Das Ende eines langen Weges

Stadt Füssen verabschiedet Ex-Bürgermeister Paul Iacob

Bürgermeister Max Eichstetter verabschiedet Vorgänger Paul Iacob
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Zusammen mit seinen Stellvertretern Christian Schneider (Mitte) und Wolfgang Bader (2.v.l.) überreicht Bürgermeister Maximilian Eichstetter (rechts) seinem Vorgänger Paul Iacob für dessen Bemühungen um die Stadt Füssen eine Urkunde.

Füssen – Im Rahmen eines Festakts im Festspielhaus hat Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) seinen Vorgänger Paul Iacob (SPD) sowie die mit ihm ausgeschiedenen elf Stadtratsmitglieder nun offiziell verabschiedet. Die Laudatio für Iacob, der 12 Jahre die Geschicke der Stadt geleitet hat, hielt Martin Harbauer, bekannt aus der „Lesezeit“ in der Bücherei.

„Shake hands und die obligatorischen Küsschen sind heute nicht möglich, trotzdem nehme ich die Gelegenheit wahr, den Abend als Zeichen der Wertschätzung und Dank für zwölf Jahre hauptberufliche Bürgermeistertätigkeit und die jahrelange ehrenamtliche Funktion als Stadtratsmitglied zum Ausdruck zu bringen“, sagte Eichstetter in Richtung seines Vorgängers und der zur Wahl im März nicht mehr angetretenen Stadträte. Kommunalpolitik sei nicht nur Politik im Kleinen, sie habe vielmehr ein großes Gewicht, so der Christsoziale. Er erinnerte daran, dass Politik, die in Berlin und München medienwirksam beschlossen wird, oftmals vor Ort „als schwer verdauliche Suppe ausgelöffelt werden muss“.

Neben der Verabschiedung von Vorgänger Paul Iacob (rechts mit Fliege und Gattin Iris) dankt Bürgermeister Maximilian Eichstetter (2. v.l.) den ehemaligen Stadträten Winfried Gößler (v.l, dreieinhalb Jahre), Gerlinde Wollnitza (zwei Jahre), Georg Waldmann (fünf Jahre), Dagmar Rothemund, Michael Jakob, Brigitte Riedlbauer, Michael Schmück (alle sechs Jahre), Heinz Hipp (30 Jahre), Lothar Schaffrath (18 Jahre), Herbert Dopfer (24 Jahre) und Ursula Lax (30 Jahre) für deren jahrelange Investition von Zeit, Freizeit und Engagement für die Stadt Füssen.

Beschlüsse des Stadtrats betreffen dagegen die Füssener Bürger unmittelbar. „Im Gegensatz zu Landtags-und Bundestagsabgeordneten werden Kommunalpolitiker ganz schnell mit den Folgen ihres Tuns und Handelns konfrontiert“, stellte Eichstetter fest. Er dankte allen ausgeschiedenen Mandatsträgern für ihr selbstloses Engagement auch im Namen der Füssener Bevölkerung und bat darum, weiter aufmerksam die Stadtpolitik zu verfolgen.

In seinen Dankesworten erinnerte Paul Iacob daran, dass vieles für die Stadt nicht umsetzbar gewesen sei ohne die Unterstützung des Stadtrats. „Mein Bestreben war es immer, der Stadt ein Gesicht zu geben und die Historie, die nicht jede Stadt hat, in geeigneter Art und Weise zu präsentieren“, sagte er. Dabei sei es wichtig gewesen, nicht Masse, sondern Qualität in den Vordergrund zu stellen. „Wir haben oft gerungen, aber viele gute Momente, in denen Parteipolitik kein Thema war“, blickte er zurück. „Die zwölf Jahre waren nicht alleine mein Weg, sondern unser gemeinsamer Weg, immer mit dem Ziel vor Augen, das Beste für die Stadt zu erreichen!“

Laudator Martin Harbauer verabschiedete das ehemalige Stadtoberhaupt nicht nur in den Ruhestand, sondern aufgrund seiner Ehrenämter, die er weiter bedient, eher in den „Unruhestand“. Seine Rede sollte keine Auflistung von Heldentaten, sondern eine Schilderung über „Paul‘s Iacobsweg“ sein, erklärte er. Er erinnerte dabei unter anderem an Iacobs 24 Jahre Mitgliedschaft im Stadtrat unter drei Bürgermeistern, bevor der Sozialdemokrat 2008 selbst das Amt übernahm. Er erinnerte an die drei Monate „Alleinherrschaft“ und Iacobs Werben um Vertrauen von Seiten der Bürger, der Verwaltung und des Stadtrats – immer mit dem Wissen: „Ich kann‘s nicht allen recht machen.“

Tradition und Moderne

Zu den Herausforderungen der 12-jährigen Amtszeit Iacobs als Stadtoberhaupt gehörten ferner, die lange und besondere Tradition mit der Moderne zu verbinden, immer mit dem Anspruch an sich selbst, Ideen zu geben und zu unterstützen, Vorschläge zu machen, die Bedürfnisse der Stadt zu kennen und sie stets nach vorne zu bewegen – kurz: ihr Image zu verbessern, so Harbauer weiter. Sozusagen als Künstler auf Lebenszeit und Manager auf Zeit.

Harbauer bemühte auch den Schriftsteller Franz Kafka, der einmal schrieb „Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, schönes zu erkennen, wird nie alt werden“. Iacob könne nun seine Künstlerseele weiter beleben.

ed

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