Geld für Wirtschaft und Stadtbild

Staatsminister Thomas Kreuzer (Mitte) mit Bürgermeister Paul Iacob (links) und dem Standortältesten, Oberstleutnant Ulrich Schmidt-Narischkin. Foto: Schuster

„Füssen ist mit einem blauen Auge davon gekommen“, attestierte Staatsminister Thomas Kreuzer (CSU) am vergangenen Freitag, als er in seiner Rede zum feierlichen Gelöbnis von Füssener und Kemptener Rekruten auf die jüngste Bundeswehrreform Bezug nahm. Dennoch: Auch die Lechstadt musste Federn lassen. Die erwartete Aufstockung von rund 1100 auf 1600 Soldaten wird nicht kommen. Zusammen mit Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und dem Standortältesten, Oberstleutnant Ulrich Schmidt-Narischkin hatte er vor dem Gelöbnis Möglichkeiten besprochen, wie der Verlust abzufedern sei. Wirtschafts- beziehungsweise Städtebauförderung sollen die Lösung sein.

Um nominell rund 500 Soldaten soll der Standort Füssen schrumpfen, wie der Kemptener CSU-Politiker, der heuer erst vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CSU im Landtag zunächst zum Bildungsstaatssekretär und dann zum Staatskanzleichef im Ministerrang aufgestiegen ist, in seiner Rede auf der Theresienwiese angab. Wirklich schrumpfen wird der Standort jedoch nicht, da, wie berichtet, die in von vorvergangenen Reform festgelegte Zahl von 1600 Soldaten nie erreicht wurde. Nun bleibt der Standort jedoch auf seine 1100 Mann zementiert. Doch in Sachen Städtebau und Wirtschaftsplanung hatte Füssen schließlich die zusätzlichen Soldaten mitsamt ihrer Kaufkraft einkalkuliert. Kreuzer rechnete der Verwaltung nun höhere Chancen auf Städtebau- und Wirtschaftsförderung aus. So könnte Füssen aus dem Topf der Städtebauförderung für die Sanierung der Altstadt Zuschüsse bekommen. Mit 60 Prozent würden Maßnahmen dann gefördert, wie Iacob angab. „Es wird gerade in Berlin entschieden, ob ein Sonderprogramm Konversion aufgelegt wird“, erklärte der Staatskanzleichef. „Wir haben eine Wunschliste“, gab Bürgermeister Iacob zu. Die Fußgängerzone und der St. Mangplatz stehen darauf ganz oben. „Wir wollen aber auch die innere Kemptener und die innere Luitpoldstraße auf ein zeitgemäßes Maß bringen“, gab er an. Betriebe ansiedeln „Füssen hat ein ausgewiesenes Gewerbegebiet, das schön ist, aber noch zur Verfügung steht“, beschrieb Kreuzer den Gewerbepark Allgäuer Land, an dem sich bisher erst zwei Betriebe fest ansiedeln wollen. Der Minister stellte hier Fördermittel in Aussicht. „Wir tun was wir können, um Betriebe nach Bayern zu holen“, erklärte er. Füssen habe mit der Lage an der Autobahn A7 und der Nähe zum Fernpass einen Standortvorteil. Als Stadt, die von der Bundeswehrreform betroffen ist, könnt Füssen nun Förderungen erhalten, „die sonst nur in Ost-Bayern möglich sind“. Auf einen Zeitraum wollte er sich jedoch nicht festlegen. Aber auch militärisch ist für den Minister wohl der Sack noch nicht ganz zu. „Das Dienstleistungszentrum Kaufbeuren wurde aufgelöst, Man muss sehen, ob man Teile davon nicht in Füssen ansiedeln kann“, so der Oberleutnant der Reserve Kreuzer.

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