Interessierte diskutieren beim ersten philosophischen Stammtisch über Gott und die Welt

"Gott ist ein Salamibrötchen"

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In Nesselwang versammeln sich zwölf Teilnehmer zur Premiere eines philosophischen Stammtisches. Den hat der Kemptener Rudolf Schiller (2.v.l.) ins Leben gerufen.

Nesselwang – Zur Premiere haben sie sich gleich mit einem Thema beschäftigt, das die Menschen weltweit seit langem mal mehr und mal weniger bewegt.

Über nichts weniger als „Gott und die Welt” haben sich die zwölf Teilnehmer des ersten philosophischen Stammtisches den Kopf zerbrochen, der jetzt in Nesselwang im „Café Zabander” stattgefunden hat. Im Zuge dessen erörterten sie auch die Frage: „Was ist der Sinn des Lebens?“ 

Kein Wunder, dass die vereinbarten zwei Stunden des Gesprächs am Ende nicht ausreichten, eine eindeutige Antwort darauf zu finden. Deshalb schlug der Initiator der Zusammenkunft, Rudolf Schiller, vor, dieses Thema beim nächsten Treffen weiter zu durchleuchten. Der 62-Jährige eröffnete diesen Auftaktstammtisch, den er auch moderierte, mit einer Definition darüber, was Philosophie laut dem „Duden“ sei, nämlich „Weisheitsliebe beziehungsweise Liebe zur Weisheit“. 

Demzufolge sei Philosophie ein „forschendes Fragen und Streben nach Erkenntnis des letzten Sinnes, der Ursprünge des Denkens und Seins, der Stellung des Menschen im Universum sowie des Zusammenhangs der Dinge in der Welt“. Für Schiller ist die Philosophie daher eine Beschäftigung „mit der Metaphysik, nämlich dem, was hinter der Physik steckt“. Deshalb bedeute für den in Kempten Lebenden, der dort eine freie Akademie für Metaphysik gegründet hat, Philosophie auch die Suche nach der Erkenntnis von „Intuition und Inspiration“. 

Damit beschäftigt sich der ehemalige Maschinenbau- und Fahrzeugtechniker, der sich selbst als „Freidenker“ bezeichnet, bereits seit 20 Jahren. Die Stammtischteilnehmer, die unter anderem aus Oy, Rieden, Halblech, Nesselwang und Kempten kamen, ließen ihren Gedanken anschließend freien Lauf, ganz nach der Vorgabe und dem Wunsch Schillers, der das Motto ausgegeben hatte: „Der Phantasie unseres Denkens sind keine Grenzen gesetzt und wir müssen nichts beweisen.“ 

Demgemäß behauptete etwa ein Diskutant, Gott sei eine Illusion, während eine Dame anmerkte, Gott sei die Liebe, woraufhin auch die Frage gestellt wurde, was überhaupt Liebe sei. Eine endgültige Antwort auf diese Frage blieb am Ende der Auftaktveranstaltung jedoch genauso aus, wie sich der Stammtisch nicht definitiv einig darüber wurde, was Gott sei. 

Deshalb betonte etwa eine Gesprächsteilnehmerin, Gott sei „die Natur, die Naturgesetze und wir selbst“. Eine andere unterstrich dagegen, Gott sei „die Suche nach dem, was wir finden möchten“, während eine dritte Besucherin erklärte, dass „manche sagen, Gott ist ein Salamibrötchen“. 

Damit bestätigte sie wohl ganz Schillers „Lieblingsspruch“, der hier mehrmals erwähnt wurde: „Es gibt nur eine Wahrheit, bis wir die aber alle kennen, hat jeder recht.“

lex

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