Fußgängerzone auf Probe

Gewohntes Bild in der Ritterstraße: Die Fußgänger gehen am Rand entlang, weil immer wieder Autos zwischen durch fahren - idealer Weise im Schritttempo, wie vorgeschrieben. Ständer mit Warenauslagen erschweren das „Ausweichen“ jedoch. Im Sommer können sich Fußgänger nun sechs Wochen lang ungestört in der Straße bewegen, zum Test. Foto: Schuster

Die Ritterstraße soll im Sommer sechs Wochen lang probeweise zur Fußgängerzone werden. Das hat der Verkehrsausschuss des Stadtrats am Dienstagabend beschlossen. Vom 1. August bis zum 15. September dürfen dann zwischen 10 und 18 Uhr keine Autos mehr zwischen Magnusplatz und Hintere Gasse fahren. Während die Anwohner geteilter Meinung sind, befürwortet die Polizei den Plan.

Dem Beschluss ging eine kontroverse Diskussion voraus, mit 8:4 fiel die Entscheidung für das Experiment. Die Beschwerden der Bürger würden sich bei der Stadt häufen, erklärte Manfred Schweinberg, beim Bauamt für den Verkehr zuständig. Auch Polizeioberkommissar Thomas Meiler berichtete von vielen Unfällen von Autofahrern, die mit Radlern oder Fußgängern aneinander geraten. Die Verwaltung habe daher Fragebögen an die Anwohner verschickt, so Schweinberg. 16 Antworten befürworteten eine probeweise Sperrung, elf wollten die jetzige Regelung beibehalten. Verständlich, denn einige der Läden in der Ritterstraße leben schließlich von der Erreichbarkeit per Auto, wie Stadträtin Dr. Anna Derday (FW) erklärte. Dem entgegen, so Schweinberg, stehen die Vorteile einer Fußgängerzone. „Einfach Mal probieren“, meinte Stadtrat Gabriel Guggemos (Füssen-Land), der sich freute, dass die Stadt damit etwas für die Fußgänger tue. „Auch Fußgänger müssen mal Kompromisse machen“, schlug sich CSU-Stadtrat Franz Nagel hingegen auf die Seite der Autofahrer. Zusammen mit Derday, seinem Fraktionskollegen Martin Lochbihler und Magnus Peresson (UBL) stimmte er dagegen. Jürgen Doser (FW), der zuvor noch dagegen argumentiert hatte, ließ sich am Ende doch auf den Versuch ein. Verkehrsrechtlich sei es kein Problem, erklärte Thomas Meiler von der Polizei. „Es ist nur eine Frage der Beschilderung.“

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