Bürgerversammlung: Schwangauer monieren den Stau an der B17 und fordern Lösungen

Ein Ärgernis für alle

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Mal schnell von Schwangau nach Füssen zum Einkaufen zu fahren, ist oft nicht möglich. Denn auch in Schwangau gehören Staus mittlerweile zum alltäglichen Bild.

Schwangau – Das Thema Verkehr ist nicht nur in Füssen ein Dauerbrenner. Auch in der Nachbargemeinde Schwangau erhitzt es regelmäßig die Gemüter der Bürger.

Eine Lösung ist aber nach wie vor nicht in Sicht, wie Bürgermeister Stefan Rinke vergangene Woche in der Bürgerversammlung im Schlossbrauhaus deutlich machte. 

Seit dem Bau der Ampel an der Lechbrücke und den weiteren Ampelanlagen an der B17 in der Füssener Kernstadt hat sich auch in Schwangau, vor allem im Ortsteil Horn, die Situation verschlimmert: Staus in Richtung Süden nach Tirol oder Füssen gehören mittlerweile zum alltäglichen Bild, besonders im Sommer. 

Noch unter Rinkes Vorgänger Reinhold Sontheimer hatte sich bereits eine breite Allianz gegen die Ideen von Füssener Seite gebildet, eine „gemeinsame“ Umgehungsstraße für Füssen und Schwangau – notfalls auch als Tunnel unter dem Forggensee oder als Brücke darüber – zu bauen. Wobei es seinerzeit vor allem um die Ableitung des Verkehrs aus Füssen in Richtung Königsschlösser ging. Zuletzt hatte sich Rinkes damaliger Stellvertreter Johann Stöger in der Bürgerversammlung 2014 zum Thema geäußert. Neben dem zunehmenden Verkehr war es dabei auch um die „gemeinsame Umgehungsstraße gegangen“. 

Nun stand das Thema in der diesjährigen Bürgerversammlung wieder im Raum, nachdem der Bau einer gemeinsamen Umgehungsstraße kurz zuvor in der Füssener Bürgerversammlung wieder hochgekommen war. Das Thema gehöre wieder mehr in den Blickpunkt, meinte einer der rund 150 Besucher der Schwangauer Bürgerversammlung. Denn, pflichtete ihm eine Bürgerin bei, insbesondere die Staus seien ein Ärgernis für Einheimische wie Touristen. 

Hatte man seinerzeit noch erklärt, die Nachbarkommune unterstützen zu wollen, hielt sich Rinke nun deutlich zurück. Er wollte allerdings wissen, in welche Richtung man umdenken solle, wie in Füssen gefordert worden sei. Wer die Diskussion seinerzeit verfolgt hat, weiß um die Krux. Umgehungslösungen wie über oder unter dem Forggensee sind zu teuer. 

Problematisch ist vor allem der Ziel- und Quellverkehr, suchen doch zumeist die Touristen, egal ob von der Autobahn oder aus Richtung München-Augsburg (B17) kommend, den kürzesten Weg zu den Königsschlössern. Und wer mal eben von Schwangau zum Discounter nach Füssen will, werde sicherlich auch nicht den Weg um den Forggensee nehmen. 

Auch seitens der Staatlichen Straßenbaubehörde sieht man derzeit keine Not, was das Thema anbelangt. „Die Umgehungsstraße ist im aktuellen Bundesverkehrswegeplan nicht im vordringlichen Bedarf eingestuft“, so Bürgermeister Rinke in der Bürgerversammlung. Nur die Ortsumgehung Füssen, vor allem der Lückenschluss von der Pförtnerampel im Hopfener Dreieck zum Grenzübergang, sei im weiteren Bedarf vermerkt – allerdings ohne größere Dringlichkeit. 

Seinerzeit hatte auch die Stadt Füssen selbst dieser Ortsumgehung einen Riegel vorgeschoben, wurde doch die Variante durch das Weidach schlicht verbaut. Höchste Priorität genießt derzeit beispielsweise im Verkehrswegeplan 2030 die B12 bei Marktoberdorf und die zugehörige Ortsumgehung. Hoffnung mache ihm, so Rinke, dass man in Füssen scheinbar einen Durchbruch beim Verkehrskonzept für die Stadt erzielt habe (der Kreisbote berichtete am Samstag). Denn es ist gerade der Verkehrsfluss in der Kernstadt, der sich mit Staus in alle Richtungen auswirkt. 

Keine wirkliche Entlastung

 Weitere Varianten, wie man sie aus dem Publikum angeregt hatte, laufen aber gerade im Ortsgebiet Schwangau auch dem Naturschutz zuwider. Schließlich würde die eine oder andere Entlastungsstrecke durch Schutzgebiete verlaufen, ohne aber eine wirkliche Entlastung zu bringen. Entgegen dem Resümee Rinkes, dass man sich von der Nachwelt auch daran messen lassen müsse, „was wir nicht getan oder verhindert haben und nicht nur was wir getan haben“, meinte die Bürgerin resignierend: „Ich glaube, dass sich in den nächsten 50, 60 Jahren nichts ändern wird. Die Nachwelt wird nicht vergessen, was Sie jetzt nicht tun“.

Oliver Sommer

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