Blick auf ein bewegtes Leben

Gastronom Uli Pickl stellt in Hopfen sein Buch »Erschreckend gut« vor

Uli Pickl, haus Hopfensee
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Eine nicht ganz alltägliche Lesung für ein Buch erleben die Zuhörer am Samstagabend im „Haus Hopfensee“ mit Uli Pickl.

Füssen – Auf die Reise durch ein bewegtes Leben nahm „Haus Hopfensee“-Wirt Uli Pickl bei der Präsentation seines Buches „Erschreckend gut“ seine Gäste am Samstagabend mit. Mal Tausendsassa, mal der letzte Depp – aber immer mit dem Ziel, die Zukunft optimal zu gestalten und all dessen Höhen und Tiefen zu meistern – so lässt sich das Leben des Uli Pickl aus Sicht des Uli Pickl zusammen fassen.

Gewidmet hat er das Buch seiner Mutter Cäcilie Pickl, die er als knapp Vierjähriger durch deren Tod im Alter von erst 45 Jahren verlor. Am 3. Januar 1951, an einem kalten Wintertag in Kirchhaslach bei Babenhausen geboren, begann, wie er schreibt, „das Lebenslicht des Ulrich Pickl zu leuchten“. Er war der jüngste von sechs Buben und hatte noch eine Schwester. Die Familie Pickl betrieb eine Bäckerei und Gemischtwarenladen. Bis zum Tod der Mutter führte der kleine Uli ein Leben mit dem Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Nach dem frühen Tod seiner Mutter sollte sich das aber ändern: sein Vater Willibald heiratete erneut und mit Stiefmutter Rosa wurde Pickl nie so richtig warm. Dies war auch der Moment, ab dem im Leben des kleinen Uli zum Teil recht turbulent zuging.

In seinem Rückblick, in dem er mal lustig, mal nachdenklich erzählt, wie es ihm die nächsten Jahre erging, spürte man deutlich, dass er die ein oder andere Szene, wenn auch nur kurz, an diesem Abend noch einmal erlebte. Seine Lehre als Koch in einem Memminger Hotel, die Grundlage für seine späteren Tätigkeiten, nimmt viele Seiten des Buches ein. Dieser Lebensabschnitt war für ihn eine turbulente, erlebnis- und lehrreiche Zeit.

Ausgelernt und voller Tatendrang erfüllte er sich der Traum von der christlichen Seefahrt als Smutje auf der „Helena Husmann“, aber nicht so, wie er es sich dachte. Später machte er unter anderem eine Stippvisite in einer Großküche, bevor er als Küchenchef im Hotel „Bavaria“ in Pfronten seine Kochkünste bewies. Und dann, ja dann dockte er in Füssen an: zunächst im „Franziskanerstüberl“, im „Bade-Café“ in Bad Faulenbach alt und neu und ab 1995 bis auf den heutigen Tag das „Haus Hopfensee“.

400 Zuschauer

Seinem Hobby – das Theaterspielen – konnte er hier aufgrund der vorhandenen Bühne ausgiebig Raum lassen: Nicht weniger als 20.000 Zuschauer erlebten die 400 Aufführungen der „Hopfenseebühne“. Und nicht ganz außer acht gelassen werden sollte, dass der ehemalige Sozialdemokrat Pickl dem Füssen der Stadtrat 21 Jahre angehörte und sich dort besonders auf sozialem Gebiet engagierte.

Viel Persönliches

Am Ende des Buches zieht der bekennende 1860er-Fan – er ist ja leidensfähig – ein Fazit über sein Leben: nach 55 Jahren in der Küche, davon 40 Jahre selbstständig, beendet er seine berufliche Laufbahn im Januar 2021. Und zu seinem 70. Geburtstag am 3. Januar will er, dem bei allem wirtschaftlichen Denken das soziale Engagement nie abhanden gekommen war, mit einer Benefizveranstaltung in die Zielgerade zum (Un-) Ruhestand einbiegen, kündigte er am Samstagabend an.

Alles in allem stellte Pickl seinen Zuhörern ein interessantes Buch vor, angereichert mit vielen Bildern, das viel Persönliches über das „Multitalent“ Pickl verrät und seinen Ambitionen als „Theaterer“ einen breiten Raum einräumt. Das Werk ist im Selbstverlag erschienen und kann direkt bei Uli Pickl, in der Buchhandlung Bruhns und in „Bärbels Laden“ in Füssen erworben werden.

Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgten Walter K. am Keyboard, seine Großnichte Christina an der Harfe und ihr Mann Amadeus mit der Geige. Ein besonderes Geschenk machte ihm Markus Noichl, der ihm sein selbst komponiertes Lied „Adler“ an der Harfe widmete.

Weitere Lesungen mit Programm finden am Samstag, 31. Oktober, um 19 Uhr und Sonntag, 6. Dezember, um 17 Uhr statt.

ed

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