Das AÜW stellt seine Pläne zur Erweiterung der Staustufe Lechbruck vor

Der Lech bekommt eine Fischtreppe

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Die Staustufe bei Prem/Lechbruck. Links ist der Werkskanal zu sehen, der das Wasser zum bestehenden Kraftwerk führt. Auf Höhe des Wehrhäuschens wird die neue Schneckenturbine in die Böschung eingebaut werden. Links davon soll die Fischtreppe beginnen.

Lechbruck/Prem – Die Staustufe Lechbruck des Allgäuer Überlandwerks (AÜW) soll erweitert werden. In einer Bekanntmachung hat das AÜW seine Pläne vorgestellt. Demnach soll ein sogenanntes Dotationskraftwerk neben dem bestehenden Wehr die Wasserführung erhöhen. Daneben ist eine Fischtreppe geplant.

Auf Höhe von Prem wird der Lech an einem Wehr gestaut und über einen Werkskanal dem Kraftwerk Lechbruck zugeführt. Nur eine minimale Wassermenge füllt das ursprüngliche Lechbett bis zum Zusammenfluss mit dem Wasser aus dem Kraftwerk bei Lechbruck. Künftig soll der Lech in seinem alten Bett wenigsten zwei Kubikmeter Wasser pro Sekunde führen. Das sehen die Planungen des AÜW mit Sitz in Kempten vor. 

Möglich wird dies über ein sogenanntes Dotations- oder Restwasserkraftwerk. Hierbei wird über eine Schneckenturbine mit einer Fallhöhe von 4,60 Metern einerseits Strom erzeugt. Andererseits fließen so bis zu 1,2 Kubikmeter Wasser pro Sekunde zusätzlich vom Werkskanal in das alte Lechbett. Außerdem ist die Schneckenturbine als „Fischabstiegshilfe“ angelegt. Die Tiere können bislang nicht das Wehr auf Höhe der Sägewerke Heißerer bei Prem überwinden. 

In seiner Spezifikation soll dies künftig gefahrlos möglich sein. Und neben dem neuen Restwasserkraftwerk plant das AÜW eine Fischaufstiegshilfe. Hier können die Fische in umgekehrter Richtung den Lech stromaufwärts schwimmen. Über diese Aufstiegshilfe, die einer Treppe aus kleinen Becken ähnelt und auf einer Länge von 300 Metern die Höhendifferenz von knapp sechs Metern überwindet, werden dem Lech weitere 0,8 Kubikmeter Wasser pro Sekunde zugeführt. 

Nachteilige Umweltauswirkungen seien nach Einschätzung der zuständigen Behörden nicht zu erwarten, wie der Stromversorger in seiner Bekanntmachung mitteilt. Im Ostallgäu entsteht damit die erste Fischtreppe dieser Art am Lech. Bislang sind die Staustufen bei Füssen und Roßhaupten, aber auch weiter flussabwärts, ein für Fische unüberwindbares Hindernis. 

Die Pläne für die Ertüchtigung liegen bis einschließlich Freitag, 5. September, in den Rathäusern der beteiligten Gemeinden sowie in den beiden Landratsämtern in Marktoberdorf und Schongau aus.

gau

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