Erst Parkplatz dann Schulgebäude?

Schulzentrum: Iacob will Gelände an der Dr.-Enzinger-Straße frei halten

Füssen – „Eine Fläche, die prädestiniert ist für eine öffentliche Einrichtung“, hat Bürgermeister Paul Iacob nahe des Schulzentrums entdeckt. Die möchte der Rathauschef nun für etwaige Schulerweiterungen vormerken. Und sie zunächst als Parkplatz nutzen.

Das Gelände liegt nördlich der Berufschule, um die Ecke vom ehemaligen Hallenbadgelände und damit am Rande des Füssener Schulzentrums. In unmittelbarer Nähe befinden sich zudem pädagogische Einrichtungen. Doch das Gelände ist in Privatbesitz und per Bebauungsplan für Wohnbebauung freigegeben. Doch die Verwaltung hat nun die Möglichkeit, dieses Gelände als Fläche für ein öffentliches Gebäude umzuwidmen. Denn seit über sieben Jahren wurde von der Möglichkeit, dort Wohnungen zu bauen, kein Gebrauch gemacht. Damit gehört das Gelände allerdings noch nicht der Stadt, sie müsste es erst erwerben. 

Zwar argumentierte Iacob in der Sitzung mit der Chance, einem eventuellen zukünftigen Platzbedarf der angrenzenden Schulen zuvorzukommen, das kam bei einigen Räten jedoch nicht recht an. Ein Grund dafür war die Argumentation der Verwaltung in der Sitzungsvorlage, in der Bauamtschef Armin Angeringer ausführt, warum man das Gelände als Parkplatz nutzen sollte. Iacob hatte  sichtlich Mühe, das Gremium davon zu überzeugen, dass ein Parkplatz nur eine Übergangsnutzung wäre, bis das Areal eines Tages für ein öffentliches Gebäude gebraucht wird. 

Der Stadtrat teilte sich in Befürworter und Gegner eines Parkplatzes. Einige, wie der 3. Bürgermeister Andreas Ullrich (FW) waren dafür, denn „die Schule ist jeden Morgen zugeparkt“, wie er aus eigener Erfahrung wisse. Michael Wollnitza, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler meinte hingegen „Es ist nicht einzusehen, warum Schüler oder Lehrer zur Schule fahren müssen“. Ilona Deckwerth (SPD) rief in Erinnerung, dass sie und andere vor Jahren für das Hallenbadgelände als mögliche Erweiterungsfläche plädiert hätten. Hätte die Stadt das Gelände behalten, so Bürgermeister Paul Iacob, hätte sie aber auch den teuren Abriss des Hallenbades bezahlen müssen. Mehrere Räte forderten zudem einen Alternativplan: Denn das Gelände an der Ecke Dr.-Enzinger/Augsburger Straße fanden sie attraktiver. Es liegt jedoch weiter entfernt von den Schulen argumentierte Iacob. Zudem besteht es aus insgesamt drei Grundstücken, die zwei verschiedenen Eigentümern gehören. Die Verwaltung bekam dennoch den Auftrag, auch diese Möglichkeit zu prüfen. ps

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