Bürgermeister Iacob fordert Bürger auf, nicht an dem Begehren teilzunehmen.

Bürgerentscheid zum Hotel am Festspielhaus?

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Geht es nach den Naturschützern, wird die Füssener Bevölkerung über den Bau eines Hotels am Festspielhaus abstimmen.

Füssen – Die Gegner des geplanten Fünf-Sterne-Hotels am Füssener Festspielhaus wollen das Projekt mit einem Bürgerentscheid stoppen.  Bürgermeister Paul Iacob (SPD) ruft die Bürger indes dazu auf, dass Bürgerbegehren nicht zu unterstützen.

Derzeit arbeite der Zusammenschluss aus verschiedenen Vereinen und Verbänden wie dem Kreisfischereiverein, der BUND-Ortsgruppe und dem Landesbund für Vogelschutz unter anderem an der Formulierung der Fragestellung und dem Vorbereiten der Unterschriftenlisten. „Mit unseren Anwälten wird gerade die Formulierung geklärt“, sagte der Sprecher des Bündnisses und Schriftführer des Kreisfischereivereins, Beck, auf Nachfrage unserer Zeitung. 

Um den Bürgerentscheid gegen den Hotel-Bau zu erreichen, müssen Beck und seine Mitstreiter zunächst rund 1200 Unterschriften von Füssener Bürgern für ein Bürgerbegehren sammeln. Über dessen Rechtmäßigkeit muss dann der Füssener Stadtrat entscheiden. Dieser sei bereits über das Begehren informiert worden mit der Bitte, alle Planungen und Änderungsarbeiten am Bebauungsplan ruhen zu lassen. 

Beck äußerte sich im Gespräch zuversichtlich, das Quorum von etwa 1200 Unterschriften zu erreichen. „Es gibt einen Rückhalt in der Bevölkerung“, sagte er. Zu dem Bürgerbegehren habe man sich nun entschieden, da in mehreren Gesprächen mit Festspielhaus-Eigentümer und Investor Manfred Rietzler keine Einigung hinsichtlich Standort und Größe des geplanten Hotels erzielt worden sei. „Die Ansichten sind zu unterschiedlich. Wir wehren uns einfach gegen diesen Standort!“ 

Wie mehrfach berichtet, halten die Neubau-Gegner den geplanten Standort unmittelbar nord-östlich des Festspielhauses aus Umweltschutzgründen für falsch und das Gebäude für zu groß – auch, nachdem Rietzler vor einigen Wochen eine Kürzung des Gebäude-Komplexes um rund 15 Meter zugesagt hatte. Der Festspielhaus-Eigentümer will bekanntlich unmittelbar neben dem Veranstaltungshaus ein Fünf-Sterne-Hotel mit 149 Suiten und 300 Betten bauen, da das Festspielhaus nur in Kombination mit einem Hotel auf lange Sicht wirtschaftlich rentabel betrieben werden könne. 

Verwundert zeigte sich Bürgermeister Paul Iacob (SPD) am Dienstag über die Nachricht, dass die Projekt-Gegner ein Bürgerbegehren gegen das geplante Hotel am Festspielhaus ins Leben anstreben. „Es ist jedermanns Recht, das auf den Weg zu bringen“, erklärte der Rathauschef. Aber: „Ich wünsche mir nur nicht, dass sie die Unterschriften dafür zusammenbekommen, da das Projekt für Füssen ganz wichtig ist“, so Iacob. „Ich wünsche mir, dass sie scheitern.“ 

Denn seit Jahren arbeite die Stadtverwaltung daran, das Festspielhaus Füssen aufrechtzuerhalten. Und mit Manfred Rietzler habe das Veranstaltungshaus jetzt einen Investor, der jedes Jahr einen Riesenbetrag in das Haus investiere. „Wir wissen, dass das Festspielhaus mit einem Hotel eine Überlebenschance hätte. Ohne das ist es nicht überlebensfähig“, so der Bürgermeister. „Ich appelliere an alle Füssener, dieses Bürgerbegehren nicht zu unterstützen. Das wäre zum Schaden dieser Stadt.“ Zudem habe der Füssener Stadtrat dieses Projekt mehrheitlich auf den Weg gebracht. Das geplante Hotel soll auf eine künstlich aufgeschüttete Insel gebaut werden. „Es macht da unten nichts kaputt.“ 

Eigentümer und Investor Manfred Rietzler wollte sich auf Anfrage des Kreisbote noch nicht äußern.

Hier geht es zu unserer Online-Umfrage zum Thema Hotelbau am Forggensee. 

Matthias Matz/Katharina Knoll

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