Pfronten: Ankünfte und Übernachtungen steigen um vier Prozent

Mehr Gäste kommen

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Der Viehscheid Däg lockte im vergangenen Jahr überraschend viele Besucher nach Pfronten.

Pfronten – Rund vier Prozent mehr Gäste und rund vier Prozent mehr Übernachtungen erfasste Pfronten Tourismus 2016 im Vergleich zum Vorjahr.

Diese und weitere positive Zahlen stellte Tourismusdirektor Jan Schubert vergangene Woche den Gemeinderäten im Tourismusausschusses vor. Mit 590.203 Übernachtungen und 115.953 Gästen wurde demnach im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2015 ein Zuwachs von 22.433 Nächtigungen und 4152 Gästen erzielt.

„Wir haben diesen Zuwachs und das Allzeithoch bei den Urlaubern bei weitgehend gleicher Bettenzahl durch Wachstum im Bestand erzielt“, erläutert Schubert. Die Zuwächse entsprächen dem regionalen und deutschlandweiten Trend. 

Zu den guten Zahlen für die 13-Dörfer-Gemeinde habe auch eine wachsende Attraktivität inländischer Reiseziele beigetragen. Allerdings hätten die Deutschen ihre bisherigen, aber mittlerweile unsicheren Warmbadeziele in der Türkei und Nordafrika nicht unbedingt durch einen Urlaub in den Alpen ersetzt. 

Die Ergebnisse der repräsentativen Reiseanalyse Deutschland belegten vielmehr eine Verschiebung in Richtung Mittelmeerziele wie Spanien, Italien und Griechenland. Pfronten selbst hat einen nur geringen Anteil ausländischer Gäste, deren Anteil knapp elf Prozent betrage. Bei den Übernachtungen wurden 2016 knapp zwei Prozent weniger Übernachtungen ausländischer Gäste als 2015 erfasst. 

Der Zuwachs an Urlaubern verteile sich auf fast alle Betriebsarten, einzig in den Hotels und Gasthöfen wurden weniger Ankünfte und Übernachtungen erzielt. Dies liege an der rückläufigen Zahl an Anbietern, da 2016 Hotels weggefallen seien. Der Rückgang an Hotelbetten und eine Zunahme an Betten in Ferienwohnungen sei aber kein pfrontenspezifisches Phänomen.

 Gäste bleiben länger 

Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Ferienwohnungen als Alternative zu einem Urlaub im Hotel sei auch in Pfronten spürbar und wichtig für die Tourismusentwicklung. „Entscheidend ist bei der Umnutzung und Weiterentwicklung von Hotelbetrieben, dass die neu gebauten Ferienwohnungen auch tatsächlich an Urlauber vermietet werden und nicht als Zweitwohnsitze genützt werden“, erläuterte der Tourismuschef. 

Gleichzeitig konnte der Rückgang bei der Urlaubsdauer gestoppt werden. „Unsere Gäste bleiben wieder etwas länger, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt bei knapp über fünf Tagen.“ Der Anteil von Kleinvermietern am touristischen Erfolg nehme in Pfronten dagegen weiter ab. Über Dreiviertel aller Gästeankünfte und Zweidrittel aller Übernachtungen werden bei gewerblichen Vermietern getätigt.

Zwar sei die Anzahl der Kleinvermieter mit einem Anteil von 78 Prozent an den 436 Gastgeberbetrieben hoch, doch würden 60 Prozent der 4451 Betten von gewerblichen Vermietern angeboten. Bei weitgehend gleicher Bettenzahl aber steigenden Belegungen habe sich die durchschnittliche Auslastung der Gastgeber positiv entwickelt. 

Die Auslastung liege jetzt über alle Betriebe gemittelt bei 36 Prozent – dem höchsten Wert seit 2001. 

Mehr Gäste im Sommer

 Die langjährige saisonale Verteilung der Urlaube in Pfronten bleibe weiterhin gleich. Auch 2016 seien 70 Prozent der Übernachtungen im Sommer, dagegen aber nur 30 Prozent der Nächtigungen in der Wintersaison erfolgt. 

Als Erfolgsgeschichte könne die Entwicklung der „KönigsCard“ in Pfronten angesehen werden. So habe sich die Anzahl der teilnehmenden Betriebe von 80 auf 88 weiter erhöht. Damit würden 32 Prozent der Übernachtungen und 39 Prozent der Gäste bei KC-Gastgebern getätigt. 

Darüber hinaus könnten die KönigsCard-Gastgeber ein stärkeres Gästewachstum als der Durchschnitt aller Betriebe verzeichnen. Nach dem Rückblick auf das vergangene Tourismusjahr nannte Schubert auch Faktoren, die aus seiner Sicht für den weiteren Erfolg in der 13-Dörfer-Gemeinde wichtig seien. 

Dazu zähle an erster Stelle die Fertigstellung des Leitbildes „Tourismus Pfronten 2017+“. „Nach dieser Richtschnur werden wir unsere Angebote und Dienstleistungen in den nächsten Jahren entwickeln“, kündigt Schubert an. Außerdem seien Verbesserungen in der touristischen Infrastruktur, die Stärkung im Vertrieb mit mehr online buchbaren Betrieben auf vertriebsstarken Buchungskanälen, Kooperation auf deutscher und internationaler Ebene als strategische Allianzen sowie Verbesserung in der Qualität der Wander- und Radwege und Servicequalität wichtig. 

Darüber hinaus stehe die Stärkung nichtskibezogener Winteraktivitäten wie Winterwandern, die Qualitätssicherung in den Allgäu- und schlossparkweiten Rad-und Wanderleitprodukten, die Ansiedlung neuer Beherbergungsbetriebe sowie Angebotsverbesserungen in den Segmenten Urlaub auf dem Bauernhof und Camping auf der touristischen Agenda. Bewährt habe sich im vergangenen Jahr wieder die „Viehscheid Däg“. Hier seien die Besucherzahlen unerwartet hoch gewesen.

kb/rf

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