Musiker locken bei der Veranstaltung "Lechklänge" viele Interessierte auf den Kaiser-Max-Platz

Werkzeuge werden zum Instrument

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Toni Bartl (rechts) mit seinem Partner Andy Asang inmitten der Instrumentenwerkstatt.

Füssen – Zum ersten Mal hat Füssen Tourismus und Marketing (FTM) zu einem Neujahrskonzert unter freiem Himmel eingeladen.

Und das könnte sich schon 2019 wiederholen. Denn unter dem Titel „Lechklänge“ traten am Freitag Instrumentalisten und Gesangskünstler aus der Region auf, die ihr Publikum auf dem Kaiser-Maximilian-Platz begeisterten. Der Eintritt war frei, der Abend blieb trocken und war überraschenderweise schon leicht frühlingshaft. Der Schlussapplaus für „Lechklänge“ war lang und stark. 

Wahrscheinlich waren es die „Alpen-Hörner“, die Besucherscharen nach und nach zum Kasier-Maximilian-Platz angelockt hatten. Als die sechs Instrumentalisten die erste Open-Air-Veranstaltung dieser Art vorm Feiertag „Heilige Drei König“ eröffneten, war der Zuhörerkreis hier noch recht überschaubar. „Lechklänge“, erklärte Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier als Moderator, ist ein „Neujahrskonzert unterm freien Himmel. Damit heißen wir in Füssen zum ersten Mal das neue Jahr willkommen.“ 

Dass das Publikum die Premieren-Ausgabe dieses Open-Air-Angebots positiv aufnehmen würde, zeichnete sich sehr schnell ab. 

Spielfreudiges Sextett

Auf das spielfreudige, hochkonzentrierte Bläser-Sextett mit Angie und Roland Kurz folgte eine der „schönsten Stimmen aus Füssen“, wie Fredlmeier den nächsten Höhepunkt in diesem „facettenreichen Programm“ ankündigte: Tanja Versal. 

Nach ihrem überzeugenden Auftritt teilte Tanja Versal im Gespräch mit dem Kreisbote mit, dass sie in diesem Jahr auf dem Forggensee wieder zur künstlerischen Crew des „Schwanenprinzen“ zählen werde. Möglicherweise ist sie nicht nur auf dem Motorschiff, sondern darüber hinaus im Ludwigs Festspielhaus dabei, wenn der Vorhang fürs Ludwig-Musical unter der Regie von Benjamin Sahler ab Mai aufgeht. „Mein Ritter“, das Susan Zeichner als Erstbesetzung von Ludwigs Kindermädchen zum melancholischen Ohrwurm machte, ging in Versals Version ebenfalls unter die Haut. 

Viel Gefühl demonstrierte danach Ole el Jerro beim Solo-Vortrag seiner Liebesarie und erntete mit dieser Eigenkomposition die Gunst der Menge. Katja Kalbantner und Sabina Riegger – „unser Veranstaltungs-Dream-Team“, wie Fredlmeier beide Programmmacherinnen lobte – hatten noch einen Trumpf im Ärmel: Toni Bartl und Andy Asang, die in ihrer Show „Auto di Takt“ auf selbst gebastelten Instrumenten spielten. 

Die Teile, die in ihren kreativen Händen zur Auftrittsreife gebracht werden, leihen sich die beiden aus „Onkel Ottos Werkstatt“. Bartl und Asang bewiesen: neben der Hupe eignen sich zum Beispiel Stoßstangen und Auspuffrohre vorzüglich zum unterhaltsamen Musizieren, wenn die Musiker so etwas wie eine klassische Grundausbildung auf der Tonleiter und viel Bühnenerfahrung haben.

Der Begriff „Vollblutmusiker“ wird oft gebraucht, um auszusagen, dass hohe Qualität im Spiel ist. Hier passte er genau. Um beim Publikum als lustige Musiker hundertprozentig anzukommen, setzt voraus, dass das Künstler-Duo zuvor seine Nummern in allen technischen Details hart erarbeitet hat. Andy Asang und Toni Bartl wirken sympathisch und witzig. 

Beide waren eine Viertelstunde lang und während der beiden geforderten Zugaben in ihrem neu geschaffenen Instrumenten-Park einfach virtuos. 

Musiker aus Füssen

„Hauptsächlich Musiker aus Füssen sollen die Lechklänge gestalten“, informierte Katja Kalbantner aus dem Organisationsteam gegenüber dem Kreisbote. Gäste wie Andy Asang aus Garmisch und sein Bühnenpartner Toni Bartl werden hoffentlich auch 2019 nicht fehlen, wenn FTM „Lechklänge“ tatsächlich in der zweiten Auflage präsentieren sollte. Mit Blick auf die Publikumsreaktion spricht nichts dagegen.

cf

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