Landratsamt sieht den Bau einer Wakeboardanlage am Forggensee kritisch

"Mehr als problematisch"

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Was in Blaichach prima funktioniert, wird am Forggensee wohl nicht umgesetzt werden können. Zumindest gibt es derzeit wenig positive Signale für eine Wakeboard-Anlage.

Marktoberdorf/Füssen – Der Bau einer Wasserski-Anlage beim Ehrwanger Hof wird offenbar immer unwahrscheinlicher. „Eine Wakeboard-Anlage ist mehr als problematisch“, so Baujuristin Gudrun Hummel am Dienstag im Seegespräch im Landratsamt.

Sowohl der Füssener Thorsten Dischereit als auch die Schwangauerin Franziska Thurm haben, wie mehrfach ausführlich im Kreisbote berichtet, unabhängig voneinander Anfragen für eine solche Anlage gestellt.

Manch einer hatte wohl geglaubt, dass beim Seegespräch 2017 am Dienstagvormittag im Landratsamt die geplante Wakeboardanlage im Forggensee genehmigt werden würde. Der Eindruck drängte sich angesichts der Fragen der Teilnehmer im Landratsamt auf. Dabei gibt es bislang nur eine „formlose Anfrage“ zweier Interessenten, wie Gudrun Hummel während des Seegesprächs nochmals klarstellte.

Diese wollen auf der Westseite des Forggensees im Bereich der Kläranalge eine solche Anlage ähnlich wie im Oberallgäuer Blaichach errichten. Unproblematisch, so die Abteilungsleiterin für das Bau- und Umweltressort im Landratsamt, seien die Einrichtungen an Land, die für den Betrieb der Anlage nötig seien. 

Hummel betonte, bislang gebe es nur formlose Anfragen, ob das möglich sei. „Und das ist der erste Haken, der die Geschichte nicht einfach macht.“ Denn der Bereich Ehrwanger Hof liege im Landschaftsschutzgebiet und würde deshalb unter anderem eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung SAP benötigen. „Mehr als problematisch“, so Hummel, seien darüber hinaus die nötigen Zulassungen seitens der Schifffahrt und der Fischerei. So sei etwa keine Zustimmung durch die Fischerei zu erwarten, da sich hier der alte Flusslauf der Füssener Ache befinde. 

Gänzlich unmöglich sei der Bau einer solchen Wakeboardanlage vor der so genannten Bananeninsel im Füssener Bootshafen. Hier verlaufe die Fahrtrinne der Forggenseeschifffahrt, die Vorrechte genieße. 

Gefährliches Treibholz

 Nicht näher ging die Runde im Zusammenhang mit der Anlage auf die Treibholzproblematik ein, die in Füssen nicht bekannt zu sein scheint. 

Ein Vertreter der Stadt nahm an dem Gespräch nicht teil. Das Treibholz, so ein Interessenvertreter zuvor schon, verhalte sich wie ein Eisberg: Zweidrittel der Masse würde nahezu unsichtbar unter dem Wasser treiben und bei entsprechenden Windverhältnissen, das hatten die Anwesenden bereits diskutiert, natürlich in die Füssener Bucht und dort vor allem auf die Westseite des Sees treiben. 

Damit einher gehe ein entsprechendes Risiko für Wasserskifahrer, die die Gefahr nicht erkennen könnten. Vor allem, wenn ganze Baumstämme im Wasser treiben. So meinte der Vertreter der Wassersportgruppe Kaufbeuren, ein Betrieb wäre gerade bei Nordostwind gemeingefährlich. Und forderte Landrätin Maria Rita Zinnecker auf, diesem Vorhaben nicht zuzustimmen. 

Derzeit steht ein förmlicher Antrag ohnehin noch aus. Gleichwohl war sich die Runde einig, dass die Stadt Füssen ein touristisches Interesse an einer solchen Einrichtung habe. Allerdings, so kritische Stimmen, habe man auch immer wieder die Pleite solcher Vorhaben miterleben müssen.

Oliver Sommer/Matthias Matz

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