen Einsatz zu danken.“ 

In den Dank band Schneider auch Spenglers Gattin Marita ein, die ganz viele Aufgaben im Hintergrund erledigt habe – unermüdlich und ehrenamtlich habe sie sich in die Gemeinde eingebracht. „Danke Dir und auch Deinen Kindern, dass ihr Deinen Mann und euren Vater immer so großzügig mit uns geteilt habt“, betonte sie. 

Landrätin Rita Maria Zinnecker sprach Pfarrer Spengler für seinen Einsatz in der gelebten Ökumene ebenfalls ihren Dank aus und stellte fest: „Ihre Stimme hat weiter Gewicht – wir sehen uns wieder in Marktoberdorf.“ Viel Lob für den scheidenden Pfarrer gab es auch von Bürgermeister Paul Iacob: „Es gibt Berufe, die kann man erlernen, und es gibt Berufe, die lebt man, wie die des Seelsorgers.“ Der Füssener Rathauschef fügte hinzu: „Sie können auf eine erfolgreiche Bilanz zurückblicken und die Wertschätzung Ihrer Person ist Ihnen in Füssen sicher.“

ed

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