Ein Tor gegen Babbels Profis

Das Ergebnis war freilich Nebensache, dennoch wären die Füssener vielleicht gerne etwas weniger oft zum Anstoß angetreten. 12:1 für Hoffenheim lautete der Endstand.

Trotz der 1:12-Niederlage gegen die in den ersten 45 Minuten wie aus einem Guss spielenden Bundesliga-Profis der TSG 1899 Hoffenheim herrschte auch nach dem Schlusspfiff im Weidach beim Bezirksligisten FC Füssen vor dem Clubheim beste Laune.

Knapp 1000 Zuschauer hatten nicht nur den Sturmlauf der Hoffenheimer erlebt, die bereits nach drei Minuten durch den dynamischen Joseph Claude Gyau mit 0:1 in Führung gegangen waren und danach mit einem Hattrick von Sven Schipplock, dem schönen Treffer von Kevin Volland (Talent aus Marktoberdorf) und weiteren Supertoren (die Torschützen waren Usami, Edson Bravheid und Mark Fotheringham) nochmals sieben Mal einnetzten. Es war in der 32. Minute, als Simon Ambos eiskalt ein tolles Zuspiel von Manuel Günes zum 1:5 verwertete. Andreas Beck, der schon das Nationaltrikot getragen hatte, sah als Gegenspieler des cleveren FC-Angreifers richtig blass aus. Halbzeitstand: 1:8. Für die zweite Hälfte schickte der nach dem Abpfiff auf dem Weidachsportplatz von Reportern und jungen Autogrammjägern umlagerte Hoffenheimer Trainer Markus Babbel praktisch eine neue Mannschaft auf Feld, die vier weitere Tore markierte. Über Kurzeinsätze durften sich da auch Fußballer aus dem Talentschuppen des Traditionsklubs FC Füssen freuen. „Wir haben definitiv jedes Mal bei den Spielen gegen die höherklassigen Mannschaften ein schönes Tor geschossen“, freute sich Manuel Günes, der auch schon gegen den heutigen 1. Bundesligisten FC Augsburg antreten dufte, beim Rückblick auf dieses Fußballfest. „Die Hoffenheimer präsentierten sich als sympathische Mannschaft ohne jegliche Starallüren“, so Ulrich Schwerdtfeger, der 1. Vorsitzendes des FC Füssen. Aus dem Fernsehen sind die Hoffenheimer Spieler hier den FC-Junioren gut bekannt, jetzt gab es Bundesliga zum Anfassen für die kleinen Kicker. Aus den Reihen der Autogrammjäger - im Alter ab etwa zehn Jahren - kam vor dem Anpfiff kein einziger fantastischer Tipp, der Füssen als Sieger vom Feld gehen sah. Die Buben wissen, dass zwischen Bezirks- und Bundesliga Welten liegen. So tippte Aaron mit 1:13 auf eine hohe Niederlage seines FC. Marcel traute dem Füssener Team kein Tor zu (0:13). Mit den Tipps 1:5 und 1:7 gingen Raphael und Sammy optimistisch davon aus, dass sich die FC-Niederlage immerhin in Grenzen halten werde. Mette sah die TSG mit 6:0 vorn und verfolgte mit anderen Mini-Kickern im FC-Trikot fasziniert das professionelle Aufbautraining für den noch verletzten Hoffenheimer Jungstar Roberto Firmino. Ebenso super aus Sicht des 1. Vorstands Schwertfeger war, dass Helferinnen und Helfer Hand in Hand gearbeitet hatten - und so jetzt ein weiteres Highlight in der Clubgeschichte auf die Beine stellten. Mit den rund 1000 erschienen Zuschauern zeigte sich Schwerdtfeger zufrieden. Nur zum entspannten Test-Kick waren die Hoffenheimer aber nicht ins Allgäu gekommen, wie Trainer Markus Babbel im Anschluss klar stellte, sondern im anschließenden Trainingslager sollte die Mannschaft fit für die Saison werden. Sight-Seeing stehe nicht auf dem Programm, „ich glaube da werden die keine Lust mehr haben“, stellte er klar. Auf den gebürtigen Marktoberdorfer Kevin Volland, der ab sofort den Hoffenheimer Angriff verstärkt hält Babbel große Stücke. Er sei ein „hochgradiges Talent“, erklärte der ehemalige Bayern-München-Star. „Kevin ist einen großartigen Weg gegangen und ich hoffe, dass er ihn weiter gehen wird“, erklärte der Trainer und lobte neben Vollands Torgefährlichkeit auch seine Qualitäten als Vorbereiter. Im Vorspiel der E-Junioren aus Pfronten und Füssen hatten sich die beiden Clubs einige Spieler „gegenseitig ausgeliehen“, wie 2. FC-Vorsitzender Heinrich Gierl gegenüber dem Kreisbote erklärte. Auf dem verkleinerten Spielfeld fielen Tore reichlich. Endstand: 10:6 für den FC.

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